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Hoher Kostensockel belastet Fonds-Performance

Ungeachtet eines leichten Rückgangs 2011 sind die laufenden Kosten von Fonds unverändert hoch/Morningstar-Analyse des deutschen Fondsmarkts. 

Ali Masarwah 11.07.2012
Hohe Fondskosten sind Performance-Killer par excellence! Sowohl die akademische Literatur als auch unsere eigenen Auswertungen bei Morningstar haben wiederholt ergeben, dass die Kosten eines Fonds einen wichtigen Indikator für seine künftige relative Performance darstellen. Unsere Kollegen von Morningstar in den USA haben beispielsweise herausgefunden, dass die günstigsten 20% der Aktienfonds für US-Standardwerte mit einer 2,5-fach höheren Wahrscheinlichkeit eine überdurchschnittliche Performance erwirtschaften als Fonds aus dem teuersten Quintil. Bei Rentenfonds liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Fonds mit günstigen laufenden Kosten höhere Renditen liefern als teure Fonds noch deutlich höher, nämlich beim Faktor 7! Grundlage dieser Untersuchung war keine Simulation, sondern reale Fondsperformance-Daten für einen zehnjährigen Zeitraum. 

Aufgrund ihrer großen Bedeutung für Anleger fließen die Fondskosten auch in unsere qualitativen Fondsbewertungen ein: Unsere Morningstar Analyst Ratings fußen auf den 5 Säulen, die wir als maßgebliche Faktoren für die Beurteilung eines Fonds identifiziert haben: People (Fondsmanagement), Process (Investmentstrategie), Parent (Fondsgesellschaft), Performance (konsistente Wertentwicklung) und – last but not least – Price (Kosten eines Fonds). Einen Überblick über die Methodologie unserer Ratings finden Sie hier. 

Um die Entwicklung der Fondskosten am Fondsmarkt in Deutschland einzuschätzen, haben wir die laufenden Kosten von Publikumsfonds unter die Lupe genommen. Weil die Management-Gebühr nur einen Teil der laufenden Kosten eines Fonds ausmacht, haben wir uns auf die Gesamtkostenquote konzentriert, die in den Jahresberichten der Fonds erfasst ist. Wir haben alle Fonds, die in Deutschland zum Vertrieb zugelassen sind – nicht volumengewichtet - in der Untersuchung berücksichtigt und dabei auch multiple Tranchen eines Fonds erfasst. Mit eingeflossen sind auch die Daten liquidierter und fusionierter Fonds, um den so genannten „Survivorship Bias“ zu vermeiden und so ein möglichst realistisches Bild des Gesamtmarkts zu vermitteln. Offene Immobilienfonds haben wir wegen ihrer spezifisch (deutschen) Natur und relativ kleinen Zahl nicht erfasst, ebenso wie Garantiefonds, die fixe Laufzeiten haben und deren Liquidierung ein anderer Sachverhalt zugrunde liegt als bei den üblichen, wirtschaftlich motivierten Fondsschließungen. Geldmarktfonds haben wir nicht in die Gesamtmarktdaten einfließen lassen, sondern nur im Zuge der Auswertung der einzelnen Fondskategorien erfasst. Quelle der Recherche war unser Researchtool Morningstar Direct. Dabei wurden insgesamt 37.971 Datensätze erfasst und ausgewertet.

Die Ausgangslage: Grundtendenz teuer, Perspektiven unklar

Die über längere Zeit valide These, wonach die Fondskosten unaufhörlich steigen und die Fonds-Performance immer stärker belasten, kann von unserer Auswertung nur teilweise bestätigt werden. Unsere Gesamtmarktauswertung fördert zutage, dass die Fondskosten von 2007 bis 2009 gestiegen sind, 2010 auf hohem Niveau verharrten und seitdem leicht gesunken sind. Beliefen sich die laufenden Kosten 2007 bei durchschnittlich 1,52%, so lag die Kostenquote 2010 bereits im Schnitt bei 1,64%. 2011 sanken die Kosten auf 1,58%, wie aus unserer Tabelle hervorgeht. 

Tabelle: Die Kosten von Fonds im Überblick



Ohne Berücksichtigung der über die Zeit vom Markt verschwundenen Fonds liegen die Fondskosten im Durchschnitt einen Tick niedriger, wie aus der zweiten Zeile der Tabelle hervorgeht. Deutlich höhere Kosten weisen indes Fonds mit Performance Fees – Zeile 3 - auf. Die Unterschiede zu Fonds ohne zusätzliche Erfolgsvergütung sind erheblich. Betrugen die laufenden Kosten bei diesen Fonds im Jahr 2007 noch im Schnitt 1,78%, stiegen sie seitdem kontinuierlich weiter an. Im Jahr 2010 erreichten Fonds mit Performance Fees laufende Kosten von durchschnittlich 2,17%, die im Jahr darauf auf 1,9% zurückgingen. 

Leider verhält es sich dabei nicht grundsätzlich so, dass überdurchschnittlich hohe laufende Kosten von Fonds mit Erfolgsvergütung auf eine Outperformance gegenüber den Index schließen lassen können: Häufig weisen diese Produkte, die in den vergangenen Jahren verstärkt auf den Markt gekommen sind, ebenfalls einen hohen Sockel an Fixkosten in Gestalt der Management Fee auf. 

Wir wollten auch hierzu Näheres wissen und haben nachgerechnet: In unserer Datenbank befinden sich 5.474 Fonds mit erfolgsabhängiger Vergütung. Die durchschnittliche Management-Gebühr, also der Anteil an laufenden Kosten, der für die Vergütung des Fondsmanagers verwendet wird, beläuft sich bei Fonds mit Performance Fee durchschnittlich bei 1,26% pro Jahr. Die 30.949 Fonds, die keine Performance Fee verlangen, weisen indes nur eine Management Fee von 1,11% auf. 

Fondshäuser, die für das Erreichen von Performance-Zielen eine Extragebühr vereinnahmen, genehmigen sich also ohnehin einen kräftigen Schluck aus der Gebührenpulle. Insofern ist das Vorhandensein einer Performance Fee unter den heutigen Bedingungen alles andere als ein Garant dafür, dass die Interessen des Fondsmanagers mit denen der Anleger übereinstimmen. Dies wäre dann der Fall, wenn Fonds mit Performance Fee eine niedrigere Grundvergütung Anlegern in Rechnung stellen würden als Fonds ohne eine derartige zusätzliche Gebührenkomponente. Unter heutigen Bedingungen hat der Fondsmanager bereits seinen Schnitt gemacht, ohne seinen Markt übertreffen zu müssen. Ob der Anleger seinen Schnitt machen wird, steht indes a priori in den Sternen.

Noch sind Fonds mit Performance Fee in der Minderheit. Doch angesichts der Tatsache, dass der Vertrieb nach wie vor einen substanziellen Teil der Management Fee als Kickbacks vereinnahmt, steht zu erwarten, dass der Anteil der Fonds mit Performance Fee steigen wird. Es gibt darüber hinaus auch Indikationen, dass der Abstand bei den Management-Gebühren zwischen Fonds mit und ohne Performance Fee auf Sicht bestehen bleiben wird: Laut unseren Daten beläuft sich die laut Fondsprospekt maximal mögliche Management Fee bei Fonds ohne Performance-abhängige Vergütung im Schnitt auf 1,20%; durchschnittlich können sich die Manager dieser Fonds also unter dem aktuellen Regime weitere 9 Basispunkte pro Jahr an Gebühren genehmigen. Fonds mit Performance Fee weisen laut ihren Prospekten eine maximal mögliche Management Fee von 1,33% auf, durchschnittlich 7 Basispunkte über dem derzeitigen Niveau. Es gibt also dort bei unveränderten Rahmenbedingungen ähnlich viel Luft nach oben bei den Gebühren.

Auch wenn wir der Meinung sind, dass eine Performance Fee im Idealfall eine Interessenkongruenz zwischen Anlegern und Fondsmanagern herstellen kann, zeigt die Praxis eher in eine andere Richtung: Vielen der erfolgsabhängigen Vergütungssysteme fehlen eine so genannte High Water Mark, also einen Verlustvortrag, nach dem der Verlust eines Fonds zunächst ausgeglichen  werden muss, bevor eine Erfolgsvergütung erneut fällig werden kann. Eine derartige Konstellation kann Fondsmanager sogar zu einer für Anleger nachteiligen Vorgehensweise ermutigen: Wenn die Performance Fee jedes Jahr berechnet wird und vorherige Verluste nicht aufgeholt werden müssen, trägt alleine der Anleger das Verlustrisiko – der Fondsmanager kann indes jedes Jahr aufs Neue den Versuch unternehmen, seine Erträge bestmöglich zu optimieren (lesen Sie mehr zum Thema Performance Fee hier). 

Aktienfonds sind die teuersten Produkte am Markt, aber …

Doch nun zur Analyse der Kosten der einzelnen Fondskategorien. Dass Aktienfonds die höchsten laufenden Kosten aller Fondsgattungen aufweisen, dürfte wenig überraschend kommen. Im Jahr 2009 erreichte die laufende Gesamtkostenquote mit durchschnittlich 1,89% ihren Höchststand. Seitdem flachte die Kostenkurve ab. Per Ende 2011 kosteten Aktienfonds im Schnitt 1,79% pro Jahr. 

Tabelle: Die Kosten der verschiedenen Aktienfondskategorien




Bei der Betrachtung der einzelnen Aktienfonds-Klassen fallen einerseits Unterschiede auf zwischen den Kosten von Fonds, die in liquide, europäische und US-Standardwerte investieren, und solchen, die Schwellenländer-Aktien kaufen. Allerdings sind diese Unterschiede nicht so hoch, wie man es vielleicht erwarten könnte. Während etwa Euroland- und Europa-Standardwertefonds laufende Kosten von 1,63% per Ende 2011 aufwiesen, waren es bei globalen Schwellenländer-/Bric-Fonds 1,89%. Auch sind die breit anlegenden Schwellenländer-Produkte erstaunlicherweise nicht teurer als Schwellenländerfonds, die in einzelne Länder und Regionen investieren. Asien- und Afrikafonds kosteten per Ende 2011 im Schnitt ebenfalls 1,89%. 

Allerdings sind die Kosten auch bei anderen so genannten Satelliten-Investments nicht merklich günstiger: Fonds für europäische und amerikanische Nebenwerte kosteten per Ende 2011 im Schnitt 1,88%. Globale Sektorfonds standen dem in nichts nach. Auch sie brachten es im vergangenen Jahr auf Durchschnittskosten von 1,88%. 

…aber Bond-Fonds haben ein Problem

Wohl kaum eine Asset-Klasse ruft so zwiespältige Gefühle bei Anlegern hervor wie Bonds. Einerseits haben sich sichere Staatsanleihen wie keine andere Asset-Klasse als Allheilmittel für Portfolios in den vergangenen Finanzkrisen erwiesen und ihre Funktion als perfekter Diversifizierer bestätigt (vorausgesetzt, man blieb den Euro-Südländer-Anleihen fern!). Andererseits kommt die Sicherheit zu einem „hohen“ Preis: Die Zinsen von deutschen, schweizerischen und US-Neuemissionen liegen deutlich unter dem Inflationsniveau. 

Vor dem Hintergrund der Renditekompression sind die Gebühren von Rentenfonds erstaunlich resistent: Die durchschnittlichen Kosten sind in den vergangenen Jahren nicht nennenswert zurückgegangen, wie unsere Tabelle zeigt.

Tabelle: Die Kosten der verschiedenen Rentenfonds-Kategorien



Eine Ursache für die durchschnittlich hohen Kosten für Anleihefonds ist die beständig wachsende Zahl von Schwellenländer- und Hochzinsfonds. Gerade Emerging-Markets-Bonds-Fonds, die seit etwa 2 Jahren im Vertrieb ein Renner sind, weisen aktien-ähnliche Gebühren auf. Zwischen 2001 und 2010 stiegen die laufenden Kosten dieser Fonds beständig, und zwar von 1,46% auf 1,56%. 2011 war allerdings auch hier ein Rückgang auf 1,49% zu konstatieren. 

Euro-Rentenfondsmanager, die auf der Durations- und Kreditseite nicht zu hohe Risiken eingehen wollen, haben ein Problem: Angesichts des extrem niedrigen Zinsniveaus seit 2008 ist es für viele Fondsmanager ein Problem, breit aufgestellte  Benchmarks zu übertreffen. Allerdings spiegeln sich diese ungünstigen Rahmenbedingungen nur sehr bedingt in den Kosten von diversifizierten Euro-und Europa-Rentenfonds wider. Sie verharren seit 2008 auf hohem Niveau und schwanken in einer sehr engen Spanne von 0,93% und 0,95. Da die Zahl der erfassten Rentenfonds beständig sinkt (von 865 Fonds im Jahr 2009 auf 760 im vergangenen Jahr), könnte die Notwendigkeit, die Fondskosten in den Griff zu bekommen, eine Motivation für Anbieter darstellen, das Kostenproblem von Rentenfonds ernsthaft anzugehen. 

Diese Entwicklung ist bereits bei Euro-Kurzläufern und Geldmarktprodukten zu beobachten: Im Gegensatz zu den meisten anderen Kategorien sind hier deutlich sinkende Kosten zu beobachten: Per Ende 2011 kosteten Euro-Kurzläufer-Rentenfonds nur noch 0,63% nach 0,72% 2009 und 0,71 im Jahr 2010. 

Die Kosten von Geldmarktfonds gingen seit 2007 ebenfalls beständig zurück. Kosteten diese Produkte seinerzeit noch 0,54% im Schnitt, waren es Ende 2011 noch 0,38%. Das ist noch immer viel, wenn man bedenkt, dass der EZB-Hauptrefinanzierungssatz inzwischen auf dem historischen Tiefststand von 0,75% angelangt ist und der Einlagensatz auf null reduziert wurde. Als Konsequenz haben etliche ausländische Fondsanbieter ihre Euro-Geldmarktfonds für Neuinvestitionen geschlossen. .

Angesichts dieser ungünstigen Rahmenbedingungen sinkt die Zahl der erfassten Kurzläufer- und Geldmarktfonds seit 2008 beständig. Umfasste die Gruppe der Kurzläuferfonds seinerzeit noch 364 Produkte, waren es zum Jahresultimo 2011 nur noch 231 Fonds. Die Zahl der Geldmarkfonds mit Vertriebszulassung in Deutschland ging von 658 (2008) auf 438 (2011) zurück. 

Viele neue Trend-Produkte - und die sind nicht billig

Zum Mantra der Fondsbranche gehört in diesen Zeiten, Risiken für Anleger in volatilen Marktphasen durch alternative Fonds und Mischfonds reduzieren zu wollen. Entsprechend ist die Zahl der Produkte stark gestiegen, die derartiges zu leisten versprechen. Eine Begleiterscheinung ist allerdings auch, dass die Kosten dieser langfristigen Anlageprodukte in die Höhe geschnellt sind. Mussten Anleger im Jahr 2007 noch im Schnitt 1,52% für Mischfonds berappen, waren es 2010 schon 1,79%. Im vergangenen Jahr ging die laufende Kostenquote indes auf 1,71% zurück. 

Tabelle: Die Kosten von Misch- und alternativen Fonds im Überblick



Alternative Fonds, die häufig unter der sinnfreien Bezeichnung „Newcits“ vermarktet werden, weisen Merkmale von Hedgefonds auf. Diese Produkte wenden Strategien an, die Privatanlegern bis vor wenigen Jahren nicht zugänglich waren. Ob diese Fonds den Anlegern Mehrwert bringen, ist eine offene Frage. Mehr Spaß dürften sie den Fondsproduzenten machen. Die Kosten dieser Produkte, die häufig konservative Risikoprofile aufweisen und Bond-artige Renditen versprechen, haben durchaus aktien-ähnliche Gebührenstrukturen. Für die seinerzeit noch junge Kategorie der alternativen Fonds fielen 2007 noch 1,37% an Gebühren im Schnitt an. 2010 betrug die Kostenquote bereits 1,67%, die seitdem nur unterproportional zu dem vorherigen Anstieg zurückgegangen ist. 

Die Kategorie der aktiv verwalteten Rohstofffonds greift ein beliebtes Anlagethema auf, das heute allerdings überwiegend bei den Anbietern passiver Produkte angesiedelt ist: Ob Schweizer Gold-ETF oder so genannte Exchange Traded Commodities (ETC): Der Markt der Rohstoffprodukte ist heute von der Indexbranche dominiert, die auf denselben Futures-Märkten agiert wie die aktiv verwalteten Rohstofffonds – allerdings zu deutlich günstigeren Preisen. Während Rohstoff-ETF und –ETC üblicherweise mit Gesamtkostenquoten von 40 bis 70 Basispunkten auskommen, sind die Kosten von aktiv verwalteten Fonds, die zudem häufig auch Performance Fees aufweisen, deutlich höher. Interessanterweise stellen aktiv verwaltete Rohstofffonds die einzige Produktkategorie dar, die 2011 einen Kostenanstieg zu verzeichnen hatte. Per Ende 2011 kosteten Rohstofffonds im Schnitt 1,43% nach 1,34% im Vorjahr. 

Fazit 

Wir greifen zum Schluss die vorweg erwähnte These auf, wonach die Fondskosten  unaufhörlich steigen und die Fonds-Performance immer stärker belasten. Das Abflachen der Gebühren im Jahr 2011 bedeutet, dass sich diese These nicht aufrechterhalten lässt. Jedenfalls für den Moment nicht. Unsere Auswertung der Fondskosten zeigt, dass nach Jahren kontinuierlich steigender Gesamtkostenquoten erstmalig im vergangenen Jahr über die meisten Asset-Klassen hinweg ein Rückgang zu verzeichnen war. Dabei gilt bei nahezu allen Fondsklassen unisono: Während die laufenden Kosten bis Ende 2009 stetig zulegten, flachten sie sich 2010 ab, um dann 2011 mehr oder weniger stark zurückzugehen. Man darf gespannt sein, ob es sich um ein einmaliges Ereignis handelt, oder ob sich ein Trend hin zu niedrigeren Kosten etablieren wird. 

Allerdings würde auch eine Stagnation der Kosten keine grundlegende Verbesserung einer insgesamt unbefriedigenden Konstellation mit sich bringen. Der Fixkostensockel ist bei Fonds nach wie vor hoch, und daran dürfte sich - unter den derzeitigen Rahmenbedingungen - nichts Substanzielles ändern. Im Gegenteil: Wie aus unseren Daten hervorgeht, weisen Fonds mit Performance Fees höhere Management-Gebühren auf als Fonds ohne Performance Fees. Die Wahrscheinlichkeit ist also hoch, dass ein Fondsmanager, der einen Fonds mit Erfolgskomponente bei den Gebühren verwaltet, eine überdurchschnittliche hohe Verwaltungsgebühr vereinnahmt, egal, ob er dabei überdurchschnittlich erfolgreich ist oder nicht. Angesichts der Tatsache, dass sich das Phänomen „Performance Fee“ immer stärker in der Fondsbranche etabliert, ist die These nicht von der Hand zu weisen, dass der Kostenblock für Anleger tendenziell steigen wird. Auch deshalb sollte der leichte Rückgang der laufenden Kosten bei Fonds 2011 nicht überbewertet werden. 

Angesichts der großen Bedeutung der Kosten für die Rendite eines Investmentfonds wäre eine Änderung des Status Quo nicht nur aus Anlegersicht wünschenswert, sondern auch aus der Perspektive der Fondsanbieter machbar. Branchen-Studien, wie zuletzt die Untersuchung von McKinsey vom Juni dieses Jahres zur Asset-Management-Industrie, ergeben, dass unter allen Geschäftsbereichen in der Finanzdienstleistungsbranche Asset Manager die höchsten Eigenkapitalrenditen und das robusteste Gewinnwachstum erzielen. Etwas mehr Bescheidenheit und Selbstdisziplin wären bei den Gebühren also angebracht.
Über den Autor Ali Masarwah

Ali Masarwah  Ali Masarwah ist als Chefredakteur für die deutschsprachigen Seiten von Morningstar verantwortlich