Wie haben sich die Mischfonds-Favoriten der Anleger in 2018 geschlagen?

Im zweiten Teil unserer Mischfondsserie schauen wir uns die Performance von sieben Fonds, die im Fokus der Anleger stehen, genauer an, darunter Carmignac Patrimoine, FvS Multiple Opportunities und DWS Concept Kaldemorgen.

Barbara Claus 13.03.2019

Wir haben uns die Performance von sieben Fonds mit Morningstar Analyst Ratings näher angesehen. Den DWS Concept Kaldemorgen, ein Fonds, den wir in der Kategorie ALT -Multistrategy führen, haben wir mitberücksichtigt, da die Strategie große Ähnlichkeiten zu flexiblen Mischfonds aufweist. Interessanterweise haben mehrere Fonds im ersten Quartal 2018 ähnlich viel verloren wie der MSCI World Index, was bereits auf die schwachen ausgeprägten Diversifikationseffekte im Jahr 2018 hinweist. In den Erholungsphasen blieben die meisten Fonds zwar hinter den Aktienmärkten zurück, doch erzielten die meisten von ihnen positive Erträge, was sich auch in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres fortsetzte. Eine Ausnahme bildet der Carmignac Patrimoine, der in allen vier Quartalen 2018 Verluste erzielte und in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres weiterhin auf den letzten Plätzen seiner Kategorie rangiert.

Bei der Analyse der Wertentwickung in der Tabelle sind Währungseffekte zu berücksichtigen. So ist etwa die nicht abgesicherte Anteilsklasse des Allianz Income and Growth aufgeführt, die den größeren Teil des Fondsvolumens enthält. Die für Euro-Anleger abgesicherte Anteilsklasse des Fonds verlor 7,6% in 2018 und verzeichnete im zweiten Quartal lediglich eine Rendite von 2,9%.

Tabelle: Wertentwicklung ausgewählter Mischfonds

Quelle: Morningstar Direct

Der mit "Neutral" geratete Fonds Allianz Income and Growth hielt sich 2018 angesichts des hohen Anteils an Risiko-Asset in seinem Portfolio relativ gut, doch sollten Anleger wissen, aus welcher Währungsperspektive sie investieren. Die nicht in Euro gehedgte Anteilsklasse des Fonds erzielte aus Sicht von Euro-Investoren eine positive Rendite von 0,5%. Im Vergleich dazu lag die Performance aus Sicht des Dollar-Anlegers bei minus 4,9%. Die Euro-gehedgte Tranche verzeichnete hingegen einen Verlust von 7,6% und landete im 62. Perzentil der Morningstar Kategorie Mischfonds EUR ausgewogen – global. Die Performancedifferenz ist eine Folge der Euroschwäche und der Absicherungskosten.

Der Allianz Income and Growth investiert rund ein Drittel seines Portfolios in US-Wandelanleihen, High-Yield- und Growth-Aktien. (In US-Dollar verzeichnete der BofAML US High Yield Index im Jahresverlauf moderate Verluste von 2,3%, während der BofAML All US Convertible Index mit 0,2% recht stabil blieb. US-Wachstumswerte, gemessen am Russell 1000 Growth Index, entwickelten sich besser als der breite US-Aktienmarkt mit einem Minus von 1,5%; minus 4,4% in lokaler Währung.) Seit Jahresanfang hat sich der Fonds mit einer absoluten Performance von 9,8% exzellent entwickelt, auch im Vergleich mit der Kategorie, was darin begründet lag, dass er durch seinen hohen Anteil an Risikoassets überproportional von der deutlichen Aktienkurserholung profitierte.

Licht und Schatten beim Nordea Stable Return

Die Performance des Nordea 1-Stable Return erwies sich 2018 absolut gesehen als nicht sehr stabil, doch liegt der Fonds mit einem Verlust von 5,8% immer noch im 35. Perzentil der moderaten globalen Mischfondskategorie. Auch hier war der Hauptgrund für die negativen Ergebnisse die Aktienquote des Fonds. Darüber hinaus erwies sich die Durationsstrategie des Fonds als nachteilig, insbesondere nachdem die Manager die Duration von US-Staatsanleihen in einer Zeit steigender Renditen erhöht hatten.

Das Engagement des Fonds in Aktien mit geringem Risiko, ein wesentliches Merkmal des Ansatzes, beeinträchtigte die relative Performance im ersten Halbjahr. In der zweiten Jahreshälfte trug sie dazu bei, die Renditen zu stabilisieren. In den ersten beiden Monaten 2019 lag die absolute Performance mit 4,5% zwar wieder im positiven Bereich, relativ zur Kategorie bewegte sich der Fonds aufgrund seiner insgesamt defensiveren Ausrichtung mit moderaten Aktienquoten, seinem typischen Fokus auf defensiven Unternehmen und der hohen Qualität und kurzen Duration im Anleihenbereich im unteren Mittelfeld.

Carmignac Patrimoine hinkt auch 2019 hinterher

Mit einem zweistelligen Verlust von 11,2% landete der Carmignac Patrimoine im Jahr 2018 im untersten Dezil seiner Kategorie Mischfonds EUR ausgewogen – global. Der Hauptgrund dafür war, dass die Manager im Laufe des Jahres bei den meisten ihrer Top-Down-Wetten falsch lagen. So wurde der Fonds beispielsweise im Februar und Oktober mit seinen relativ hohen Aktienengagements, die nahe am Maximum von 50% des Fonds lagen, von den fallenden Märkten auf dem falschen Fuß erwischt. Zudem wirkte sich das Übergewicht im Energiesektor nachteilig aus. Die Spreadstrategie im Fonds, bestehend aus einer Short-Position in deutschen Staatsanleihen und einer Long-Position in europäischen Peripherieanleihen, erwies sich ebenfalls als nachteilig als die Volatilität am Rentenmarkt zunahm. Das Engagement des Fonds in den Schwellenländern, insbesondere in argentinischen Aktien, brasilianischen Staatsanleihen und chinesischen Inlandsaktien, entwickelte sich schlechter als die etablierten Märkte.

Auch in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres hat sich die relative Performance des Fonds nicht verbessert: Per Ende Februar erzielte der Carmignac Patrimoine lediglich ein mageres Plus von 2,4% und landete wieder auf den letzten Rängen seiner Kategorie. Die magere Performance ist hier, ähnlich wie beim Nordea-Fonds, das Ergebnis einer nunmehr wieder konservativen Ausrichtung mit Aktienquoten von zumeist deutlich unter 40% und einer eher defensiven Sektorpositionierung. Beispielsweise waren per Ende Februar die beiden Sektoren Technologie und Industrie, die Outperformer in diesem Jahr, kaum vertreten.

Flossbach bleibt seiner Linie treu

Der Flossbach von Storch SICAV Multiple Opportunities verlor im vergangenen Jahr 5,1%, entwickelte sich aber dennoch besser als die meisten seiner Konkurrenten und rangierte im 20. Perzentil seiner Kategorie Mischfonds EUR flexibel - global. Die negative Performance wurde hauptsächlich durch das signifikante Aktienengagement des Fonds verursacht. Bereits zu Beginn des Jahres war das Engagement des Fonds mit rund 65% vergleichsweise hoch. In der Schwäche im vierten Quartal 2018 erhöhte der Manager das Aktienxposure auf 74% zum Jahresende, während der Kategoriendurchschnitt bei lediglich 46% lag. Die Anleihenseite konnte die Verluste auf der Aktienseite nicht ausgleichen, vor allem aufgrund der Präferenz des Managers für Credit und kurze Duration. Das Goldexposure von rund 11% konnte sich als Portfolioversicherung nicht vollständig bewähren und trug mit rund 0,3% nur leicht positiv bei genauso wie das Engagement in Goldminenaktien.

Die generelle Präferenz Flossbachs für den Konsumgütersektor war 2018 nicht vorteilhaft, da sich diese Aktien etwas schwächer als der breite Markt entwickelten. Die starke Übergewichtung deutscher Aktien von 13% wirkte sich im Vergleich zur Konkurrenz negativ aus. Seit Jahresanfang 2019 konnte der Fonds indes seine Erfolgshistorie fortsetzen, wobei ihm seine offensive Positionierung seit Ende 2018 zugutekam. Allerdings hat Flossbach per Ende Februar antizyklisch Gewinne mitgenommen und seine Aktienquote gegenüber dem Jahresanfang um einige Prozentpunkte auf zuletzt 67% gesenkt.

Dividenden-Fokus bringt für JPM Global Income zeitweilig Rückschläge

Der JPM Global Income Fund, der ein Morningstar Analyst Rating von Bronze trägt, erzielte 2018 bestenfalls eine durchschnittliche Performance aus Sicht eines Anlegers in der A EUR-Anteilsklasse, die 7,2% verlor und im 55. Perzentil der Kategorie lag. Die auf US-Dollar lautenden Anteilsklassen des Fonds entwickelten sich besser als ihre Kategorie, da sie in der Lage waren, die Kosten für die Währungssicherung zu umgehen. Die Reduzierung des Aktienengagements des Fonds von 43% Ende 2017 auf 31% per Ende Oktober 2018 trug dazu bei, die Performance im schwachen vierten Quartal zu stabilisieren. Aus sektoraler Sicht war die Untergewichtung des Fonds in den am besten performenden Sektoren Technologie und Gesundheitswesen nachteilig. (Dies ist allerdings die Konsequenz des Income-Ansatzes des Fonds, der sich auf Dividendenaktien konzentriert, die im Technologiesektor selten zu finden sind.)

Das Anleiheportfolio des Fonds weist üblicherweise hohe Gewichte in Hochzinsanleihen auf und litt daher besonders stark unter der Ausweitung der Credit Spreads. Seit Jahresbeginn fällt die relative Performance des Fonds mit 5% ebenfalls durchschnittlich aus, wobei auch hier wieder das strategiebedingte Sektorexposure und die weiterhin im Kategorievergleich niedrige Aktienquoten, per Ende Februar 29% gegenüber 39%, den Fonds in der Erholung ausbremsten.

BGF Global Allocation fährt überdurchschnittlich hohe Aktienquote

Der mit "Silver" bewertete BGF Global Allocation blieb 2018 hinter der Konkurrenz aus der Kategorie Mischfonds USD ausgewogen zurück, die im vergangenen Jahr im Durchschnitt lediglich 1,9% verlor. Der Fonds verfügt über eine neutrale Aktienquote von 60% in seiner zusammengesetzten Benchmark, was am oberen Rand seiner Kategorie liegt. Infolgedessen hatte der Fonds im Jahresverlauf 2018 ein deutlich höheres Aktiengewicht im Vergleich zu seinem durchschnittlichen Konkurrenzfonds im Jahr 2018. Per Ende Oktober 2018 war der Fonds mit 61% gegenüber seiner Benchmark leicht übergewichtet, während der Kategoriendurchschnitt bei 41% lag. Auf Länderebene war der Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark in Japan und den Schwellenländern übergewichtet, wobei beide Märkte sich schlechter als der globale Aktienmarkt entwickelten. Seit Anfang 2019 wendete sich das Blatt für den Fonds jedoch, und das überdurchschnittliche Aktienexposure wirkte sich positiv aus. Mit einer absoluten Wertentwicklung von 6,9% liegt der BGF Global Allocation seit Jahresanfang im 36. Perzentil seiner Kategorie. Gegenüber den Mitbewerbern erwies sich zudem das leichte Übergewicht in Technologie und Energietiteln als positiv für die relative Performance.

DWS Concept Kaldemorgen behauptet sich 2018 und 2019

In unserer Stichprobe hat sich der DWS Concept Kaldemorgen, der einem flexiblen Multi-Asset-Absolute-Return-Ansatz verfolgt, im vergangenen Jahr am besten behauptet und die Stärke seines Ansatzes unter Beweis gestellt. Der Fonds ist aufgrund seines breit gefassten Mandats in die Kategorie ALT - Multistrategy eingeteilt. Er verfügt jedoch über viele Ähnlichkeiten zu Mischfonds wie Carmignac Patrimoine oder Flossbach von Storch Multiple Opportunities und wird von Fondsanlegern oft mit diesen verglichen.

Der kürzlich von "Bronze" auf "Silver" hochgestufte Fonds verlor im Jahresverlauf lediglich 2,2%. In absoluter Hinsicht lieferten Aktien, wie bei allen anderen Mischfonds, den größten negativen Performance-Beitrag, doch hat sich das aktive Management des Managers Klaus Kaldemorgen einmal mehr bewährt. Der Fonds begann das Jahr 2018 mit einer relativ geringen Netto-Aktienquote von 27% und die Marktkorrektur im vierten Quartal mit einem Nettoaktiengewicht von 33%. Der Manager erhöhte jedoch während der Marktschwächen im Januar und Oktober das Aktienengagement und reduzierte es in der Zwischenerholung wieder. Die starke Übergewichtung des Fonds im Technologie- und Gesundheitssektor im Vergleich zum MSCI World Index erwies sich ebenfalls als vorteilhaft.

Seit Jahresanfang kann sich die absolute Wertentwicklung des Fonds mit 4,4% ebenfalls sehen lassen, vor allem im Hinblick darauf, dass die Aktienquote im Fonds aufgrund seines Absolute-Return-Ansatzes eher im konservativen Bereich rangiert und selten über 40% des Fondsvermögens hinausgeht.


Die Analysen in diesem Artikel basieren auf unserem Tool für professionelle Anleger. Weitere Informationen zu Morningstar Direct erhalten Sie hier

Über den Autor

Barbara Claus

Barbara Claus  ist Senior Fondsanalystin bei Morningstar