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Im schwachen Juni müssen vor allem Growth-Aktien Federn lassen

Alle europäischen Aktien-Segmente verzeichnen Verluste. Vor allem großkapitalisierte Konsumgüter bremsen Growth-Aktien aus. Interessante Bewertungen vor allem bei Small Cap Value Aktien zu finden. Der europäische Aktienmarkt durch die Brille der Morningstar Style Box für Aktien.  

Der europäische Aktienmarkt musste im Juni vor allem im Zuge höherer Verluste gegen Monatsende insgesamt Federn lassen. Der Morningstar Developed Markets Europe Index, der die Basis unseres monatlich berechneten Morningstar Market Barometers darstellt, lag mit rund 2,5 Prozent im Minus (in Euro gerechnet). Vor allem Growth-Aktien trübten die Bilanz, wie aus der unteren Grafik hervorgeht. Das Segment Large-Cap Growth verlor 3,0 Prozent, Mid Cap Growth büßte 2,5 Prozent ein, und Small Cap Growth lag um 1,9 Prozent hinter der Bilanz des Vormonats. In den beiden anderen Segmenten Blend und Value waren die Verluste jeweils geringer. Allerdings lagen alle neun Felder unserer Stil-Matrix im vergangenen Monat im Minus. 

Ungeachtet der geringeren Verluste bei Value-Aktien bleiben Wachstums-Aktien in der Dreimonats-Bilanz vorn, und auch in den vergangenen zwölf Monaten lag Value nur im Standardwerte-Segment vor Growth. Bei Nebenwerten haben indes in allen längerfristigen Zeiträumen Growth-Aktien die Nase vorn. 

In unserem monatlichen Format zerlegen wir den Morningstar Developed Market Europe  Index kapitalgewichtet in die Bestandteile unserer Style Box, eine Neun-Felder-Matrix, die Aktien nach Größe und nach Stil gliedert. Die Grafik lesen Sie von links oben nach rechts unten wie folgt: Das linke Quadrat oben zeigt die Style Box Performance für den vergangenen Monat, das obere rechts für die vergangenen drei Monate, unten links sind die Zwölf-Monats-Renditen abgetragen, und unten rechts finden sich die kumulierten Dreijahres-Renditen.

Grafik: Morningstar Markt Barometer Juni: Die Performance

Wie aus der bewertungsgetriebenen Sicht unten hervorgeht, sind sechs der neun europäischen Aktiensegmente unserer Neun-Felder-Matrix überbewertet. Besonders teuer sind Growth-Aktien. Mittelgroße Wachstumswerte sind im Schnitt um neun Prozent überbewertet. Value-Titel sind indes maximal um vier Prozent überbewertet. Standardwerte Blend und Mid Cap Blend-Aktien notieren (leicht) unter ihrem fairen Wert. Besonders augenfällig ist, dass Small Cap Value mit einem Price/Fair Value Verhältnis von 0,9 um zehn Prozent unterbewertet sind.

Zur Taxierung der Bewertungen verwenden wir unsere hauseigene Bewertungskennziffer Price/Fair Value, P/FV (auf Deutsch Kurs/Fair Value Verhältnis, K/FVV). Ein Wert von unter 1,0 signalisiert eine Unterbewertung, ein Wert größer Null zeigt an, dass eine Aktie überbewertet ist, ein K/FVV von 1,0 besagt, dass ein Unternehmen fair bewertet ist (lesen Sie hier mehr zu unserer Aktien-Research-Methodologie). 

Grafik: Morningstar Markt Barometer Juni: Die Bewertungen

 

Im Juni gab es auf Branchenebene fast nur Verlierer. Das Minus war am größten bei europäischen Energie-Unternehmen, die im Zuge des sinkenden Ölpreises deutlich nachgaben. Hier beliefen sich die Verluste auf durchschnittlich 4,8 Prozent. Telekom-Aktien verloren im Schnitt 4,7 Prozent, defensive Konsumgüterhersteller und Pharma-Firmen büßten jeweils 3,4 Prozent ein. Mit einem minimalen Plus von 0,6 Prozent waren Financials der einzige Sektor mit Kursgewinnen. Bei Rohstoffaktien lag das Minus bei nur 0,8 Prozent und auch Industriewerte konnten die Verluste auf 1,3 Prozent begrenzen.

Grafik: Morningstar Markt Barometer Juni: Die Sektoren-Performance

Die ambitioniertesten Bewertungen finden sich unverändert unter den zyklischen Branchen. Rohstoff-Aktien sind dabei mit einem P/FV von 1,23 nach wie vor am teuersten. Sie sind also zu 23 Prozent überbewertet. Unter den konjunktursensitiven Aktien sind Technologie-Titel mit einem P/FV von 1,15 ebenfalls ambitioniert bewertet. Unterbewertet waren per Ende Juni vor allem Telecoms und Energiewerte mit Kurs-Fair-Value-Ratios von 0,92 bzw. 0,91.

Grafik: Morningstar Markt Barometer Juni: Die Sektoren-Bewertungen

Über den Autor

Fernando Luque und Ali Masarwah  Fernando Luque ist Chefredakteur Morningstar Spanien, Ali Masarwah ist Chefredakteur von Morningstar Deutschland, Österreich und Schweiz