Interview: „Nicht in Afrika zu investieren, wäre das falscheste überhaupt “

Ebola, Flüchtlingsdramen, radikalislamischer Terror, politische Umstürze: Afrika wird heute nur mit den großen Katastrophen unserer Zeit in Verbindung gebracht. Templeton-Fondsmanager Carlos von Hardenberg wehrt sich im Interview gegen diese einseitige Sicht der Dinge.

Ali Masarwah 17.10.2014
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Ebola, Flüchtlingsdramen, radikalislamischer Terror, politische Umstürze: Afrika wird heute ausschließlich mit den großen Katastrophen unserer Zeit in Verbindung gebracht. Doch das ist nur eine Seite der Medaille. Die großen volkswirtschaftlichen Wachstumsgeschichten finden zugleich in Afrika statt, und das spiegelt sich auch in den Aktienkursen wider. Seit Herbst 2011 hat der MSCI Nigeria um 33% zugelegt, der MSCI Kenia sogar um 57%. Pro Jahr, versteht sich. Zeit also, einen Kontrapunkt zu den Elendsgeschichten zu setzen und die immer noch glänzende Seite der Medaille zu zeigen. Wir sprachen mit Carlos von Hardenberg, Emerging Markets-Spezialist bei Franklin Templeton und Co-Manager der Fonds Templeton Africa und Templeton Frontier Markets, über Afrika-Investments. Er brachte am Rande des Gesprächs auch einen weiteren Aspekt ins Spiel. Auf die Frage, ob man heute angesichts der Krisen und Katastrophen überhaupt in Afrika investieren solle, kam die Antwort wie aus der Pistole geschossen: "Auf die Krisen Afrikas mit Geldabzug zu reagieren, wäre das falscheste, was man machen könnte!". 

Herr von Hardenberg: Die grassierende Ebola-Seuche, politische Instabilität in Ostafrika, Regimewechsel in Nordafrika. Lauern in Afrika heute nicht mehr Gefahren für Investoren als das sich Chancen verbergen? 

Carlos von Hardenberg: Nein, das sehe ich nicht so, auch wenn das anhand der Nachrichtenlage vielleicht erstaunen mag. Man muss sehen, wo Afrika vor 40, 50 Jahren stand. Es hat sich in den letzten zwei Dekaden unheimlich viel getan – sei es in Sachen Transparenz, politischer Stabilität oder wirtschaftlicher Entwicklung. Viele afrikanische Staaten haben nach ihrer Unabhängigkeit in den 1950-er und 1960er Jahren unglaublich turbulente Zeiten durchlebt, in vielen Staaten hat der ständige Wechsel zwischen den verschiedenen Militärjuntas und anderen korrupten Regimen das Wirtschaftsleben gelähmt. Vor diesem Hintergrund kommt man zu einer wohlwollenderen Bewertung der Lage heute. Die staatlichen Institutionen haben sich in vielen Ländern verfestigt, Demokratiebewegungen haben eine Chance. Dazu haben Fortschritte in der Informationstechnologie und die Verbreitung der sozialen Medien einen wichtigen Beitrag geleistet. Informationen gelangen schnell in abgelegene Regionen, und Missstände kommen heute schneller zutage, was wiederum die Machthaber diszipliniert. 

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Über den Autor

Ali Masarwah

Ali Masarwah  Ali Masarwah ist als Chefredakteur für die deutschsprachigen Anleger Websites von Morningstar verantwortlich.