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DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen erholen sich - Verunsicherung bleibt

27.02.2013 17:13

Von Manuel Priego Thimmel

Nach den massiven Verlusten vom Vortag haben sich die europäischen Börsen am Mittwoch kräftig erholt. Den Anlegern sitzt der Schock des Wahlausgangs in Italien aber noch immer tief in den Knochen. An eine echte Wiederaufnahme der Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten glaubt man im Handel nicht. Vielmehr stellten sich die Investoren auf eine längere Phase der Ungewissheit ein. Es werde vermutlich Wochen dauern, bis mehr Klarheit über die weitere Entwicklung in Italien herrsche.

Der Euro-Stoxx-50 gewann 1,6 Prozent auf 2.612 Punkte, für den DAX ging es um 1 Prozent auf 7.676 nach oben. Die Mailander Börse stieg 1,8 Prozent auf 15.827, nachdem sie am Mittwoch mehr als 4 Prozent verloren hatte. Für Verunsicherung sorgten auch die am Freitag drohenden Ausgabenkürzungen in den USA. Derzeit zeichnet sich kein Kompromiss zwischen Republikanern und Demokraten ab. Die Kürzungen haben ein Volumen von 1,2 Billionen Dollar über einen Zeitraum von neun Jahren und könnten das US-Wachstum im laufenden Jahr um schätzungsweise 0,5 Prozentpunkte belasten.

Der Euro stabilisierte sich auf niedrigem Niveau zum Dollar bei 1,31. Nur mit Mühe konnte die Einheitswährung am Vortag den Rückfall unter die psychologisch wichtige Marke von 1,30 Dollar vermeiden. Doch auch hier dürfte nach oben nicht viel gehen: "Eines haben die italienischen Parlamentswahlen gezeigt: Die Euro-Krise ist noch nicht beendet", sagte Ralf Umlauf von der Helaba. Die Verunsicherung der Marktakteure bleibe groß, solange keine glaubwürdige Strukturpolitik betrieben werde.

Eine leichte Entspannung war am italienischen Anleihemarkt zu beobachten, wo die Rendite zehnjähriger Benchmarkanleihen um 9 Basispunkte (Bp) auf 4,79 Prozent fiel. Italien konnte am Vormittag erfolgreich Staatsanleihen längerer Laufzeiten am Markt platzieren. Der Wahlausgang kam das Land aber teuer zu stehen - die Investoren forderten deutlich höhere Zinsen. Auch meinte Newedge, dass vor allem italienische Banken die Papiere gezeichnet hätten. Ausländische Investoren hielten sich zurück.

Geschäftsergebnisse großer europäischer Unternehmen spielten angesichts der neu aufgeflammten Schuldenkrise nur die zweite Geige. EADS-Aktien stiegen um 6,5 Prozent. Zwar hat der Luftfahrt- und Rüstungskonzern im vierten Quartal überraschend hohe Sonderbelastungen gebucht. "Rechnet man die Sondereffekte heraus, dann ist es bei EADS aber sogar besser gelaufen als erwartet worden war", sagte Sebastian Hein vom Bankhaus Lampe.

Aktien von Air Berlin verloren nach neuen Kapitalmaßnahmen 3,9 Prozent auf 2,28 Euro. Die Fluggesellschaft hat eine Wandelanleihe von 140 Millionen Euro am Markt platziert. Im Handel war von einer guter Nachfrage nach den Papieren die Rede. Die Ankündigung kam überraschend. Noch am vergangenen Freitag waren entsprechende Pläne dementiert worden. Die finanziell angeschlagene Fluglinie hatte zuletzt im Dezember finanzielle Unterstützung ihres Großaktionärs Etihad erhalten.

Papiere von Kabel Deutschland büßten 3,7 Prozent auf 67,03 Euro ein. Hier wichen Spekulationen, Vodafone könne den Kabelnetzbetreiber übernehmen, aus der Aktie. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, dass Vodafone seine Übernahmepläne für Kabel Deutschland zunächst auf Eis gelegt habe. Laut Bernstein Research käme ein Rückzieher von Vodafone nach dem Kursanstieg von Kabel nicht überraschend. Vodafone-Papiere stiegen 2 Prozent.

Der in Deutschland vor allem durch "Beck's" bekannte weltgrößte Bierbrauer Anheuser-Busch lieferte im vierten Quartal gute Zahlen. Der Umsatz sei im Gesamtjahr um 7,2 Prozent gestiegen und habe damit über der Konsensprognose von plus 6,8 Prozent gelegen, sagte Canaccord. Auch die EBITDA-Entwicklung sei besser als erwartet ausgefallen. Die Aktie stieg 1,3 Prozent.

 
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.           Index               Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung 
.                                  stand      absolut         in %          seit 
.                                                                   Jahresbeginn 
Europa      Euro-Stoxx-50       2.611,89        41,37        +1,6%          -0,9 
.           Stoxx-50            2.619,63        22,48        +0,9%           1,6 
.           Stoxx-600             287,17         2,57        +0,9%           2,7 
Frankfurt   XETRA-DAX           7.675,83        78,72        +1,0%           0,8 
London      FTSE-100            6.325,88        55,44        +0,9%           7,3 
Paris       CAC-40              3.691,49        69,57        +1,9%           1,4 
Amsterdam   AEX                   337,37         2,08        +0,6%          -1,6 
Athen       ATHEX-20              331,48         2,54        +0,8%           7,0 
Brüssel     BEL-20              2.544,23        33,61        +1,3%           2,8 
Budapest    BUX                18.509,40        35,20        +0,2%           1,8 
Helsinki    OMXH-25             2.349,47        34,88        +1,5%           6,3 
Istanbul    ISE NAT. 30        96.791,30       693,25        +0,7%          -1,0 
Kopenhagen  OMXC-20               543,04        -1,74        -0,3%           9,4 
Lissabon    PSI 20              6.010,07        -8,54        -0,1%           6,1 
Madrid      IBEX-35             7.980,70       156,00        +2,0%          -0,4 
Mailand     FTSE-MIB           15.827,02       274,82        +1,8%          -2,7 
Moskau      RTS                 1.530,52        -0,30        -0,0%           0,2 
Oslo        OBX                   435,52         0,50        +0,1%           6,1 
Prag        PX                    995,93         3,19        +0,3%          -4,1 
Stockholm   OMXS-30             1.194,07        13,17        +1,1%           8,1 
Warschau    WIG-20              2.450,36        21,79        +0,9%          -5,4 
Wien        ATX                 2.434,34        33,03        +1,4%           1,4 
Zürich      SMI                 7.484,99        35,01        +0,5%           9,7 
 
 
DEVISEN   zuletzt  '+/- %  Mi, 10.24 Uhr  Di, 17.45 Uhr 
EUR/USD    1,3106   0,23%         1,3076         1,3063 
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GBP/USD    1,5134  -0,02%         1,5137         1,5131 
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Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@dowjones.com

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