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Das Morningstar Aktien-Research in der Übersicht

Wir veröffentlichen auf morningstar.de regelmäßig Analysen zu US-Unternehmen. In einer dreiteiligen Reihe erläutern wir die Prämissen hinter unserem Research sowie die Bedeutung des Sterne-Ratings für Aktien im Einzelnen. 

Ali Masarwah 03.04.2017

Unser Bewertungssystem für Aktien basiert auf dem Research unserer Analysten, die eine detaillierte Prognose der zukünftigen Cashflows eines Unternehmens vornehmen. Dabei werden branchen- und unternehmensspezifische Faktoren miteinbezogen. Die Gewinn- und Verlustrechnung, die Bilanz sowie die Schätzungen zur Investitionstätigkeit des betreffenden Unternehmens fließen in unser propietäres Discounted-Cashflow-Modell ein.

Wir verwenden Szenario-Analysen, Analysen von Wettbewerbsvorteilen und eine Vielzahl weiterer Tools, um diesen Prozess zu untermauern. Eine Bewertungsanalyse anhand diskontierter Cashflows bietet unserer Ansicht nach die beste Perspektive zur Untersuchung von zyklischen Unternehmen, stark wachsenden Firmen, Unternehmen mit beschränkter Lebensdauer oder auch von Unternehmen, bei denen in den nächsten Jahren mit negativen Erträgen zu rechnen ist. 

Allerdings lehnen wir Bewertungskennzahlen nicht vollständig ab. Wir nutzen sie vielmehr zur Gegenprobe unserer DCF-basierten Schätzungen des fairen Unternehmenswertes. Wir sind uns dabei der Tatsache bewusst, dass DCF-Modelle eigene Herausforderungen mit sich bringen, beispielsweise eine hohe Anzahl geschätzter Eingabedaten sowie der Umstand, dass die Methode keine Hinweise auf kurzfristige zu erwartende Bewegungen der Marktkurse liefert. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass unser langfristiger Ansatz diesen negativen Faktoren entgegenwirkt. 

Unser Aktien-Research folgt der Annahme, dass sich der intrinsische Wert eines Unternehmens aus den Zahlungsströmen ergibt, die es in der Zukunft erwirtschaften kann. Ziel des Morningstar Aktien-Ratings ist die Identifizierung von Aktien, die mit einem Abschlag bzw. zu einem Aufschlag gegenüber ihrem intrinsischen Wert (bzw. um die Terminologie von Morningstar zu verwenden: gegenüber ihrer „Fair Value-Schätzung“) gehandelt werden. Aktien, die ein Rating von fünf Sternen erhalten, weisen auf risikobereinigter Basis den höchsten Abschlag gegenüber ihrem Fair Value auf, während Ein-Sterne-Aktien zu einem Aufschlag gegenüber ihrem intrinsischen Wert gehandelt werden und Anlegern einem Verlustrisiko aussetzen. 

Das Morningstar-Rating beruht auf vier Hauptkomponenten:

(1) Unsere Beurteilung des Economic Moat (der Wettbewerbsstärke) eines Unternehmens,

(2) unsere Schätzung des beizulegenden Zeitwerts (Fair Value) der Aktie,

(3) unsere Unsicherheit bezüglich der Fair Value-Schätzung, die einen Abschlag auf den Fair Value nach sich zieht

4) dem Abgleich des fairen Werts (abzüglich des Unsicherheitsabschlags) mit dem aktuellen Marktkurs der Aktie, aus dem unser Sterne-Rating für Aktien hervorgeht.

In Kürze lässt sich der Prozess anhand der unteren Grafik ablesen. 

Grafik: Wie wir zu unserem Equity Sterne-Rating kommen

Nach diesem eher generell gehaltenen Überblick kommen wir im zweiten Teil zu den Details der vier oben erwähnten Research-Komponenten, bevor wir im Anschluss unser Morningstar Sterne Rating für Aktien vorstellen.

 

Über den Autor Ali Masarwah

Ali Masarwah  Ali Masarwah ist als Chefredakteur für die deutschsprachigen Seiten von Morningstar verantwortlich.