Viele Bondfonds sind geborene Versager

Unsere globale Untersuchung zu den wichtigsten Rentenfondskategorien zeigt, dass viele aktiv verwaltete Produkte schlicht zu teuer sind. In Europa trüben zudem die zahlreichen Fondsschließungen die Erfolgsbilanz. Bei der Frage „Aktiv oder Passiv“ kommt es indes vor allem auf den Zielmarkt an.

Nach Kosten ist die Suche nach erfolgreichen Rentenfonds nicht unähnlich einer Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Wie unsere Langfristuntersuchung des Rentenfondsmarkts zeigt, hat der typische aktive Fondsmanager Mühe, die Benchmark nach Kosten zu übertreffen. Dieser Befund ist ernüchternd, aber er sollte nicht automatisch zur passiven Alternative führen: Denn auch wenn kostengünstige passive Optionen im Fixed-Income-Raum immer leichter verfügbar werden, müssen die Anleger in der Lage sein, die relativen Vorzüge von aktiven und passiven Rentenfonds zu beurteilen, um fundierte Anlageentscheidungen zu treffen. 

Wie hoch sind die Chancen eines Anlegers, einen aktiven Fonds zu wählen, der seine Benchmark nach Kosten übertreffen könnte? In welchen Kategorien ist es besser, auf eine kostengünstige passive Option zu setzen? Um diese Fragen zu beantworten, haben wir die 25 wichtigsten Rentenfonds-Kategorien zwischen Januar 2002 und Oktober 2017 untersucht. Die Studie hat unsere Kategorien für Asien und Afrika (EAA) sowie USA-relevante Kategorien zum Gegenstand.

Wie die untere Grafik zeigt, ist der Median der aktiven Fondsmanager in manchen Kategorien zwar in der Lage, vor Kosten die Benchmark zu schlagen. Das ist etwa der Fall bei Fonds für GBP und EUR Unternehmensanleihen, Schwellenländer-Unternehmensanleihen und globalen Rentenfonds. Nach Berücksichtigung von Gebühren fällt der Medianfonds in jeder Kategorie deutlich hinter die Benchmark zurück. 

Bei manchen Fondskategorien liegt der Median der Fonds schon vor Kosten so weit hinter der Benchmark, dass man im Grunde von einem programmierten Scheitern sprechen kann. Das ist der Fall bei Kategorien, die auf diversifizierten Rentenmärkten investieren. Hier schneiden teure Fonds besonders schlecht ab. Doch auch in volatilen Kategorien, etwa bei Fonds für Schwellenländer-Bonds führen prohibitive Kosten dazu, dass die eigentlich guten Erfolgsaussichten für aktive Manager deutlich geschmälert werden. 

Grafik: Was vom Brutto übrigblieb: Rollierende 3-Jahres-Outperformance 2002-17

Die Studie kommt zusammengefasst zu diesen Schlussfolgerungen: 

  • Der wichtigste Grund für die chronische Underperformance von Rentenfonds gegenüber ihren Vergleichsindizes ist die Auswirkungen von Gebühren. Wie in der oberen Grafik dargestellt, waren die Median-Renditen nach Abzug der Gebühren in allen 25 Kategorien negativ;
  • Ein weiteres Problem ist die hohe Fondssterblichkeit. Bezieht man die liquidierten Fonds in die Rechnung ein, dann sinkt die Erfolgsquote erheblich. So liegt der Anteil der Fonds, die überleben und ihre Benchmark übertreffen je nach Kategorie zwischen neun 49 Prozent, wie die untere Grafik zeigt;
  • Allerdings: Es gibt große Unterschiede zwischen den Kategorien. Wir unterscheiden drei Gruppen: Solche, die sich in einem engen, einem moderaten und einem weiten Radius gegenüber der Benchmark bewegen;
  • In den Kategorien, in denen die Dispersion der Ergebnisse gering ist und der Median-Fonds dazu tendiert, sich im Einklang mit der Benchmark zu entwickeln, bieten sich kostengünstige passive Alternativen an. Das gilt für die europäischen Kategorien EUR Renten diversifiziert, EUR Staatsanleihen, GBP Staatsanleihen und USD Renten diversifiziert;
  • Kategorien, in denen die Ergebnisse breiter gestreut sind, sind potentiell ein lukrativeres Feld für aktive Manager, allerdings stellt die breite Dispersion zwischen den besten und den schlechtesten aktiven Fonds den Investor vor Herausforderungen. Das betrifft Kategorien wie USD Unternehmensanleihen und GBP Unternehmensanleihen;
  • In volatilen Märkten, in denen die Transaktionskosten besonders hoch sind, haben sich sowohl aktive Fonds als auch ETFs schwergetan. Bei letzteren schlagen die Transaktionskosten besonders zu Buche. Bei diesen Kategorien bieten aktiv verwaltete Fonds die besseren Chancen, aber das erfordert eine sorgfältige Fondsauswahl und - auch bei den Aktiven! - eine klare Fokussierung auf die Gebühren;
  • Die Fondssterblichkeit belastet die Erfolgsquoten erheblich: In den vergangenen fünf Jahren haben je nach Kategorie zwischen 39 und 94 Prozent der Fonds überlegt. Das ist ebenfalls eine Herausforderung für Investoren, die sich aktiv verwaltete Rentenfonds entschieden haben.

Grafik: Die Success Ratio in rollierenden 3-Jahresperioden 2002-2017 

 

Die Studie „Finding Bond Funds That Can Beat Their Benchmarks After Fees” können Sie hier bestellen.

 

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Morningstar Analysts   -