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Aufgepasst Berater, MiFID II definiert „Gutes Geld“ neu!

Dank der Finanzmarkt-Richtlinie ändert sich die Art, wie Beratung stattfinden muss.

Catherine Elliott 04.07.2022
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ESG Superhero

MiFID II ist sehr weitreichend und betrifft den Schutz der Anleger, die Transparenz der Ge-bühren, die internen und externen Kontrollen, die Struktur des Marktes – und bald die Nach-haltigkeit.

Die Verordnung ist bereits seit einigen Jahren in Kraft und verpflichtet Finanzunternehmen, ihre Beratung und ihre Vermögensverwaltung anzupassen und ihr Engagement für den Schutz der Anleger und für ein Höchstmaß an Transparenz auch zu dokumentieren.

Ab dem 2. August dieses Jahres rücken jedoch Änderungen der Richtlinie die Nachhaltigkeitsas-pekte in den Mittelpunkt. Fortan müssen Investmentgesellschaften Nachhaltigkeitsrisiken bei allen Entscheidungsprozessen berücksichtigen und bei der Finanzberatung die Nachhaltigkeitspräferenzen ihrer Kunden im Rahmen des Eignungsprozesses abfragen.

Auch wenn die Neuerungen den Finanzexperten und dem Due-Diligence-Verfahren weitere Verpflichtungen auferlegen sollten, stehen sie doch glücklicherweise im Einklang mit der steigenden Nachfrage der Kunden nach nachhaltigen Investments.

Ob es der jüngste Dokumentarfilm von David Attenborough ist oder ein durch Corona gestärktes gesellschaftliches Bewusstsein, die Menschen haben sich Nachhaltigkeitsfragen gegenüber geöffnet und nutzen ihre Kaufkraft, um Unternehmen zu unterstützen, die einen positiven Impact auf die Umwelt haben.

 

Wo anfangen? Motivationen und ESG-Ansätze

In der Regel sind Kunden bereits mit Nachhaltigkeitspraktiken vertraut, da es erhebliche Überschneidungen mit den Entscheidungen gibt, die sie in ihrem täglichen Leben treffen. Die Einbeziehung von Nachhaltigkeit in den Anlageprozess muss daher gar nicht kompliziert sein. Ein guter Ausgangspunkt ist ein Blick auf die verschiedenen Motivationen und Ansätze für nachhaltiges Investieren, wie sie im Morningstar Sustainable Investment Framework beschrieben sind.

Falls es nicht ohnehin offensichtlich war: Umgesetzt und gesteuert werden kann nachhaltiges Investieren durch die Anwendung von Ausschlüssen, die Begrenzung von ESG-Risiken, die Suche nach ESG-Chancen, das Praktizieren eines aktiven Aktionärstums, die Ausrichtung auf Nachhaltigkeitsthemen und die Bewertung des Impacts.

Ausschlusskriterien anzuwenden bedeutet beispielsweise, Aktien oder Sektoren auszu-schließen, die der Gesellschaft oder der Umwelt schaden. Zu den üblicherweise ausge-schlossenen Branchen gehören unter anderem Tabak, Alkohol, Glücksspiel, Pornografie, Handfeuerwaffen sowie umstrittene Waffen wie etwa Streumunition.

ESG-Risiken begrenzen, bezieht sich dagegen auf die Verwendung von ESG-Informationen – in der Regel in Form von ESG-Ratings – und bewertet das ESG-Risiko eines Portfolios als Teil von dessen Gesamtrisiko.

Viele Fonds rühmen sich inzwischen für ihre Kombination all dieser Investmentstile. Wichtig ist, jene Anlagelösungen zu finden, die den Präferenzen der Kunden am nächsten kommen, und gleichzeitig ihre Anlage- und Sparziele sowie ihre Risikobeschränkungen zu erfüllen. Das führt zum nächsten Punkt: Welche Fragen sollten Berater ihren Kunden stellen, um deren Nachhaltigkeitspräferenzen besser zu verstehen?

Die folgenden Fragen können helfen, die Gespräche mit Kunden zu strukturieren, um geeignete Ratschläge und Anlageempfehlungen geben zu kön-nen.

 

„Wollen Sie sich auf das "E" konzentrieren?“

Das E für Environment bezieht sich in der Regel auf Klimawandel und Ressourceneffizienz. Anleger können etwas bewirken, wenn sie Sektoren oder Aktivitäten ausschließen, die sich am schädlichsten auf den Planeten auswirken, etwa Unternehmen, die in der Kohle- und Öl-förderung oder der Luftfahrt tätig sind.

 

„Wollen Sie Ihren CO2-Fußabdruck verringern?“

Es ist zwar möglich, Daten zu Kohlenstoffemissionen zu analysieren und sie mit entspre-chenden Benchmarks oder anderen Investments zu vergleichen, aber auch mit dem Morningstar Carbon Risk Score können Anleger herausfinden, wie hoch das CO2-Risiko ihres Portfolios ist.

Dieses Risiko entsteht meist dann, wenn ein Unternehmen – sei es beim Transport, dem Ge-schäftsbetrieb oder in der Lieferkette – zu stark von fossilen Brennstoffen abhängig ist. Ein gutes Beispiel ist die Kunststoffindustrie. Außerdem kann ein CO2-Risiko auftreten, wenn ein Unternehmen an der Förderung, dem Verkauf und dem Vertrieb fossiler Brennstoffe beteiligt ist.

 

„Sind Sie besorgt über ESG-Risiken?“

Es gibt viele Beispiele, wie schlechte Umwelt- und Sozialpraktiken Investmentrisiken verursachen können, Aber auch eine schlechte Unternehmensführung kann negative finanzielle Auswirkungen haben.

Die Folgen einer schlechten Unternehmensführung können sein: Korruption, überlastete Vor-stände, überbezahlte Führungskräften, unterqualifiziertes Personal, das in der Firmenhierar-chie zu hoch aufsteigt, und ein allgemeiner Mangel an Diversität. Jedes der Probleme kann zu kostspieligen Rechtsstreitigkeiten, staatlichen Sanktionen, Geldstrafen oder schlechter Leistung führen.

Das ESG-Risiko eines Kundenportfolios kann mit Hilfe des Morningstar ESG Risk Score be-wertet, die besten Anlagelösungen innerhalb der Morningstar-Kategorien mit Hilfe des Morni-ngstar Sustainability Ratings identifiziert werden.

 

Morningstar kann helfen

Die bevorstehenden Änderungen der MiFID II-Richtlinie stellen Berater vor die herausfordernde Aufgabe, Nachhaltigkeitsdaten zu sammeln und für ihre Kunden aufzubereiten. Zudem können sich die ESG-Ziele eines Anlegers von denen eines anderen komplett unterscheiden. Um all diesen (möglicherweise widersprüchlichen) Ambitionen gerecht werden zu können, braucht es eine Diversifizierung von Investmentlösungen und Beratung.

Damit Berater die neuen Anforderungen meistern, steht ihnen Morningstar mit einem umfangreichen Angebot an Nachhaltigkeitslösungen, Research und Ratings zur Seite. Um herauszufinden, welche Änderungen MiFID II bringt und wie Sie sich darauf vorbereiten, können Sie sich unseren kostenlosen Leitfaden herunterladen: Die Nachhaltigkeitspräferenzen Ihrer Kunden verstehen (Englisch).

 

Die Nachhaltigkeitspräferenzen Ihrer Kunden verstehen

Laden Sie den kostenlosen Leitfaden hier herunter

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Über den Autor

Catherine Elliott  ist Redakteurin bei Morningstar