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Die beliebtesten Fonds auf morningstar.de im ersten Quartal

Wir haben nachgesehen, welche Fondsportraits auf unserer Homepage am häufigsten angeklickt wurden und schauen auf die Performance und die Absatzbilanz einiger dieser Produkte im ersten Quartal 2018.

Ali Masarwah 09.04.2018

Anleger in Deutschland zeichnen sich durch eine bemerkenswerte Treue aus, blicken aber durchaus über den Tellerrand hinaus. Dieses Fazit lässt sich zumindest ziehen, wenn es um die Fonds-Favoriten unserer Leser geht. Wir erheben quartalsregelmäßig, welche Fonds-Portraits unsere Leserinnen und Leser besonders häufig auf unserer Homepage anklicken. Per 31. März 2018 haben wir Bilanz für das erste Quartal gezogen.

Viele der Favoriten sind bereits seit einigen Jahren in unserem Ranking vertreten. Doch wie in jedem Quartal finden sich auch einige "Neulinge", auf die wir weiter unten eingehen werden.

Die untere Liste ist sortiert nach den aktiv verwalteten Fonds auf morningstar.de mit den meisten "Klicks". Sie finden neben den Fondsdaten (ISIN, Kosten, Fondskategorie) auch das quantitative Sterne-Rating, das qualitative Morningstar Analyst Rating sowie einige Performance- und Risikodaten, unter anderem das Perzentil-Ranking, das zeigt, wie sich die Fonds gegenüber Produkten in der identischen Kategorie im abgelaufenen Jahr geschlagen haben. Im Kontext des jeweiligen Fonds gehen wir im Text auch auf die Mittelflüsse in diesem Jahr ein. (Die Liste der beliebtesten ETFs bringen wir im weiteren Wochenverlauf.)

Tabelle: Die beliebtesten Fonds auf morningstar.de im ersten Quartal 2018

Wie aus der oberen Tabelle ersichtlich ist, handelt es sich bei den Favoriten auf morningstar.de vor allem um „Evergreen-Fonds“, also um Dauerbrenner im Vertrieb, um Dickschiffe, die sich in der Vergangenheit durch eine gute Performance auszeichnen konnten. Unverändert ist der flexible Mischfonds FvS SICAV Multiple Opportunities aus dem Hause Flossbach von Storch der beliebteste Fonds auf morningstar.de. Sein Portrait wurde in den vergangenen drei Monaten unter allen Fonds, die in Deutschland zu Vertrieb zugelassen sind, am häufigsten auf unserer Homepage angeklickt. Das ist bereits seit Anfang 2014 der Fall, als wir anfingen, die Fonds-Favoriten auf unserer Website quartalsregelmäßig nachzuhalten.

FvS Multiple Opportunities fährt hohe Aktienquote

Mit einer Performance von minus 3,4 Prozent legte der von Bert Flossbach verantwortete Fonds in diesem Jahr einen holprigen Start hin, was allerdings angesichts der hohen Aktienquote, die der Fonds fährt, kein Wunder ist. Entsprechend waren Anleger in diesem Jahr deutlich zurückhaltender mit Neuinvestitionen als in der Vergangenheit. Nach Nettomittelzuflüssen von gut 830 Millionen Euro 2017 gingen dem Fonds in diesem Quartal nur knapp 190 Millionen Euro zu, im März träufelten gerade einmal knapp neun Millionen Euro herein. Zum Vergleich: 2016 und 2015 sammelte der Fonds 2,4 Milliarden bzw. 1,7 Milliarden Euro netto ein.

Auch der DWS Top Dividende findet sich erneut prominent auf der Top-Fonds-Liste. Allerdings hatten Anleger Performance-seitig erneut keine gute Zeit: Der von Thomas Schüssler verantwortete Fonds verlor 6,3 Prozent im ersten Quartal und befindet sich erneut abgeschlagen im 80. Performance-Perzentil. 2017 hatte der Fonds nur minimal zugelegt und lag damit sogar unter den zehn Prozent schwächsten global anlegenden Dividendenfonds. Nachdem Anleger lange Zeit nicht auf die Performance-Schwäche reagiert hatten, nimmt derzeit das Tempo der Abflüsse zu: Im ersten Quartal erlitt der Fonds Abflüsse in Höhe von knapp 700 Millionen Euro.

Indes hielt sich der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen erneut stabil. Fondsmanager Frank Fischer bewies im ersten Quartal erneut einen guten Riecher und sicherte seine Aktien-Positionen teilweise ab. Er wolle nicht ins fallende Messer greifen, sagte Fischer sinngemäß Anfang März auf einer Morningstar-Konferenz in Frankfurt am Main. Das ermöglichte dem Fonds eine für einen stark aktienlastigen Fonds beachtliche Performance von minus 0,53 Prozent. Er landete im ersten Quintil der flexiblen Euro-Mischfonds. Im laufenden Jahr verbuchte der Fonds Nettomittelzuflüsse von knapp 200 Millionen Euro, was deutlich mehr ist, als dem Fonds (anteilig) in den Jahren 2015 bis 2017 an Neugeldern zuging.  

Carmignac Patrimoine profitiert von der Marktvolatilität

Der Carmignac Patrimoine liefert ein zwiespältiges Bild. Einerseits schützte der ausgewogene Mischfonds das Anlegergeld im ersten Quartal so effizient, wie man es für einen auf Sicherheit bedachten Ansatz erwarten kann. Der Fonds verlor mit 0,6 Prozent nur minimal, was ihn unter die fünf Prozent besten Fonds seiner Kategorie brachte

Andererseits profitierte die Fondsgesellschaft nicht von dieser Outperformance. Anleger haben im ersten Quartal Anteilsscheine im Wert von knapp 1,1 Milliarden Euro abgezogen. Das war anteilig mehr, als dem Fonds im vergangenen Jahr verlustig ging, als sich die Nettomittelabflüsse im Zuge einer unterdurchschnittlichen Performance 2016 und 2017 auf gut 2,4 Milliarden Euro beliefen.

Es steht zu vermuten, dass Anleger auch dieses Mal nur mit einer deutlichen Verzögerung auf diese positive Entwicklung reagieren werden. Typischerweise kommt der Stimmungsumschwung der Anleger nach Fonds-Trendwechsel mit sechsmonatiger Verspätung. Doch dann werden die Karten möglicherweise neu gemischt, und dann werden Anleger wiederum nur die Vergangenheits-Performance gekauft haben, so, wie sie zuvor auf die Underperformance reagiert hatten. Es ist genau dieses Fonds-Trading, das langfristig die Anleger-Performance schmälert; Investoren und Berater geben Fonds viel zu oft nicht genug Zeit, ihre Stärken auszuspielen.

Rabenschwarz lief es im ersten Quartal für den von Tim Albrecht verantworteten DWS Deutschland, der ebenfalls seit Jahren ein Favorit unserer Leser (und unserer Fondsanalysten) ist. Albrecht hatte 2017 ein gutes Händchen mit seiner Markteinschätzung. Das brachte nicht zuletzt deshalb Performance-Vorteile, weil Albrecht die Investitionsquote des Fonds flexibel steuern kann. Spiegelbildlich verlor der Fonds im ersten Quartal mit 8,5 Prozent deutlich mehr als die Konkurrenz. Das war zu erwarten und sollte Anleger nicht beunruhigen. Dass der Fonds im ersten Quartal knapp 200 Millionen Euro an Abflüssen verkraften musste, deutet indes an, dass manche Anleger mit dem (sportlichen) Risikoprofil des Fonds leider nicht so gut vertraut sind.

Zwei Neulinge bereichern die Leser-Auswahl im ersten Quartal

Zwei Neulinge finden sich per Ende März in unserer Liste: Der ACATIS Datini Valueflex Fonds und der Apus Capital Revalue Fonds. Ersterer wird vom Frankfurter Vermögensverwalter Hendrick Leber verantwortet und kann am ehesten als „Leber freestyle“ bezeichnet werden. Bei diesem Fonds geht es sehr sportlich zu, da Leber seine Investment-Ideen 1:1 umsetzt – auch ohne Rücksicht auf Verluste. Das hohe Minus und damit die schlechte Platzierung im Kategorie-Ranking 2018 resultierte in erster Linie aus dem schwachen März, als der Fonds knapp 5,5 Prozent verlor. Leber dazu wörtlich gemäß Fonds-Factsheet: „Wir gehen trotzdem nicht ‚vom Gas‘, sondern haben ganz im Gegenteil sogar die Position an Call-Optionen auf Indizes weiter aufgestockt, weil wir mit einer Erholung rechnen.“  

Der Leber-Fonds machte 2017 von sich reden, weil er in großem Stil in ein Bitcoin-Zertifikat investiert. Allerdings ist der Anteil dieses Bitcoin-Trackers mit knapp fünf Prozent derzeit niedriger, als es die positive Haltung des Fondsmanagements zur Kryptowährung vermuten lassen sollte (lesen Sie hier mehr). Doch wie dem auch sei: Für schwache Nerven eignet sich dieses Produkt jedenfalls nicht.

Der Apus Capital Revalue Fonds wird von der Apus Capital GmbH beraten, die unter dem Bafin-Haftungsdach BN & Partners Capital operieren. Geschäftsführer sind Wolfram Eichner, Johannes Ries, Harald Schmidt und Heinz-Gerd Vinken. Wie aus dem Namen des Fonds hervorgeht, setzt Apus auf Neubewertungskandidaten, also Unternehmen, deren Wert vom Markt nicht erkannt wurde. Es handelt sich in erster Linie um Unternehmen, die von Veränderungen in der Gesellschaft bzw. vom technologischen Fortschritt profitieren könnten. Dass die Hälfte des Fondsvermögens in Technologieunternehmen und Healthcare-Aktien steckt, sollte also nicht überraschen.

Per Ende März verlor der Fonds mit knapp 2,9 Prozent weniger als Index und Peer Group und landete im 35. Performance-Perzentil. Zwar ergibt sich das Risikomanagement in erster Linie aus dem Stock-Picking, allerdings erhöht das Management in schwierigen Phasen die Cash-Quote oder sichert die bestehenden Aktienpositionen ab. Per Ende Februar lag der Investitionsgrad laut Apus bei 93 Prozent; man rechnet also derzeit offenbar nicht mit dem Schlimmsten.

Über den Autor Ali Masarwah

Ali Masarwah  Ali Masarwah ist als Chefredakteur für die deutschsprachigen Seiten von Morningstar verantwortlich.