ComStage jagt die Wasserschlange

ComStage bietet den ETF auf chinesische Aktien mit den günstigsten Handelskosten für europäische Investoren. Der Morningstar ETF-Spread-Bericht.

Gordon Rose 15.02.2013

Die chinesische Wirtschaft hat in den letzten Jahren unter der schwächelnden Weltwirtschaft gelitten, konnte sich in letzter Zeit aber immer besser erholen; auch Dank besserer Wirtschaftsdaten der Industriestaaten. Das Jahr 2012 hat für China ist versöhnlich ausgeklungen, nachdem es schwach angefangen hatte. In den ersten 11 Monaten des vergangenen Jahres ist der chinesische Aktienmarkt um über 10% eingebrochen. Im Dezember dann die Erholung - der CSI 300 Index schoss 15% in die Höhe. Die Rally setzte sich ins neue Jahr fort und der Aktienmarkt legte in den ersten Wochen nochmals um fast 8% zu (Stand 13.02.2013).

Seit dem 10. Februar befinden wir uns laut dem chinesischen Kalender im Jahr der Wasserschlange. In der chinesischen Philosophie repräsentiert Wasser Intelligenz, Weisheit und Flexibilität. Februar 1953 war das letzte Jahr der Wasserschlange und der damalige Vorsitzende Mao Zedong führte einen 5-Jahresplan ein, um die chinesische Industrie anzukurbeln. Demnach wurden jeder Fabrik und Mine Produktionsziele vorgegeben und ein Verfehlen dieser Ziele war gleichbedeutend mit Versagen. 1953 war zudem das Jahr, indem alle Privatunternehmen verstaatlicht wurden. 60 Jahre später schaut das Bild etwas anders aus. Zwar gibt es immer noch zahllose staatliche Unternehmen, jedoch gibt es immer mehr Privatunternehmen, an denen sich ausländische Investoren beteiligen können. ETFs bilden hierzu eine sehr gute Möglichkeit und unser Spread-Bericht hilft Ihnen, die Kosten dabei gering zu halten.

Die Management-Gebühren sind bei den ETF-Kosten das Eine. Das andere sind die Gebühren, die beim An- und Verkauf anfallen, die Spreads. Gerade bei illiquiden Märkten fallen häufig relativ hohe Kosten an. Wir haben schon häufiger darauf hingewiesen, dass Anleger neben der Management-Gebühr diese häufig übersehene Kostenkomponente beachten sollten (lesen Sie hier mehr).

Insgesamt gibt es 13 Produkte, die den chinesischen Aktienmarkt abbilden. Dabei greifen die Anbieter auf verschiedenste Indizes zurück.

Die Details der Indexzusammensetzung beachten

Der Hang Seng China Enterprise Index (HSCEI) bildet die 40 größten so genannten H-Aktien von Unternehmen an der Börse Hongkong ab. H-Aktien sind in der Volksrepublik China eingetragen und in Hongkong gelistet. Im Vergleich zu A-Aktien, dürfen internationale Investoren diese Anteilsklasse unbegrenzt handeln. Der FTSE 25 Index bildet die 25 größten H-Aktien und Red Chips ab. Bei Red Chips Aktien handelt es sich um Unternehmen, die außerhalb der Volksrepublik China eingetragen sind, aber mindestens die Hälfte ihres Einkommen auf dem chinesischen Festland generieren und mindestens 30% der Aktien in Besitz von chinesischen Unternehmen sind. Der MSCI China bildet wiederum 10 Sektoren mit über 500 Aktien ab und repräsentiert dadurch ca. 85% der Marktkapitalisierung des investierbaren chinesischen Aktienmarktes. Beim CSI 300 Index handelt es sich um ein Joint Venture zwischen der Shanghai Stock Exchange und der Shenzhen Stock Exchange. Der Index besteht aus den 300 größten A-Aktien beider Börsen. Investoren sollten also genau darauf achten, worauf sie mit einem China-ETF setzen wollen.

Aber auch bei den Handelskosten gibt es große Unterschiede. In den 30 Handelstagen vom 03. Januar bis 13. Februar weist der ComStage ETF HSCEI I Cap mit 11 Basispunkten den engsten Spread auf. Interessant dabei ist, dass der ETF mit €16,2 Millionen an verwaltetem Vermögen derzeit das kleinste Produkt auf dem Markt ist. Der größte ETF kommt vom französischen Anbieter Lyxor. Der Lyxor ETF China Enterprise (HSCEI) A rangiert mit 14 Basispunkten auf dem zweiten Platz. Danach klafft dann schon eine etwas größere Lücke zu iShares. Der irische iShares FTSE China 25 weist bereits einen Spread von 22 Basispunkten auf, dicht gefolgt von dem in Deutschland ansässigen Produkt mit 23 Basispunkten.

Tabelle: Nicht alle China-ETFs haben günstigste Handelskosten 

Auf den weiteren Plätzen geht es dann Schlag auf Schlag. Vom db x-trackers FTSE China 25 mit 24 Basispunkten auf dem fünften Platz bis zum letzten Platz, der auch vom Deutschen Bank Ableger mit einem Spread von bereits 57 Basispunkten belegt wird.

Der Verlauf der Spreads ist jedoch wenig verwunderlich. So sind Produkte mit den kleinsten Indizes und den liquidesten Bestandteilen (H-Aktien) auch die günstigeren Produkte. Die Handels- und Hedgingkosten spiegeln sich ebenfalls in den Spreads wieder. Wer also einen größeren Teil des chinesischen Aktienmarktes haben möchte, muss bei den Spreads tiefer in die Tasche greifen.

Neben der Indexauswahl sollten Investoren auch bei der Kostenanalyse genau hinschauen. Der iShares FTSE China 25 hat zwar mit den engsten Spread, verlangt aber gleichzeitig mit Abstand die höchsten Management-Gebühren. Bei einer angenommenen Haltedauer von einem Jahr (konstante Spreads vorausgesetzt) befinden sich die Produkte von iShares nur noch im Mittelfeld. ComStage bleibt hingegen weiterhin das günstigste Produkt. Der Vergleich lohnt sich also.

 

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Über den Autor

Gordon Rose  ist ETF-Analyst bei Morningstar.