Was kostet der Hoffnungsträger 2013?

Die Spanne bei den Spreads von ETFs auf Indien zeigen große Unterschiede, wohingegen die Management-Gebühren eng beieinander liegen. Der Morningstar ETF-Spread-Bericht.  

Gordon Rose 21.12.2012

Der indische Aktienmarkt hat dieses Jahr um 25% zugelegt und gehört damit global zu den Top-10-Märkten. Insbesondere Fondsmanager haben dieses Jahr kräftig in indische Unternehmen investiert. Nachdem Investoren 2011 noch insgesamt $357 Millionen aus indischen Aktien abgezogen haben, konnten sich individuelle dieses Jahr über insgesamt $22.5 Milliarden an Mittelzuflüssen freuen. Grund hierfür sind untern anderen Gesetzeslockerungen der Regierung, die es internationalen Investoren ermöglichen, mehr in indische Unternehmen zu investieren. Außerdem wird von vielen Ökonomen erwartet, dass die Zentralbank Anfang des Jahres die Zinsen senken wird, um das Wirtschaftswachstum weiter voranzutreiben. Die Vorziechen für 2013 sind also nicht schlecht. Es ist nur noch zu klären, wie Sie die Handelskosten minimieren können, um die Rendite zu maximieren. Unser Spread-Bericht soll dabei helfen.

Die Management-Gebühren sind bei den ETF-Kosten das Eine. Das andere sind die Gebühren, die beim An- und Verkauf anfallen, die Spreads. Gerade bei illiquiden Märkten fallen häufig relativ hohe Kosten an. Wir haben schon häufiger darauf hingewiesen, dass Anleger neben der Management-Gebühr diese häufig übersehene Kostenkomponente beachten sollten (lesen Sie hier mehr).

Investoren haben die Auswahl von insgesamt elf Produkten, um an der Wertentwicklung des indischen Aktienmarktes teilzunehmen. Die Anbieter greifen hierbei meist auf den MSCI India Index oder den S&P CNX Nifty Index zurück.

Der MSCI India Index repräsentiert ca. 85% des indischen Marktes, gemessen an der Marktkapitalisierung. Derzeit sind 73 Unternehmen im Index enthalten, wobei die 10 größten Aktien ca. 50% des gesamten Indexwertes ausmachen. Der Finanzsektor ist dabei mit 29% am stärksten vertreten. Der S&P CNX Nifty besteht derzeit aus lediglich 50 Unternehmen, die 65% der Marktkapitalisierung repräsentieren. Die Sektoraufteilung ist mit des MSCI India Index vergleichbar, jedoch hat die geringere Marktabdeckung des S&P CNX Nifty Index zur Folge, dass die 10 größten Unternehmen sogar 55% des Indexwertes einnehmen. Die Unterschiede bei den Indizes sind gering, die bei den Spreads hingegen groß.

In den 30 Handelstagen vom 8. November bis 19. Dezember weist der Lyxor ETF MSCI India A mit 17 Basispunkten den engsten Spread auf. Bereits mit einem „Respektabstand“ von 9 Basispunkten liegt der db X-trackers S&P CNX Nifty ETF mit einem Spread von 26 Basispunkten auf dem zweiten Platz. Die Spreads der Produkte auf Platz 2 bis 5 liegen mit einem Unterschied von 4 Basispunkten nahe beieinander. Ab Platz 6 fallen die Spreads von 39 Basispunkten bis zum teuersten Produkt von Source mit einem Spread von 142 Basispunkten buchstäblich von der Klippe.


Sowohl am Beispiel von Amundi als auch bei Lyxor, dessen Anlageklasse B inUS-Dollar gehandelt wird, wird deutlich, dass Produkte in Euro engere Spreads aufweisen also Produkte, die in US-Dollar gehandelt werden. Die Produkte von iShares zeigen zudem einmal mehr, dass „identische“ ETFs abhängig vom Domizil stark abweichende Spreads aufweisen können.
Auch wird eine hohe Korrelation zwischen der Größe der ETFs mit ihren Spreads deutlich. Größere ETFs sind in der Regel an der Börse liquider, was sich in engeren Spreads widerspiegeln kann.
Um bei Thema zu bleiben, aufgrund des sehr illiquiden Aktienmarktes in Indien, ist es wenig verwunderlich, dass es kein physisch replizierendes Produkt auf die Referenzwerte gibt.
 
Bei den Management-Gebühren sind die Unterschiede hingegen im Rahmen. Zwischen den teuersten Produkten und dem günstigsten von db X-trackers liegen 10 Basispunkte. Jedoch können die günstigeren Management-Gebühren engere Spreads meist nicht kompensieren. Anleger sollten daher in Puncto Kostenanalyse den Spreads ein höheres Gewicht zuweisen.


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Über den Autor

Gordon Rose  ist ETF-Analyst bei Morningstar.