Die Nominierungen für die Fonds-Award 2019 „Outstanding Investment House“

Am 14. November werden am Rande der Morningstar Investment Conference in Paris drei Awards für besondere Leistungen im aktiven Fondsmanagement vergeben. Die Nominierungen für das „Outstanding Investment House“. 

Ali Masarwah 21.10.2019

Am Rande der Morningstar Investment Conference in Paris werden am 14. November die paneuropäischen Fonds-Awards vergeben. Es werden Preise in folgenden drei Kategorien vergeben: „Outstanding Portfolio Manager“, „Rising Talent“ und „Outstanding Investment House“. Die Gewinner dieser Auszeichnungen werden vom europäischen Manager Research Team von Morningstar nominiert und ausgewählt. 

Für den Award „Outstanding Investment House“ wurden drei Kandidaten nominiert. Unsere Fonds-Analysten haben drei Häuser nominiert, die hervorragende langfristige Ergebnisse für Investoren erzielt haben und nachweislich die Interessen ihrer Kunden über die eigenen stellen. Die Kandidaten für die Auszeichnung müssen ein Morningstar Parent Rating „Positive“ haben, was sowohl auf eine anlegerorientierte Unternehmenskultur als auch auf eine ausgezeichnete Betreuung der Fonds/Mandate hinweist. Es handelt sich also um Häuser, die ihre fiduziarischen Pflichten ernst nehmen.  

Die zu prämierenden Fondshäuser können überall auf der Welt angesiedelt sein; die Fonds, die sie bewirtschaften, müssen allerdings in mindestens zwei europäischen Ländern zum Vertrieb zugelassen sein. Nachfolgend stellen wir Ihnen die Nominierungen zum „Outstanding Investment House“ vor. 

Kempen Capital Management

Kempen Capital Management (KCM) ist ein hervorragendes Beispiel für einen qualitativ hochwertigen Asset Manager – aus Anlegersicht. KCM ist die Vermögensverwaltung von Kempen & Co, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Van Lanschot Kempen N.V. KCM ist auf mehrere Nischen spezialisiert, für die es starke Fonds im Angebot hat. Als da wären Dividendenstrategien, EUR-Unternehmensanleihen und Fonds für niederländische Aktien. Diese Produkte zählen aus unserer Sicht zu den besten Optionen für Investoren. 

Auch wenn KCM typischerweise auf bewährte Strategien setzt, so hat das Haus punktuell Spezialisten neu eingestellt, um den thematischen Fokus zu erweitern. So gescheien im Bereich alternative Investments.

In der Vergangenheit gab es allerdings auch Probleme mit der Performance im Immobilienbereich und bei Nebenwerte-Strategien; die Teams und Prozesse wurden aber angemessen restrukturiert. Das hat sich für seine Immobilienfonds ausgezahlt, aber die Wirksamkeit der erneuerten europäischen Small-Cap-Strategie ist noch nicht erwiesen.

Insgesamt schätzen wir die Teams bei KCM. Die meisten Portfoliomanager sind in die von ihnen verwalteten Fonds investiert, und ein Teil ihrer variablen Vergütung fließt in einen Pool von KCM-Fonds. Obwohl die variable Vergütung der Fondsmanager teilweise Ermessenssache ist, werden die drei- und fünfjährige Performance-Bilanzen mit einbezogen, was die Interessen der Portfoliomanager mit denen der Anleger in Einklang bringt. Das Unternehmen erhebt angemessene Gebühren; Skaleneffekte werden teilweise an Investoren weitergegeben. Das Kapazitätsmanagement der Fonds war bisher vorbildlich.

T. Rowe Price

Qualität setzt sich durch – auch im aktiven Fondsmanagement. T. Rowe Price ist ein Beispiel für einen erstklassigen Vermögensverwalter, dessen Erfolg auf seinem fundamentalen, Research-basierten aktiv verwalteten Fonds basiert. Die Fondsmanager zeichnen sich durch Erfahrung und eine lange Verweildauer im Unternehmen aus. Findet einmal ein Fondsmanager-Wechsel statt, ist er in der Regel gut geplant. Die Kosten der Fonds sind angemessen, und das Management achtet auch darauf, dass die Fondsstrategien nicht zu groß werden.

Bei T. Rowe Price haben sich viele Top-Führungskräfte, darunter auch CEO Bill Stromberg, aus den Reihen der Analysten hochgearbeitet. Das trägt dazu bei, den Fokus auf den Erfolg der Strategien zu legen, auch in Zeiten, in denen das Unternehmen seine Vertriebsbasis zunehmend außerhalb der Vereinigten Staaten ausbaut und seine Technologieressourcen stärkt.

Zuletzt ist das Multi-Asset-Team gewachsen, was die Bedeutung des Themas Asset-Allocation für das Unternehmen widerspiegelt. Trotz des harten Gegenwinds für aktive Manager, vor allem im Heimatmarkt USA, bleibt T. Rowe ein Kompetenzzentrum im Bereich USA-Aktien und auch bei international ausgerichteten Aktienfonds. Auch Fixed Income ist ein Bereich, den man beobachten sollte, auch wenn es dem Renten-Team bei einigen Kernstrategien noch nicht gelungen, sich auszuzeichnen. Zudem muss sich das Unternehmen im Bereich Alternatives noch bewiesen.

Unigestion

Unigestion ist ein unabhängiger Vermögensverwalter, der sich teilweise im Besitz seiner Mitarbeiter befindet und seinen Hauptsitz in Genf hat. Das Unternehmen hat sein Kerngeschäft in den Bereichen Private Equity, Alternatives, Multi-Asset- und Aktienfonds, wobei letztere die Hälfte des verwalteten Vermögens ausmachen. Unigestion hat in den vergangenen Jahren versucht, die Vermögensbasis zu diversifizieren, ist aber seinen Werten treu geblieben. 

Das Unternehmen verfügt über eine starke Investmentkultur, die auf einem robusten Risikomanagement-Prozess basiert, der bei allen Fonds und Mandaten Anwendung findet. Langfristig sind insbesondere die Aktienfonds des Unternehmens erfolgreich. 

Erfreulich ist auch, dass das Investmentteam verstärkt wird, wenn neue Strategien eingeführt werden. In den vergangenen Jahren hat es einige Abgänge im Aktienteam gegeben, aber die Auswirkungen auf die Fonds waren begrenzt, da Teamarbeit bei Unigestion großgeschrieben wird. Jüngste Rekrutierungen zeigen, dass Unigestion immer noch in der Lage ist, Talente anzuziehen. 

Ein weiteres Plus ist die Vergütungsstruktur, die dazu beiträgt, die Interessen des Teams mit denen der Investoren in Einklang zu bringen. Allerdings glauben wir, dass die Bonusstruktur durch eine Verlängerung des Bemessungszeitraums über drei Jahre hinaus weiter verbessert werden könnte. Das Kapazitätsmanagement ist beispielhaft, da für jede Strategie bei der Einführung eine maximale Größe festgelegt, den Kunden mitgeteilt und regelmäßig überprüft wird. Ein solches Maß an Transparenz sieht man im Asset Management leider nur selten.

*Dieser Artikel basiert auf den Morningstar Analyst Reports, welche die Grundlage der Morningstar Analyst Ratings der genannten Fonds sind. Die Ratings wurden von Mathieu Caquineau und Jeffrey Schumacher vergeben.

 

 

Über den Autor

Ali Masarwah

Ali Masarwah  Ali Masarwah ist als Chefredakteur für die deutschsprachigen Seiten von Morningstar verantwortlich.