Die Highlights der Indexwoche: ETF Times

Unsere Kolumne zu börsengehandelten Indexprodukten für die Woche 10. bis 17.2.2012

Gordon Rose | 17-02-12

Willkommen zu unserer neuen Ausgabe der ETF Times! In unserer wöchentlichen Publikation für Deutschland, Österreich und die Schweiz fassen wir die Highlights der Märkte zusammen. Wir stellen die Gewinner und Verlierer der Woche unter den in Europa gelisteten ETFs vor und geben einen Überblick über die neugelisteten Produkte in Europa.

 Marktbericht

Nachdem der Weg für das zweite Hilfspaket für Griechenland frei gemacht wurde, reagierten die Börsen zu Wochenbeginn positiv – insbesondere konnten Finanztitel profitieren. Unter gewaltsamen Protesten hat sich die griechische Regierung am Wochenende über Sparmaßnahmen in Höhe mehr als drei Milliarden Euro geeinigt. Trotz des zweiten Rettungspaketes von 130 Milliarden Euro gehen die Investoren davon aus, dass weitere Finanzhilfen nötig sein werden. Zudem hatte Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker Mitte der Woche bemängelt, nicht die geforderten Zusicherungen zur Umsetzung des Sparprogramms erhalten zu haben. Daher werde über eine Verschiebung des zweiten Rettungspakets weiter diskutiert. Die Situation bleibt also angespannt.

Gegen Ende der Woche kamen Gerüchte auf, dass europäische Regierungen die Zinsen für Notkredite für Griechenland senken werden. Zudem erwägt die Europäische Zentralbank (EZB), Ihre Bestände an griechischen Staatsanleihen gegen neue einzutauschen.

Diese Woche war wohl die Ratingagentur Moody’s an der Reihe, zum Rundumschlag auszuholen Sie drohte mit der Herabstufung von Frankreich, Großbritannien und Österreich. Darüber hinaus stufte Moody’s die Bonität von sechs EU-Ländern herunter, unter anderem die Spaniens und Italiens. Moody’s hat zudem ein Auge auf Finanzunternehmen geworfen und könnte die Bonität von 114 Banken in Europa herabzustufen. Es sind wohl die letzten Analysten der Ratingagentur aus dem Weihnachtsurlaub zurückgekommen!

Allen Unkenrufen zum trotz konnte Italien diese Woche erfolgreich Anleihen mit einer Laufzeit von drei und fünf Jahren und einem Volumen von 6 Milliarden Euro auf dem Markt platzieren.

Das ZEW-Konjunkturbarometer konnte für Februar kräftig um 27,0 Punkte auf 5,4 Zähler ansteigen. Es notiert damit erstmals wieder seit Mai 2011 im positiven Bereich. Es wird erwartet, dass die Konjunktur in Deutschland in der zweiten Jahreshälfte wieder mit leichtem Aufwind rechnen kann.

In Großbritannien ging die Inflation im Januar gegenüber dem Vormonat von 4,2% auf 3,6% zurück und markierte damit den niedrigsten Stand seit November 2010.

Außerdem gab es ein weitere Konjunkturdaten aus der Eurozone. Die Industrieproduktion der Euroländer ging im Dezember um 1,1% zurück. In der EU fiel die Produktion lediglich um 0.6%. Das Wirtschaftswachstum der Währungsunion ging im vierten Quartal 2011 um 0,3% zurück. Die deutsche Wirtschaft ist um 0,2% geschrumpft. Frankreich konnte jedoch überraschen und wuchs im letzten Quartal des Vorjahres um 0,2%.

In den USA stieg der Einzelhandelsumsatz im Januar um 0,4% und lag damit unter den Erwartungen von Analysten, die mit einem Plus von 0,7% gerechnet hatten. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sank indes um 13.000 auf 348.000, ein Tiefstand in den letzten vier Jahren. Der Immobilienmarkt überraschte mit einem Anstieg der Wohnhausbauten um 1,5% im Januar.

Die japanische Notenbank hat zudem diese Woche die Märkte mit einer geldpolitischen Lockerung positiv überrascht. Die Zentralbank kündigte den Kauf von weiteren Anleihen in Höhe von umgerechnet 100 Milliarden Euro an, um die Deflation und die starke Währung in den Griff zu bekommen. Insbesondere Finanztitel und Exportunternehmen konnten von dieser Maßnahme profitieren. Zudem hat die Bank ein neues Inflationsziel bekanntgegeben. Zukünftig strebt der Währungshüter eine Inflation von 1,00% an.

ETF Markt

Die ETF-Branche ist wohl der Meinung, dass es letztes Jahr genug Meldungen über ETFs gegeben hat und zurzeit jeder eher mit Griechenland beschäftigt ist. Daher gibt es auch diese Woche wieder wenig nennenswertes der ETF-Branche in Deutschland zu berichten.

Gewinner – Verlierer der Woche

 

Die Gewinnerliste der Woche spiegelt ein recht buntes Bild wider. Generell konnten asiatische Schwellenländer am besten Abschneiden. Aber auch zwei Volatilitäts-ETFs sind diese Woche - Dank des Auf und Ab der "griechischen Märkte" wieder unter den Gewinnern zu finden.

Unter den Verlieren zählen vor allem Industriemetalle, die weiterhin unter den Marktunsicherheiten und schwächeren Konjunkturdaten aus China leiden.

ETF Markt – Neuemissionen

Diese Woche gab es eine Reihe neuer Listings, insbesondere im Anleihenmarkt.

UBS hat neuen ETFs auf Staatsanleihen der USA und der Bundesrepublik Deutschland sowie auf europäische Unternehmensanleihen an die Deutsche Börse gebracht: Die UBS-ETFs auf Barclays Capital US Treasury Bonds sowie auf Markit iBoxx € Germany Indizes bieten dabei Zugang zu Bonds mit unterschiedlichen Laufzeiten.

Lyxor hat eine Reihe Sektor-ETFs in Paris an die Börse gebracht. Die Referenzindizes bestehen aus den Aktien des S&P 500 Index, unterteilt in die verschiedenen Sektoren.

Die Deutsche Bank hat eine Reihe Anleihen-ETFs in Italien auf den Markt gebracht. Dabei handelt es sich um ETFs auf italienische Staatsanleihen sowie vier Euro-Staatsanleihen-ETFs.