Morningstar Pan-Europe Global Equity Manager

Wir stellen die nominierten Fondsmanager für globale Aktien vor.

Werner Hedrich 12.02.2010
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Morningstar kürt die besten Fondsmanager Europas für globale und europäische Aktien. Unsere neuen qualitativen Prämierungen basieren auf der Expertise und Erfahrung unseres 25köpfigen Fondsresearch-Teams. Dabei geht es nicht nur um die Leistungen im Jahr 2009. Die nominierten Fondsmanager sollen sich auch langfristig als ausgezeichnete Treuhänder des ihnen anvertrauten Kapitals erweisen.

Für den Morningstar Pan-Europe Global Equity Manager of the Year nominieren wir die folgenden vier Fondsmanager (s. auch Seite 2):

Edouard Carmignac
Carmignac Investissement A

Edouard Carmignac ist einer der erfahrensten und in unseren Augen besten Fondsmanager Europas. Carmignac gründete seine Investmentboutique vor 20 Jahren und hat seitdem ein schlagkräftiges und qualifiziertes Team von Fondsmanagern und Analysten aufgebaut. Jeder trägt mit seinen Ideen zu einzelnen Aktien und übergeordneten Trends zum Erfolg bei und verkörpert Carmignacs opportunistischen Anlagestil. Obwohl die Gebühren insgesamt etwas niedriger ausfallen könnten, schätzen unsere Analysten das französische Fondshaus sehr. Die Investmentkultur berücksichtigt die Interessen der Anleger, was sich auch in der quartalsweisen Veröffentlichung aller Portfoliopositionen auf der Internetseite zeigt. Leider ist diese Praxis in Europa kaum verbreitet.

Edouard Carmignacs bisherige Erfolge sprechen für sich. Der Investissement zählt Ende Januar 2010 über drei, fünf und zehn Jahre zum ersten Perzentil innerhalb der Morningstar Kategorie ‚Aktien weltweit Standardwerte Growth‘. Carmignac konnte im Gegensatz zu vielen Konkurrenten sowohl 2008 als auch 2009 überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen. Einen wesentlichen Beitrag dazu lieferte die Aufnahme von amerikanischen Banken Anfang März 2009, nachdem es dem Manager 2008 gelang, das ihm anvertraute Geld besser als andere zu schützen.

Graham French
M&G Global Basics

Graham French vereint vieles, was wir bei Fondsmanagern gerne sehen. French ist seit über 20 Jahren für M&G tätig und leitet ein erfahrenes und beständiges Team. Er ist ein geduldiger Investor und der von ihm angewendete Prozess konnte sich über viele Jahre hinweg behaupten. Mit dem Global Basics sucht French nach Langzeitinvestments innerhalb der wesentlichen Sektoren der globalen Volkswirtschaft. Diese Konzentration kann zwar zu einem etwas höheren Risiko führen, wenn die Themen von den Märkten nicht gespielt werden. French versteht es aber, diese kurzfristigen Schwankungen geduldig auszusitzen, wenn er vom Potential der Aktien überzeugt ist.

Das Jahr 2009 verdeutlicht Frenchs behutsamen Investmentstil. Der Portfolioumschlag lag bei unter fünf Prozent und bestätigt den langfristigen Ansatz und seine Haltung, nicht den von Momentum getriebenen Märkten hinterher zu laufen. Das Jahr 2009 schloss der Global Basics im zwanzigsten Perzentil der Morningstar Kategorie ‚Aktien weltweit Nebenwerte‘ ab. Mit einem Gewinn von gut 35% lag der Fonds etwa zehn Prozentpunkte vor dem Kategoriedurchschnitt. 2008 verlor French mit dem Global Basics dagegen über 26%, konnte diesen aber dennoch im 55. Perzentil platzieren. Das Investmentuniversum des Global Basics beinhaltet keine Finanzwerte und verdeutlicht die Fähigkeiten des Managers, da er aus der starken Erholung des Finanzsektors keine Gewinne schlagen konnte. Wir halten French für einen sehr erfahrenen Manager, bei dem gute langfristige Ergebnisse an erster Stelle stehen. French hat auch einen wesentlichen Betrag seines Vermögens im Global Basics investiert, was Anleger von seiner Investmentauffassung überzeugen kann.

Rolf Stout
BNP Paribas OBAM

Rolf Stout und sein Team managen den BNP Paribas (früher Fortis) OBAM Fonds mit größter  Überzeugung seit über 20 Jahren. Stout teilt das Portfolio in zwei Bereiche. In einem Teil fokussiert er sich auf Unternehmen, bei denen er eine langfristige Outperformance erwartet. In dem anderen sucht er auf eine pragmatische Art und Weise  nach interessanten kurzfristigen Investmentthemen. Derzeit investiert er beispielsweise in die Themen ‘gestürzte Finanzunternehmen‘ und  ‚Indonesien‘. Stout glaubt immer fest an seine Ideen und zögert nicht, sie konsequent mit großen Positionen umzusetzen. Daher kommt es oft vor, dass der Fonds nur in ein paar Sektoren groß engagiert ist.  Der Investmenthorizont ist langfristig und die Portfolio-Umschlagshäufigkeit niedrig. Dies sollte die Transaktionskosten limitieren und dem Fonds einen strukturellen Vorteil geben. Die Gesamtkostenquote von 1,11% ist ebenfalls niedrig.

Trotz dieser Vorteile eignet sich der Fonds nicht für jeden Anleger. Das Risiko ist hoch, insbesondere weil Stout an seinen signifikanten Wetten auch im schwierigen Umfeld hält. 2008 hat der Fonds wegen seiner starken Rohstoff- und Energieübergewichte 66% verloren. Allerdings  diejenigen  Anleger, die den hohen Verlust ausgehalten haben, wurden für ihre Geduld belohnt. 2009 ist der Fonds um 70,1% gestiegen und hat 99% aller Konkurrenzfonds hinter sich gelassen. Diese Performance haben vor allem die Investitionen in Finanz- und Rohstoffwerte sowie in Schwellenländer gebracht. Darüber hinaus ist die langfristige Fondsrendite ausgezeichnet. Ende 2009 positionierte sich der Fonds im besten Quintil seiner Kategorie für den Zeitraum von fünf Jahren. In den letzten zehn Jahren hat er sich im 26ten Perzentil, und in den letzten 15 Jahren im vierten Perzentil platziert. Durch die Übernahme von Fortis, wird der Fonds jetzt als BNP Paribas Fonds gemanagt. Wir glauben jedoch, dass dies keinerlei negative Auswirkungen hat - weder auf den Fonds noch auf Stout.

Filip Weintraub and Torkell Eide
SKAGEN Global

Filip Weintraub ist ein alter Hase im Investmentgeschäft. Weintraub und seine Kollegen von Skagen managen Investorengelder aus der Ölstadt Stavanger  in Norwegen heraus. Weintraub und sein Team gehören zu den besten globalen Investoren, die wir bis dato gesehen haben.  Omid Gholamifar hat das Team zwar per 11. Februar verlassen. Dies schränkt unser positives Bild des Fonds aber nicht ein. Als Contrarian Investor schwimmt Weintraub gerne gegen den Strom. Unterbewertete Aktien, die von der Mehrheit der Investoren links liegen gelassen werden, sind seine Spezialität. Dies macht den Fonds aber nicht zu einem Deep Value Vehikel. Fokus sind vielmehr Unternehmen, die reichlich Cash generieren mit starken Geschäftsmodellen. Turnaround Wetten stehen nicht im Mittelpunkt. Weintraub hält Positionen recht lange, was den Portfolioumschlag und damit die Handelskosten gering hält. Dieser Ansatz gibt dem Fonds eher einen Blend als Value Anstrich. Der Fonds investiert vorwiegend in Blue Chips. Ist aber auch bereit, kleinere Werte ins Portfolio zu nehmen. Auch das Schwellenländer Exposure von rund einem Viertel der Anlagegelder in den letzten Jahren gehört zum Fonds. Rund die Hälfte des Fonds sind Positionen außerhalb der Benchmark.

Der Fonds hatte mit 48,9% ein exzellentes Jahr 2009. Damit lag er 18,5% vor der Benchmark MSCI AC World und gehörte zu den besten 5% der Morningstar Vergleichsgruppe. Der Schwellenländeranteil und Nebenwerte haben zu der Performance beigetragen. Dieser Ansatz birgt aber auch einiges an Risiko. Der Fonds verlor 2008 wegen der Emerging Markets Aktien 44,4% an Wert und schickte Weintraub in das untere Viertel der Peer Gruppe. Dennoch hat das Team gezeigt, dass sich das eingegangene Risiko auf lange Sicht auszahlt. Nimmt man das Jahr 2008 heraus, dann hat der Skagen Global während der letzten zehn Jahre jeweils zu den besten 5% seiner Gruppe gehört. Per Januar 2010 gehört dieser Fonds europaweit zu den besten globalen Blend Fonds über fünf und zehn Jahre mit 8.2% und 9.1% jährlicher Performance. Der durchschnittliche Wettbewerber verlor hingegen annualisiert 3,73% in den letzten zehn Jahren.         

 

Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen ausschließlich zu Bildungs- und Informationszwecken. Sie sind weder als Aufforderung noch als Anreiz zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers oder Finanzinstruments zu verstehen. Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen sollten nicht als alleinige Quelle für Anlageentscheidungen verwendet werden.

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Werner Hedrich