Europäische Unternehmen sind aus ESG-Sicht Spitze

Die Auswertung der drei ESG-Komponenten im Einzelnen zeigt, dass US-Unternehmen weit hinter ihren europäischen Wettbewerbern zurückfallen. Bei der Governance hapert es allerdings auch an einigen Stellen in Europa.

Dan Lefkovitz 17.04.2018

Im ersten Teil des Artikels zu unserem per Ende Februar 2018 berechneten Sustainability Atlas haben wir die Top-down-Übersicht über die Nachhaltigkeitsbilanz von 46 Morningstar Länderindizes geliefert und dabei auch die Bedeutung von Kontroversen illustriert. Nun wollen wir die drei ESG-Komponenten im Einzelnen beleuchten. Kommen wir zunächst zur Umweltbilanz. Hier kommen Faktoren wie Schadstoffemissionen und andere Belastungen, etwa durch ineffiziente Müllentsorgung, Energieverbrauch usw. zum Tragen. 

Europäische Unternehmen zeigen mit Abstand die beste Umweltbilanz, der Rest des Index-Universums hinkt deutlich hinter her. Von allen Länderindizes zeigen die Länderindizes von Portugal, Spanien, Frankreich, die Schweiz und Finnland die besten Werte. 

Außerhalb Europas landen nur die Indizes Kolumbiens, Südkoreas, Hongkongs und Taiwans im zweiten Quintil. Dagegen landet der US-Morningstar Index im dritten Quintil – wie auch die Morningstar-Indizes für Aktien aus Australien, Brasilien, Südafrika, Japan, Indien und der Türkei.

Russland und China schneiden wie erwartet schlecht ab, werden allerdings von einigen südostasiatischen Ländern, vor allem jedoch von Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten, unterboten.  

Grafik: Morningstar Sustainability Atlas: Die Umweltbilanz

Wenig anders fällt die soziale Bilanz auf Länderebene aus. Hier werden unter anderem Produktionsbedingungen und Arbeitsstandards bewertet. Auch hier ist Europa Spitze. Die europäischen Indizes teilen die besten zwei Indexquintile mit Australien, Taiwan und Kolumbien untereinander auf. 

Die USA befinden sich auch hier im dritten Quintil - wie auch Indien, die Türkei und Brasilien.

Grafik: Morningstar Sustainability Atlas: Die soziale Bilanz  


 

Kommen wir nun zu Aspekt Governance. Hier geht es um Grundsätze der guten Unternehmensführung, etwa die Unabhängigkeit von Aufsichtsräten, Korruption und ethische Aspekte der Unternehmensführung. Hier zeigt sich ein etwas anderes Bild. Zwar ragt auch im dritten ESG-Teilbereich Europa unter den 46 betrachteten Indizes heraus.

Allerdings sind die westeuropäischen Unternehmen nicht so allein auf weiter Flur wie in den anderen beiden Teilbereichen. Australien und Kolumbien finden sich ebenfalls im ersten Quintil. Brasilien, Kanada und Südafrika landen im zweiten Quintil. 

Auffällig ist indes, dass sich US-Unternehmen abgeschlagen im vierten Quintil befinden und damit ähnlich schwach abschneiden wie Peru, Indonesien oder Malaysia. 

Auch das sehr schlechte Abschneiden Japans ist auffällig. Der Länderindex befindet sich in derselben Liga wie die Barometer Russlands und Chinas und Chiles. Nach Katar schneidet China von allen untersuchten 46 Indizes am schlechtesten ab.

Grafik: Morningstar Sustainability Atlas: Die Governance-Bilanz  


 

 

 

Über den Autor

Dan Lefkovitz  Dan Lefkovitz is Content Strategist, Indexes Product Management.