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Morningstar Marktbarometer: Zyklische Aktien attraktiv bewertet

Zwischen Value-, Blend- und Grwoth-Aktien gibt es nach den Kursverlusten im Januar deutliche Unterschiede bei der Bewertung. Aus Sektorebene sind gerade bei zyklischen Titeln Schnäppchen zu finden.

Für Schnäppchenjäger gibt es inmitten der Kaskaden an schlechten Nachrichten eine gute Nachricht: Kursabschläge und hohe Volatilitäten an den Börsen schaffen Kaufgelegenheiten. Der Jahresauftakt 2016 hat unter den größten Aktienmärkten sämtliche Aktiensegmente oder –stile, egal ob Standardwerte oder Mid Caps, Value-Titel oder Wachstumsunternehmen ins Minus gerissen (lesen Sie hier mehr).

Viele Aktien notieren inzwischen deutlich unter ihren fairen Wert und damit unter das von uns kalkulierte Kurs zu Fair Value Verhältnis (K/FVV). Es handelt sich dabei um den aktuellen Aktienkurs geteilt durch die Schätzung des Substanzwerts des Unternehmens durch Morningstar. Ein Wert, der kleiner ist als eins, deutet auf eine Unterbewertung hin, während bei einem K/FVV größer als eins die Aktie überbewertet ist.

Blicken wir im zweiten Teil unseres monatlichen Marktbarometers nun auf die Bewertung der einzelnen Bestandteile unserer Neun-Felder-Matrix. In der unteren Grafik finden Sie das K/FVV in den einzelnen feldern gewichtet nach der Marktkapitalisierung der darin enthaltenen Unternehmen. Auf den ersten Blick fällt auf, dass per Ende Januar 2016  Value-Standardwerte deutlich unter ihrem fairen Wert notieren. Mit einem K/FVV von 0,87 schlagen die Abschläge am deutlichsten ins Kontor; Öl-, Autowerte und Banken finden sich unter den Value-Titeln. Unter den Werten mit den niedrigsten Bewertungen finden sich indes keine Energiekonzerne sondern Finanzwerte wie Standard Chartered (0,56), Banco Bilbao (0,50), Banco Santander (0,6) sowie der stark gebeutelte Autobauer Volkswagen (0,56).

PFVV januar 2016

In der Gesamtbetrachtung ebenfalls mit einem hohen Abschlag notieren Value-Aktien aus dem Small-Cap-Bereich (0,88). Auf Platz drei Folgen Value-Mid-Caps (0,91). Mittlerweile nahezu fair bewertet sind hingegen Growth-Aktien, deren K/FVV um den Wert von eins notiert. Eine Unterbewertung finden wir hier noch bei etwas weniger als der Hälfte der Unternehmen. In der Gesamtbetrachtung lag hier über alle Unternehmensgrößen das P/FVV im Dezember 2015 noch jeweils gut 0,04 bis 0,06 Punkte höher.

Auf Sektorebene schauen wir zunächst auf die übergeordneten Sektoren zyklische, sensitive und defensive Werte. Die Abschläge im Januar erwischten am stärksten zyklische Werte. Hier gaben vor allem Finanzwerte und Rohstoffunternehmen nach. Europäische Unternehmen aus diesen beiden Sektoren sind per Ende Januar 2016 auch am günstigsten bewertet, wobei Finanzwerte mit einem P/FVV von 0,81 am günstigsten daher kommen.

European Sectors Barometer Jan 2016

Defensive Titel machen hingegen ihrem Namen alle Ehre: Die beiden Sektoren Versorger und zyklische Konsumgüter sind mit -1,7% und -0,1% im Schnitt am wenigsten gefallen. Mit einem P/FVV von 0,97 und 1,03 notieren sie aber auch nur leicht unter beziehungsweise über der jeweils fairen Bewertung.

Ein gemischtes Bild ergibt sich bei sensitiven Sektoren. Kommunikationswerte und Energietitel verzeichneten im vergangenen Monat ein relativ moderates Minus von 2,4% bis 2,8% und notieren ebenfalls nahezu bei ihrer fairen Bewertung. Industrieunternehmen und IT-Werte mussten mit 4,4% bis 4,8% deutlicher nachgeben. Folgerichtig notieren gerade Erstgenannte mit einem P/FVV von 0,93 stärker unter ihrem fairen Wert.

 

Über den Autor

Michael Haker und Fernando Luque  Michael Haker ist Research Editor bei Morningstar in Frankfurt, Fernando Luque ist Senior Financial Editor bei Morningstar in Spanien.