Kommentar: Selbst ist der Fondsmanager

Da die meisten aktiven Fondsmanager mit flexiblen Mischfonds nicht erfolgreich sind, sollten Anleger auf Nummer sicher gehen und ihren Aktien-Renten-Mix selbst in die Hand nehmen - mit ETFs. 

Gordon Rose 20.12.2012

In unserer großen Mischfondstudie konnten wir feststellen, dass nur wenige Fondsmanager der Kategorie „Flexible Mischfonds“ es schaffen, relativ zur Benchmark langfristig Mehrwert zu generieren (hier gelangen Sie zur Analyse). Zudem weisen die Fonds, die es schaffen, ihre Peer-Group outzuperformen, meistens die günstigsten Management-Gebühren aus. Das sind zwei Punkte, die Sie sich merken sollten.

Auch andere Untersuchungen haben immer wieder belegt, dass nur etwa ein Drittel der aktiven Fondsmanager es schafft, langfristig Mehrwert zu erzielen. Unter anderem ist dies auf die hohen Kosten von aktiven Fonds zurückzuführen. Die Fondsmanager müssen versuchen, die Gebühren jedes Jahr aufs Neue mit einer Outperformance „herauszuholen“. Die historische Rendite ist aber kein Maß für die zukünftige Performance. Dieser Zusatz bei den Fonds-Verkaufsprospekten kommt also nicht von ungefähr! 

Es wäre auch interessant zu sehen, ob die untersuchten Mischfonds konstante Volatilitäten aufweisen. Hierzu gibt es einige Studien, die nicht die Persistenz der Renditen untersucht haben, sondern die der Volatilität. Das Ergebnis: Im Gegensatz zur Rendite ist die historische Volatilität ein relativ guter Indikator für die zukünftige Volatilität. Es macht also Sinn, bei der Portfoliokonstruktion eher eine Zielvolatilität als Zielrendite zu definieren. (Im Kommentar meiner Kollegin Barbara Claus können Sie mehr Argumente pro aktives Management nachlesen.) 

Wenn man sich nun zusammenfassend anschaut, dass nur wenige flexible Mischfonds Mehrwert schaffen können, trotz oder wegen hoher Management-Gebühren, bleibt vielen Privatinvestoren als Ausweg ein statisches ETF-Portfolio als Lösung. Außerdem haben diverse Studien gezeigt, dass über die Zeit ca. 80% der Portfoliorendite durch die richtige Asset-Allokation generiert wird. Das aktive Eingreifen der Fondsmanager ist also nicht unbedingt zielführend. Vielmehr mindern die meisten hierdurch den Wert, anstatt Mehrwert zu schaffen.

Wir haben bereits in mehreren Artikeln Do-it-yourself-Anleitungen für Investoren veröffentlicht. In unserem Artikel „Bessere Bausteine braucht der Sparplan“ haben wir die Durchschnittsrendite von ausgewogenen Mischfonds mit der Rendite eines ETF-Portfolios Marke Eigenbau und einem ETF-Dachfonds miteinander verglichen. Das Ergebnis: Unser ETF-Portfolio hat die ausgewogenen Mischfonds mit einer annualisierten Rendite von 9% über 3-Jahre outperformt. Dabei kostet das ETF-Portfolio 0,34% pro Jahr, die Mischfonds hingegen im Schnitt 1,61% an Management-Gebühren.

Egal, wie man es also dreht und wendet, man kommt immer wieder zum selben Ergebnis: Für Privatinvestoren, die entweder nicht die Zeit oder das nötige Know-how haben aktive Fondsmanager zu finden, die konstant gute Renditen aufweisen, sind passive ETF-Portfolios langfristig meist die attraktiverer Lösung.

 

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Über den Autor

Gordon Rose  ist ETF-Analyst bei Morningstar.