Globale Aktienfonds: frischer Wind durch ausländische Anbieter

Ausländische Vermögensverwalter drängen verstärkt auf den deutschen Fondsmarkt. Dass Anleger damit nicht schlecht fahren, stellen mehrere globale Aktienfonds unter Beweis.

Natalia Siklic, 13.08.2004
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Value-Präferenz

Der CDC Oakmark Global Value wird von Harris Associates gemanagt. Der 1976 gegründete amerikanische Vermögensverwalter verfolgt in den Oakmarkfonds einen stark substanzwertorientierten Ansatz (Deep Value). Nur Aktien, die einen Kursabschlag von mindestens 30% zu ihrem geschätzten inneren Wert aufweisen, werden erworben. Dieser Wert wird durch eine fundamentale, hausinterne Unternehmensanalyse ermittelt. Fondsmanager Michael J. Welsh stellt ein konzentriertes Portfolio von etwa 40 Werten zusammen, das sich in seiner Zusammensetzung deutlich von der Benchmark MSCI Welt unterscheidet. So ist der Fonds derzeit auf Länderebene in den USA stark unter-, in den meisten europäischen Staaten dagegen übergewichtet. Hinsichtlich der Marktkapita

lisierung gibt es keine Einschränkungen, aktuell ist ein Drittel in Nebenwerten investiert.

Trotz der überdurchschnittlichen Volatilität gehört dieser Fonds zu den besten 10% seiner Kategorie, da die hohen Schwankungen durch die gute Performance aufgewogen wurden. Seit Auflage 2001 ließ er sowohl Kategorie als auch Benchmark deutlich hinter sich. Risiken ergeben sich durch die Anfälligkeit des Portfolios für die Entwicklung einzelner Titel. Zwar sollte der Fonds auch in Marktphasen leiden, in denen Valuewerte aus der Mode kommen, doch weist er laut Morningstar StyleBox auf Basis der Einzelpositionen derzeit ohnehin einen neutralen Anlagestil auf.

Dividenden-Fokus

Der ING (L) Invest Global High Dividend investiert in erster Linie in Unternehmen, die eine attraktive Dividendenrendite bieten. Entsprechend handelt es sich auch hier um einen Fonds mit Valueausrichtung. Die Aktienauswahl erfolgt über eine Kombination quantitativer und qualitativer Analysen, das Portfolio ist über mehr als 100 Titel diversifiziert, darunter aktuell ein Drittel mittelgroße Werte. Derzeit besteht auf Sektorebene eine hohe Übergewichtung von Finanzwerten und Versorgern, Technologieunternehmen sind angesichts der Dividendenorientierung gar nicht vertreten.

Der Fonds schnitt seit seiner Auflage 2000 in schwachen Märkten besser ab als 2003, als er sich nur im Mittelfeld wiederfand, obwohl Substanztitel im letzten Jahr die Wachstumswerte übertrafen. Dagegen landete er von 2001-2002 auf einem der vordersten Plätze. Im laufenden Jahr hat er sich im Kategorievergleich wieder nach oben gearbeitet. Der Fonds weist eine unterdurchschnittliche Volatilität auf, könnte aber auch in Zukunft in der Vergleichsgruppe zurückbleiben, sobald Aktien mit defensiven Charakteristika nicht gefragt sind.

Wachstum zu einem angemessenen Preis

Die amerikanische MFS, die 1924 den ersten amerikanischen Fonds auflegte, zeichnet für den MFS Global Equity verantwortlich. Fondsmanager David Mannheim setzt vorzugsweise auf Standardwerte mit überdurchschnittlichen Wachstumschancen, die aber gleichzeitig zu einem günstigen Preis gehandelt werden: die Morningstar StyleBox ordnet den Anlagestil in der Wachstumskategorie ein. Das Portfolio ist breit aufgestellt und besteht aus etwa 100 Titeln mit ausgeprägten Abweichungen vom Referenzindex. Auch hier sind derzeit amerikanische Unternehmen zugunsten europäischer Aktien untergewichtet.

Der Fonds gehört zu den schwankungsärmsten der Kategorie. Beachten sollte man, dass er sich seit seiner Auflage 1999 in fallenden Märkten tendenziell besser geschlagen hat als in Aufwärtstrends. So platzierte er sich von 2000-2002 unter den besten 20% seiner Vergleichsgruppe, 2003 fiel er dagegen gegenüber der Konkurrenz und seiner Benchmark deutlich zurück. Die relative Performance im laufenden Jahr ist erfreulicher.
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