Outperformance-Serien sind für Anleger gefährlich oder Vorsicht vor der Bill Miller-Falle

Auch wir blicken regelmäßig auf die Performance-Bilanzen von Fonds. Das sollten Anleger allerdings dazu nicht verleiten, Unmögliches von aktiven Fondsmanagern zu verlangen. Wir zeigen Ihnen, wann es schädlich sein kann, eine allzu enge Taktung bei der Performance-Messung vorzunehmen. Und warum liquidierte Fonds in jede Erfolgsberechnung gehören.

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Den erfahrenen Anlegern wird der Name Bill Miller noch ein Begriff sein. Der Legg-Mason-Fondsmanager schaffte das Kunststück, mit dem ClearBridge Value Trust ab 1990 sage und schreibe 15 Jahre lang, Jahr für Jahr, den S&P 500 zu übertreffen. Fast schon überflüssig zu erwähnen, dass Bill Miller zur Investmentlegende hochstilisiert wurde. Doch danach kam ein tiefes Tal für die Anleger im ClearBridge Value Trust. Ab 2006 verlor der Fonds massiv, 2011 kündigte Miller seinen Rücktritt an. „Mit der Zeit ist Miller zu sehr zum Visionär geworden und war deshalb sehr tolerant gegenüber hohen Bewertungen“, so der lakonische Kommentar meines US-Kollegen Russel Kinnel seinerzeit. Und weiter: „Millers Prognosen waren schlicht zu unpräzise. Das hat dem Fonds sehr geschadet, zumal er bei Kursverlusten häufig kräftig nachkaufte“.

Was hat der Bill Miller-Fonds, der nicht einmal in Europa zum öffentlichen Vertrieb zugelassen ist, mit dem europäischen Fondsmarkt zu tun? Nun, sehr viel, denn er sagt viel über die Erwartungen an aktives Fondsmanagement aus. Viele Anleger fordern, dass aktiv verwaltete Fonds Jahr für Jahr ihre Benchmark übertreffen. Schaffen sie es, wird der Fondsmanager hochgejubelt, und mit jedem erfolgreichen Jahr eines Fonds werden immer mehr Anleger angelockt.

Doch wie wahrscheinlich ist es, den sprichwörtlichen Bill Miller in vollem Lauf zu erwischen und mit ihm jedes Jahr große Performance-Parties zu feiern? Wir haben uns auf die europäischen Bill Millers gemacht und nachgerechnet, wie realistisch die Hoffnung auf jährliche Outperformance in der Vergangenheit war. Wir starten unser Experiment am 1. Januar 2010. Wir haben per Ende 2009 6.080 aktiv verwaltete Fonds europaweit in den wichtigsten Fondskategorien gefunden. Von diesen Fonds schafften es 2.489 Produkte, ihren jeweiligen Kategorie-Index im Jahr 2010 zu übertreffen. Von diesen Fonds gelang es nur noch 667 Vehikeln, auch 2011 den Vergleichsindex zu schlagen. Sie ahnen, wie es nun weitergeht. Die Zahl der Outperformer schmolz bis Ende 2015 Jahr für Jahr dahin wie ein Schneemann in der Sonne. Per Ende 2015 blieben ganze 65 Fonds aus der ursprünglichen Gruppe von 6.080 Produkten übrig. Nur rund 1% hatten es Jahr für Jahr geschafft, den Vergleichsindex zu übertreffen, wie die untere Grafik zeigt.

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Über den Autor

Ali Masarwah und Michael Haker  Ali Masarwah ist Chefredakteur von Morningstar Deutschland, Österreich und Schweiz; Michael Haker ist freier Mitarbeiter von Morningstar in Frankfurt