ETF-Marktkonsolidierung verschoben

Nach Vanguard kommt mit First Trust das nächste US-Unternehmen auf den europäischen ETF-Markt.

Gordon Rose 15.02.2013

Willkommen zur neuen Ausgabe der ETF Times! In unserer wöchentlichen Publikation für Deutschland, Österreich und die Schweiz diskutieren wir die Highlights der ETF-Märkte. Wir stellen die Gewinner und Verlierer unter den in Europa gelisteten ETFs vor und geben einen Überblick über die europaweit neu gelisteten Indexprodukte.

First Trust kommt nach Europa

Das US-Unternehmen First Trust will Berichten zufolge noch im ersten Quartal ETFs in Europa auf den Markt bringen. First Trust ist  bereits seit 2005 in den USA mit ETFs aktiv und ist derzeit laut Morningstar-Daten mit $9,3 Milliarden an verwaltetem Vermögen der zwölftgrößte Anbieter in den Staaten. Ein Großteil des Vermögens ist in die AlphaDEX Indexfamilie investiert; eine alternative Beta-Strategie. Dabei wird der Referenzindex in Wachstum, Value und Blend aufgeteilt und anhand verschiedener Faktoren gerankt. Aktien mit der höchsten Punktzahl werden am stärksten gewichtet. In Europa will First Trust zunächst mit drei derartigen Produkten auf sich aufmerksam machen.

War vor kurzem nicht noch von einer Marktkonsolidierung die Rede? Credit Suisse geht, BoostETP und First Trust kommen. Marktkonsolidierung schaut anders aus.

Lyxor tritt in die Fußstapfen von SPDR

Letzte Woche hatten wir davon berichtet, das SPDR mit einem neuen Tool versucht, die Liquidität beim ETF-Handel transparenter zu gestalten. Diese Woche wurde bekannt, dass auch Lyxor den ETF-Handel und die Liquidität verbessern möchte, zumindest bei den eigenen Produkten. Ziel ist es vor allem, verlorengegangene Marktanteile zurückzugewinnen. Lyxor ist Ende 2011 von db X-trackers als zweitgrößter ETF-Anbieter in Europa abgelöst worden.

Laut Arnaud Llinas, Head Lyxor ETFs and Indexing, wird der Fokus in Europe zunehmen auf den Handel und die Liquidität gehen. Für viele Investoren ist Liquidität ein entscheidender Faktorbei der Produktauswahl. Da jedoch nur ca. 50% des Handels über die Börse abgewickelt wird und der Rest Over-the-Counter (OTC), ist es oft schwer, die Liquidität eines Produktes richtig einzuschätzen. Oft nehmen Anleger hierzu das verwaltete Vermögen als Indikator. Dies ist sicherlich ein Anhaltspunkt, jedoch nur die halbe Wahrheit, da die eigentliche Liquidität eines Produkts vom Referenzwert abhängt. Andererseits investieren institutionelle Anleger bevorzugt in große Produkte, um zu vermeiden, der Hauptanteilseigner des ETFs zu werden. Für Privatinvestoren, die nur geringe Summen investieren, ist die Liquidität an der Börse aber wahrscheinlich der beste Indikator.

ETF Markt – die Neuemissionen

iShares hat diese Woche sein Produktsortiment an der Deutschen Börse erweitert und Minimum-Volatilitäts-Produkte auf den Markt gebracht. Mit den vier ETFs haben Anleger die Möglichkeit, an der Wertentwicklung von Aktien teilzunehmen, die in der Vergangenheit eine geringe Volatilität aufgewiesen haben. iShares bietet die neue Strategie auf Schwellenländer, Europa, USA und den globalen Aktienmarkt an.

Zudem bietet iShares seit dieser Woche den iShares Global High Yield Bond an der Deutschen Börse an. Anleger bekommen hierdurch Zugang zu den in US-Dollar, Britischen Pfund, Kanadischen Dollar und Euro denominierten Unternehmensanleihen der Industrieländer mit einem Rating unterhalb Investment-Grade. Die maximale Gewichtung je Anteil der einzelnen Emittenten im Index ist auf 3% beschränkt.

ETF Markt – Gewinner und Verlierer

Auf der Gewinnerseite gibt es diese Woche ein sehr gemischtes Bild und daher keinen erkennbaren Trend.

Die Verlierer der Woche werden von Getreide-ETCs dominiert. Aufgrund besserer Wetterbedingungen in manchen Anbaugebieten wird eine von einer ertragsreicheren Ernte ausgegangen. Anzeichen von einer schwächeren globalen Nachfrage nach US-Weizen haben dem Getreide den stärksten Rückgang seit fünf Wochen beschert.

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Über den Autor

Gordon Rose  ist ETF-Analyst bei Morningstar.