Wenn Sie mit der Nutzung dieser Website fortfahren, stimmen Sie dem Einsatz von Cookies auf Ihrem Gerät zu. Lesen Sie hier mehr über unsere Cookie Policy und welche Arten von Cookies wir verwenden.
News

DJ MÄRKTE USA/Stabilisierung der Wall Street setzt sich fort

19.05.2017 14:52 | Applied Materials Inc

Von Barbara Kollmeyer und Florian Faust

NEW YORK (Dow Jones)--Die Stabilisierung der Wall Street nach dem Trump-Gewitter dürfte sich am Freitag fortsetzen. Die weiter anziehenden Öl- und Rohstoffpreise stützten die Stimmung etwas, heißt es im Handel. Insgesamt bemerken Marktteilnehmer eine Rückbesinnung auf Fundamentaldaten. Die US-Konjunktur habe zuletzt neue Signale der Stärke ausgesandt und auch die Geschäftsberichte der Unternehmen hätten zuletzt wieder freundlicher gewirkt.

"Auch wenn die Schlagzeilen unverändert vom politischen Drama in Washington bestimmt werden, ist die eigentliche Nachricht seit gestern mit den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe auf einem Dreimonatstief, dass sich der US-Arbeitsmarkt weiterhin verbessert", sagt Chefanalyst Johnny Bo Jakobsen von Nordea. Auch der Philadelphia-Fed-Index für Mai hatte die Marktschätzungen am Vortag deutlich übertroffen und aufkommende Konjunktursorgen zerstreut.

Der Aktienmarkt knüpft dort an, wo er am Vorabend aufgehört hatte. Der Dow-Jones-Index gewinnt im frühen Geschäft 0,2 Prozent auf 20.709 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite erholen sich um weitere 0,3 bzw, 0,4 Prozent.

Auf Wochensicht drohen aber Verluste. Denn die Hoffnung, dass der politisch angeschlagene US-Präsident Donald Trump seine Versprechen Steuerreform und Infrastrukturprogramm in absehbarer Zeit wird in die Tat umsetzen können, ist dramatisch gesunken.

Zumal das Politchaos in Washington in der kommenden Woche schon in die nächste Runde gehen dürfte. Denn dann stehen parlamentarische Anhörungen in Washington auf der Agenda, die Trump entweder entlasten oder aber, wie vielfach befürchtet, erneut belasten könnten.

 
Dollar bleibt volatil 
 

Am Devisenmarkt geht das Auf und Ab zwischen US-Dollar und Euro auf niedrigem Kursniveau weiter. Hatte der Greenback am Vortag noch aufgewertet, kommt er nun wieder deutlich zurück. Die US-Regierung habe sich von ihrer scharfen Rhetorik in Sachen Handelsbeziehungen verabschiedet, sagt Devisenanalystin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank. Sollte sich daran nichts ändern, bekomme der Greenback von dieser Seite keine Unterstützung.

Der Euro klettert auf 1,1190 Dollar nach Wechselkursen knapp unter der Marke von 1,11 am Vorabend. Zuletzt präsentierte sich die Gemeinschaftswährung im Oktober 2016 derart fest.

Spiegelbildlich zum Aktienmarkt stabilisiert sich auch der Rentenmarkt. Den zweiten Tag in Folge kommen die Notierungen nach dem Trump-Schrecken leicht zurück. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen legt rund 1 Basispunkt auf 2,24 Prozent zu.

Gold ist mit der erneuten Dollarschwäche gefragt, die Feinunze verteuert sich um 0,7 Prozent auf 1.255 Dollar. Auch Silber und die meisten Industriemetalle ziehen an. Gold bleibe ein Profiteur der politischen Kapriolen rund ums Weiße Haus, heißt es mit Blick auf den Wochengewinn. Mit Erdöl wird ein weiterer Rohstoff teurer.

Der Preis für ein Fass US-Leichtöl der Sorte WTI steigt um 1,2 Prozent auf 49,96 Dollar, europäisches Referenzöl der Sorte Brent um 1,4 Prozent auf 53,24 Dollar. Auch hier stützt der schwache Dollar. Im Handel ist darüber hinaus von einem steigenden Optimismus die Rede, dass sich das Erdölkartell Opec in der kommenden Woche auf eine Verlängerung der Förderbegrenzung verständigen wird.

"Die Erwartung geht dahin, dass eine Verlängerung auf dem gleichen Niveau der Förderbremse um mindestens neun Monate erreicht wird. Aber um den Markt zu beeindrucken, müsste die Opec schon mehr liefern", sagt Analyst Richard Mallinson von Energy Aspects.

 
Geschäftsberichte mit Licht und Schatten 
 

Am Aktienmarkt ziehen Deere & Co um 6,5 Prozent an. Der Landmaschinenhersteller hat die Markterwartungen bei Umsatz und Ergebnis in der abgelaufenen Periode klar geschlagen. Dynegy schießen um knapp 26,2 Prozent in die Höhe auf ein Dreimonatshoch. Der Versorger hat eine Übernahmeofferte von Vistra Energy erhalten. Deren Papiere verlieren 0,4 Prozent.

Gap büßen trotz vorbörslicher Aufschläge 1,4 Prozent ein. Der Bekleidungseinzelhändler hat mit dem flächenbereinigten Umsatzwachstum die Erwartungen der Analysten übertroffen. Diese hatten einen leichten Rückgang prognostiziert. Allerdings rechnet das Unternehmen nun mit einer unveränderten Anzahl von Ladengeschäften, zuvor war noch ein Anstieg in Aussicht gestellt worden.

Die Aktie von Applied Materials verbessert sich um 2,4 Prozent. Die Ergebnisse für das zweite Geschäftsquartal übertrafen die Erwartungen des Marktes. Auch der Ausblick lag über den Schätzungen der Analysten.

Die Papiere des Einzelhändlers Ross Stores legen um 0,7 Prozent zu. Die Ergebnisse des ersten Quartals übertrafen auch hier die Schätzungen der Analysten. Auch der Ausblick auf das laufende Quartal überzeugt.

Campbell Soup geben dagegen nach schwachen Geschäftszahlen 2,5 Prozent nach. Der Lebensmittelkonzern habe unter mauen Konsumausgaben gelitten, heißt es im Handel.

Nach verfehlten Markterwartungen im ersten Quartal brechen die Titel des Sportartikelherstellers Foot Locker um knapp 17 Prozent ein.

=== 
INDEX               zuletzt         +/- %         absolut      +/- % YTD 
DJIA              20.708,95          0,22           45,93           4,79 
S&P-500            2.373,22          0,32            7,50           6,00 
Nasdaq-Comp.       6.081,71          0,44           26,58          12,98 
Nasdaq-100         5.653,14          0,48           26,83          16,23 
 
US-Anleihen 
Laufzeit       Akt. Rendite  Bp zu Vortag  Rendite Vortag      +/-Bp YTD 
2 Jahre                1,27           0,8            1,27            7,2 
5 Jahre                1,78           1,1            1,77          -14,1 
7 Jahre                2,05           1,0            2,04          -19,8 
10 Jahre               2,24           1,0            2,23          -20,2 
30 Jahre               2,91           0,8            2,90          -15,7 
 
DEVISEN             zuletzt         +/- %    Fr, 8.50 Uhr  Do, 17.34 Uhr   % YTD 
EUR/USD              1,1191        +0,60%          1,1125         1,1123   +6,4% 
EUR/JPY              124,50        +0,64%          123,70         123,57   +1,3% 
EUR/CHF              1,0913        +0,13%          1,0899         1,0882   +1,9% 
EUR/GBP              0,8593        +0,06%          0,8588         1,1688   +0,8% 
USD/JPY              111,24        +0,04%          111,20         111,09   -4,8% 
GBP/USD              1,3023        +0,54%          1,2954         1,3000   +5,6% 
 
ROHÖL               zuletzt     VT-Settl.           +/- %        +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex             49,96         49,35           +1,2%           0,61  -11,6% 
Brent/ICE             53,24         52,51           +1,4%           0,73   -9,2% 
 
METALLE             zuletzt        Vortag           +/- %        +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)        1.254,53      1.245,90           +0,7%          +8,63   +9,0% 
Silber (Spot)         16,84         16,57           +1,6%          +0,27   +5,8% 
Platin (Spot)        943,05        932,50           +1,1%         +10,55   +4,4% 
Kupfer-Future          2,57          2,53           +1,4%          +0,04   +2,0% 
=== 

Kontakt zum Autor: florian.faust@wsj.com

DJG/DJN/flf/smh

(END) Dow Jones Newswires

May 19, 2017 09:52 ET (13:52 GMT)

Copyright (c) 2017 Dow Jones & Company, Inc.