db X-trackers bietet iShares global die Stirn

Bei globalen Dividenden-ETFs liegt db X-trackers bei den Spreads leicht vor iShares, bei den Management-Gebühren kann iShares jedoch punkten.  Der Morningstar ETF-Spread-Bericht.

Gordon Rose 31.01.2013

Dividenden spielen bei der Gesamtrendite von Aktien eine wichtige Rolle, da sie einen Großteil der Langzeitrendite ausmachen. In den letzten 10 Jahren hat z.B. der STOXX Global Select Dividend 100 NR Index eine annualisierte Rendite von 7,6% generiert. Der Preisindex konnte im gleichen Zeitraum lediglich eine Rendite von 3,0% erzielen.

Die positiven Konjunkturdaten der letzten Wochen bilden die Grundlage für einen optimistischen Ausblick für die Weltwirtschaft. Zunehmend mehr Ökonomen schließen sich der Meinung an, dass das Schlimmste der Eurokrise hinter uns liegt. Darüber hinaus erreicht der globale Einkaufs-Manager-Index neue Höchstwerte. Insbesondere der aussagekräftigere Teilindex für neue Aufträge lässt auf mehr hoffen.

Sollte sich die Weltwirtschaft weiter erholen, könnte sich das positiv auf die Unternehmensgewinne auswirken. Starke Gewinnzuwächse führen in der Regel zu höheren Dividendenzahlungen, da sich Gewinne und Dividenden normalerweise in dieselbe Richtung bewegen. Die letzten veröffentlichten Unternehmensgewinne in den USA lagen leicht über den Erwartungen. In Europa haben viele Firmen hingegen noch mit der Eurokrise zu kämpfen, was sich auch auf die Dividenden niederschlagen könnte. Asien hält sich bis jetzt sehr gut, mit einer zunehmenden Verbesserung der Konjunkturdaten.

Sollte Sie an eine Erholung der Weltwirtschaft glauben und zusätzlich gerne ein regelmäßiges Einkommen generieren, sind Dividendentitel eine gute Lösung. Um die Gesamtrendite zu optimieren, hilft unser wöchentlicher Spread-Bericht bei der Minimierung der Handelskosten.

Die Management-Gebühren sind bei den ETF-Kosten das eine. Das andere sind die Gebühren, die beim An- und Verkauf anfallen, die Spreads. Gerade in illiquiden Märkten fallen häufig relativ hohe Kosten an. Wir haben schon häufiger darauf hingewiesen, dass Anleger neben der Management-Gebühr diese häufig übersehene Kostenkomponente beachten sollten (lesen Sie hier mehr).
Insgesamt gibt es lediglich 3 ETFs auf globale Dividendenstrategien. Die Anbieter greifen hierbei auf zwei verschiedene Indizes zurück.

Mit Abstand am meisten Geld ist im STOXX Global Select Dividend 100 Index investiert. Dieser besteht aus den 100 Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite relativ zum Heimatmarkt in Amerika, Europa und Asia/Pazifik. Die Aktien werden anhand ihrer jährlichen Nettodividenden-Rendite gewichtet und nicht anhand der Marktkapitalisierung.

Der DJ Global Select Dividend Index beinhaltet ebenfalls die 100 Unternehmen mit der höchsten Dividende. Jedoch müssen die Unternehmen zusätzlich ein minimales Dividendenwachstum vorweisen, zudem ist eine maximal erlaubte Auszahlungsquote vorgeschrieben.

In den 30 Handelstagen vom 13. Dezember bis 30. Januar weist der db X-trackers STOXX Global Select Dividend 100 mit 20 Basispunkten den engsten Spread auf. Mit bereits 4 Basispunkten Abstand folgt der iShares STOXX Global Select Dividend 100 (DE).


Auf den letzten Plätzen folgt ETF Securities mit ihrem ETFX Dow Jones Global Select Dividend Fund. Der in Luxemburg ansässige ETF weist einen Spread von 36 Basispunkten auf, der in Deutschland aufgesetzte ETF hat einen Spread von 39 Basispunkten.

 


 
Im Vergleich zu anderen breit aufgestellten ETFs, sind die globalen Dividendenprodukte sehr teuer. So weist beispielsweise der günstigste ETF auf den MSCI World Index einen Spread von nur 7 Basispunkten auf und kostet damit nur ein Drittel. Selbst Produkte auf den MSCI Emerging Market Index waren im Betrachtungszeitraum bereits für 6 Basispunkte zu haben.

Auch die Management-Gebühren sind bei den Dividendenprodukten sehr hoch. Wir konnten jedoch eingangs zeigen, dass die Dividendenrendite bisher einen Großteil der Gesamtrendite ausmachte und die etwas höheren Kosten gut kompensieren konnte.

Die Kostenanalyse können die Investoren bei den zwei Platzhirschen db X-trackers und iShares etwas vernachlässigen. Beide Produkte unterscheiden sich bei einem Anlagezeitraum von einem Jahr um nur einen Basispunkt. Bei einem längeren Zeitraum ist der iShares aufgrund günstigerer Managementgebühren leicht im Vorteil.

Bei den Produkten von ETF Securities sollten Investoren darauf achten, dass diese verglichen mit den Produkten von db X-trackers und iShares deutlich kleiner sind und ihr Fondsvolumen nur etwa 1% von dem der beiden Konkurrenten beträgt.

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Über den Autor

Gordon Rose  ist ETF-Analyst bei Morningstar.