Die beliebtesten Fonds auf morningstar.de im zweiten Quartal

Eine Übersicht über die aktiv verwalteten Fonds, die auf unserer Homepage im zweiten Quartal am häufigsten angeklickt wurden. Wir blicken auch auf die Performance und die Absatzbilanz.

Ali Masarwah 17.07.2018

Wir erheben quartalsregelmäßig, welche Fonds-Portraits unsere Leserinnen und Leser besonders häufig auf unserer Homepage anklicken. Per 30. Juni 2018 haben wir Bilanz für das zweite Quartal gezogen. Viele der Favoriten sind bereits seit einigen Jahren in unserem Ranking vertreten. Doch wie in jedem Quartal finden sich auch einige (wenige) "Neulinge", auf die wir weiter unten eingehen werden. 

Die untere Liste ist sortiert nach den aktiv verwalteten Fonds auf morningstar.de mit den meisten "Klicks". Sie finden neben den Fondsdaten (ISIN, Kosten, Fondskategorie) auch das quantitative Sterne-Rating, das qualitative Morningstar Analyst Rating – soweit vorhanden - sowie einige Performance- und Risikodaten, unter anderem das Perzentil-Ranking, das zeigt, wie sich die Fonds gegenüber Produkten in der identischen Kategorie geschlagen haben. Im Kontext des jeweiligen Fonds gehen wir im Text auch auf die Mittelflüsse in diesem Jahr ein. (Die Liste der beliebtesten ETFs bringen wir im weiteren Wochenverlauf.) 

Tabelle: Die beliebtesten Fonds auf morningstar.de im zweiten Quartal 2018  

Wie aus der oberen Tabelle ersichtlich ist, handelt es sich bei den Favoriten auf morningstar.de vor allem um „Evergreen-Fonds“, also um Dauerbrenner im Vertrieb. Unverändert ist der flexible Mischfonds FvS SICAV Multiple Opportunities der beliebteste Fonds auf morningstar.de. Sein Portrait wurde in den vergangenen drei Monaten unter allen Fonds, die in Deutschland zu Vertrieb zugelassen sind, am häufigsten auf unserer Homepage angeklickt. Das ist bereits seit Anfang 2014 der Fall, als wir anfingen, die Fonds-Favoriten auf unserer Website quartalsregelmäßig nachzuhalten. 

FvS Multiple Opportunities holt Rückstand auf, zumindest ein wenig 

Mit einer Performance von minus 1,77 Prozent hat der flexible Mischfonds die Verluste etwas reduziert, die im ersten Quartal infolge der erhöhten Aktienquote in den volatileren Märkten anfiel. Der Fonds hat dennoch Benchmark und Kategoriedurchschnitt underperformt und befindet sich im 58. Perzentil vergleichbarer Produkte, was kein Beinbruch ist, da Fondsmanager Bert Flossbach unverändert Aktien hochhält. Auch wenn angesichts der die Situation in Italien, des ‚Handelskriegs‘, des deutschen Asylstreits oder des ewigen Brexits die „Versuchung groß“ sei, Aktien unterzugewichten, so sei die Gefahr, „schleichend enteignet zu werden, weil man sich aus Furcht vor dem nächsten Crash vom Aktienmarkt fernhält und stattdessen auf die ersehnte Zinswende wartet, sehr viel größer“, so Flossbach in einem aktuellen Marktkommentar. 

Allerdings halten sich Anleger in diesem Jahr angesichts der volatilen Entwicklung mit Neuinvestitionen zurück. Nach Nettomittelzuflüssen von gut 830 Millionen Euro 2017 gingen dem Fonds in diesem Jahr zur „Halbzeit“ nur 230 Millionen Euro netto zu. 2016 und 2015 hatte der Fonds 2,4 Milliarden bzw. 1,7 Milliarden Euro netto eingesammelt.

Beim DWS Top Dividende steigen immer mehr Anleger aus 

Negativ waren dagegen die Reaktionen der Investoren auf die – allerdings auch schon länger andauernde – Underperformance des DWS Top Dividende, der ebenfalls erneut auf der Top-Fonds-Liste vertreten ist. Der Fonds musste in diesem Jahr per Ende Juni Mittelabflüsse in Höhe von gut 1,2 Milliarden Euro hinnehmen. Die Performance-Bilanz hat sich indes im zweiten Quartal verbessert. Der von Thomas Schüssler verantwortete Fonds liegt nur noch minimal im Minus und hat sich ins 58. Performance-Perzentil vorgearbeitet. Im Laufe des zweiten Quartals hat Schüssler die defensiven Branchen Konsum und Healthcare reduziert und den Anteil zyklischer Werte – vor allem Finanzdienstleister – erhöht.  

Der ebenfalls prominent auf unserer Favoriten-Liste vertretene Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen blieb im zweiten Quartal mit einem leichten Minus von unter einem Prozent Verlust auf Kurs. Das ist für einen aktienlastigen Mischfonds ordentlich und liegt vor allem an der Absicherungsstrategie von Fondsmanager Frank Fischer, der gemäß Äußerungen in den Medien mit Turbulenzen in der Sommersaison rechnet. Der Fonds verbuchte in den ersten sechs Monaten Zuflüsse von netto 450 Millionen Euro. 

Gut zwei Milliarden Euro zogen Anleger indes aus dem Carmignac Patrimoine ab. Auch wenn der Verlust von 1,25 Prozent in den ersten sechs Monaten kein Drama ist, steht der der Fonds dennoch recht bescheiden da im Vergleich zur Konkurrenz. Er liegt im 57. Perzentil der global anlegenden ausgewogenen Mischfonds. Das ist für einen selbst ernannten Risikomanager wenig – für viele Anleger offenbar zu wenig, wenn man sich die tiefnegative Mittelflussbilanz des Fonds anschaut. 

Zwei Neulinge im ersten Quartal werden von DWS- und Dekafonds ersetzt 

Per Ende März hatten wir zwei Neulinge auf unserer Favoritenliste vorgestellt: den ACATIS Datini Valueflex Fonds und den Apus Capital Revalue Fonds, deren Portraits im ersten Quartal häufig aufgerufen wurden. Beide Fonds fielen im Laufe des zweiten Quartals indes aus der Top-Ten-Liste und wurden durch den Deka-DividendenStrategie und den DWS Aktien Strategie Deutschland ersetzt. Der Fonds der Sparkassenorganisation ist erstmals in unserem Ranking vertreten. Er fällt in die Kategorie der weltweit investierenden Dividenden-Aktienfonds. Das Drei-Sterne-Rating deutet auf ein unspektakuläres Rendite-Risiko-Profil hin. Wie bei vielen Dividendenfonds übt sich der Deka-DividendenStrategie den Spagat zwischen Ausschüttungsoptimierung (gemessen an der Dividendenrendite) und Dividendenqualität (Unternehmen, die eine konstante bzw. steigende Ausschüttung liefern).

Der DWS Aktien Strategie Deutschland ist dagegen häufig in unseren Quartals-Rankings vertreten. Seit dem Abschied von Henning Gebhardt von der DWS - er managt bei Berenberg einen Fonds mit der nahezu identischen Strategie – verantwortet Tim Albrecht den Fonds, der zwar auf Standardwerte fokussiert ist, aber knapp ein Drittel des Fondsvermögens in Nebenwerten investiert. Im Gegensatz zum ebenfalls von Albrecht verwalteten DWS Deutschland, der knapp sieben Prozent in diesem Jahr per Ende Juni einbüßte und damit zu den eher schwächeren Deutschland-Fonds zählte, konnte sich der DWS Aktien Strategie Deutschland mit einem Minus von knapp zwei Prozent im zwölften Perzentil der Deutschland-Fonds behaupten.  

Über den Autor

Ali Masarwah

Ali Masarwah  Ali Masarwah ist als Chefredakteur für die deutschsprachigen Seiten von Morningstar verantwortlich.