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Mischfonds sind das A und O auf morningstar.de

Wir haben nachgeschaut, welche Fonds unsere Leser im ersten Quartal im Fokus hatten. Es dominieren „alte Bekannte“ in unserer Rangliste der am meisten angeklickten Fonds. Neuling von AGI ersetzt M&G Global Basics.

Ali Masarwah 15.04.2014
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Die Website morningstar.de richtet sich an Anleger in Deutschland. Unser Research sucht seinesgleichen mit Blick auf Tiefenschärfe und Neutralität und wird von unseren Lesern stark frequentiert - im Schnitt rund 600.000 mal klicken Sie, liebe Leserinnen und Leser, monatlich auf unsere Tools, Artikel und Informations-Seiten zu Fonds und ETFs. Nachzuschlagen gibt es bei uns viel: Wie sieht das Rendite-Risiko-Profil eines Fonds aus? Was sind die Top-Holdings und welche Veränderungen gab es gegenüber dem vorherigen Zeitpunkt? Welches Rating weist ein Fonds auf, und warum senken oder heben unsere Analysten ihre Daumen? Alle diese Informationen zu (fast) allen in Deutschland zum öffentlichen Vertrieb zugelassenen Fonds finden Sie auf morningstar.de. 

Wir schauen jedes Quartal auf unsere Statistiken, die uns zeigen, welche Fonds Sie besonders interessiert haben. Heute schauen wir nach, welche Fondsnamen oder ISINs Sie in die Suchmaske unserer Website besonders häufig eingetippt haben. Die untere Liste liefert einen Überblick über die Fonds im Fokus auf morningstar.de. Sie ist nach den am häufigsten angeklickten Fonds sortiert. Neben dem Namen und der ISIN der Fonds finden sich die Sterne-Ratings sowie - falls vorhanden - das Ergebnis des qualitativen Morningstar Analyst Ratings (lesen Sie hier mehr zun unseren Morningstar Analyst Ratings).

Abgerundet wird die Tabelle wie üblich von der Jahres-Performance der Fonds im Fokus sowie der relativen Performance gegenüber der Vergleichsgruppe und dem Index. Ein positiver Wert in den Spalten „Performance vs Peergroup“ und „Performance vs Index“ würde beispielsweise bedeuten, dass der Fonds Vergleichsgruppe und Index hinter sich gelassen hat, ein negativer Wert würde indes eine unterdurchschnittliche Wertentwicklung aufzeigen.

Tabelle: Die 10 am häufigsten angeklickten Fonds auf morningstar.de 

Der am häufigsten gesuchte Fonds auf morningstar.de war im ersten Quartal 2014 der FvS Multiple Opportunities. Das war auch der Favorit unserer Leser im gesamten vergangenen Jahr. Der flexible Mischfonds zählte im abgelaufenen Jahr zu den großen Gewinnern im Vertrieb. In diesem Jahr hat sich das Tempo der Zuflüsse indes deutlich abgeschwächt – ganze 30 Millionen Euro waren es in den ersten beiden Monaten des Jahres nach Mitteflüssen von rund 1,15 Milliarden Euro in den vergangenen 12 Monaten (per Ende Februar 2014).

Per Ende Dezember – leider liegen uns hiernach keine aktuelleren Portfoliodaten zu dem Fonds vor – war der FvS Multiple Opportunities zu gut 70% in Aktien investiert, was einer offensiven Ausrichtung entspricht. Wir bewerten den Fonds mit der Note „Bronze“, warnen jedoch vor den Einschränkungen bei der Aktienauswahl: Angesichts einer Größe von gut 4,6 Milliarden Euro ist die Fonds nur noch eingeschränkt in der Lage, substanziell auf Nebenwerte zu setzen.

Entsprechend fanden sich zuletzt vor allem Großkonzerne wie Nestle, Toyota, Coca-Cola und Qualcomm im Portfolio. TAG Immbilien und Bechtle gehören allerdings auch noch zu den Top-Werten im flexiblen Mischfonds. Übrigens lag der FvS Multiple Opportunities in diesem Jahr per Ende März mit einer Performance von 1,4% zwar um 80 Basispunkte unter einem gemischten Aktien-Renten-Index, übertraf den Durchschnitt der global investierenden, flexiblen Mischfonds um 60 Basispunkte.

Carmignac leidet unter Performance-Schwäche und hohen Abflüssen

Der zweite große Mischfonds am Markt, der Carmignac Patrimoine, zog auch im ersten Quartal großes Interesse unserer Leser auf sich zieht. Der von Edouard Carmignac verwaltete zehrt allerdings nicht länger von seiner großen Leistung aus dem Jahr 2008, als er das Kunststück vollbrachte mit einer schwarzen Null abzuschließen. Flossen dem Fonds daraufhin im Jahr 2009 10,13 Milliarden Euro zu und 2010 noch einmal 9,9 Milliarden Euro, ist der Ruhm seitdem deutlich verblasst. Seit 2009 konnte der Fonds in keinem Kalenderjahr einen ausgewogenen 50:50-Index übertreffen und lag 2012 und 2013 deutlich unter der Vergleichsgruppe.

Auch im ersten Quartal lag der Fonds um 200 Basispunkte hinter dem durchschnittlichen ausgewogenen Mischfonds. Europaweit flossen in den ersten 2 Monaten 1,25 Milliarden Euro ab, und erste Indikationen deuten darauf hin, dass der Fonds auch im März erhebliche Rückgaben zu verkraften hatte (finale Informationen zu den Mittelflüssen in Publikumsfonds im März werden Ende April, also in etwa zwei Wochen vorliegen).

Vor allem defensive Mischfonds sind in Deutschland gefragt

Ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass das Interesse am FvS Multiple Opportunities und Carmignac Patrimoine kein Zufall war. In Deutschland sind Mischfonds derzeit der Renner im Vertrieb. Anleger – aber auch Berater - delegieren zunehmend die Verantwortung an Fondsmanager, denen sie offenbar zutrauen, den richtigen Aktien-Renten-Mix für das Portfolio zu finden. Die sprichwörtliche Risikoaversion deutscher Anleger zeigt sich dabei an der Tatsache, dass mit dem Ethna-Aktiv E, M&G Optimal Income Fund, Bantleon Opportunities und Kapital Plus A vier defensive Mischfonds stark gesucht waren.

Bei den ersten drei dieser Fonds fällt auf, dass sie in diesem Jahr keinen guten Start hatten. Während der M&G Optimal Income im abgelaufenen Quartal zwar hinter seinem Index lag, sich aber zugleich besser schlug als seine Vergleichsgruppe, erwischte es den Bantleon Opportunities schwer. Der Fonds lag 470 Basispunkte hinter der Peergroup und sogar 600 Basispunkte hinter seinem Index - eine sehr deutliche Underperformance nach allen Maßstäben, aber besonders schwer wiegt dieser Verlust bei einem konservativen Mischfonds.

Weniger deutlich aber doch unterdurchschnittlich fiel die Performance des Ethna-Aktiv E im ersten Quartal aus. Inzwischen wurde der Fonds qualitativ bewertet. ER trägt das Rating „Neutral“, was viele Investoren auf den ersten Blick erstaunen dürfte. Das Rating bedeutet, dass wir dem Fonds längerfristig keine überdurchschnittliche Performance im Kategoriedurchschnitt zutrauen. In diesem Jahr liegt der Ethna-Aktiv (per Ende März) mit einem Minus von 0,8 rund 50 Basispunkte hinter der Kategorie der global investierenden defensiven Mischfonds (lesen Sie mehr zu unserer Einschätzung hier).

Kapital Plus ersetzt den M&G Global Basics

Der Kapital Plus A, ein Fonds von Allianz Global Investors, ist dagegen der Newcomer des ersten Quartals. Er ersetzt in der Liste der am meisten gesuchten Fonds den M&G Global Basics. Per Ende Januar (auch hier liegen keine aktuelleren Portfoliodaten vor) war der defensive EUR Mischfonds zu rund 2/3 in Anleihen und zu knapp 30 Prozent in Aktien investiert, der Rest entfiel auf Cash. Auf der Bond-Seite fallen Investments in der Europeripherie auf, auf der Aktienseite besteht die größte Übergewichtung gegenüber der Kategorie in Technologieunternehmen und nichtzyklischen Konsumgütern.

Der von Stefan Kloss und Armin Kayser verwaltete Fonds lag in jedem Jahr seit 2008 besser als der Durchschnitt der Morningstar-Kategorie und leistete sich seit 2008 gegenüber einem 75:25 Aktien-Renten-Index nur 2013 einen Ausrutscher , als er leicht unter der Messlatte lag. In diesem Jahr lag der Kapital Plus per Ende März mit einem Plus von 3,28 Prozent rund 160 Basispunkte vor dem Durchschnittsfonds der Kategorie und 30 Basispunkte vor seinem Vergleichsindex.

Mischfonds im Aktienkleid

Ein eher ungewöhnlicher Vertreter der Mischfondszunft stellt der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen dar, was sich bereits am Namen ablesen lässt. Der Fonds wird vom Finanzdienstleister Shareholder Value Management AG verwaltet. Er wurde ursprünglich als Nebenwertefonds gestartet, wird jedoch heute wegen der sehr hohen Cash-Quote als Mischfonds geführt. Aus diesem Grund fällt die Performance des Fonds gegenüber der Vergleichsgruppe der Mischfonds so hervorragend aus. Vergleicht man ihn dagegen mit Aktienfonds, die sich auf Nebenwerte konzentrieren, fällt die Bilanz seit 2012 bescheiden aus, was angesichts des Cash-Drags in Zeiten der Aktienhausse kein Wunder ist.

Anleger sollten sich also der Divergenz zwischen dem Fondsnamen (und den Angaben in den gesetzlich vorgeschriebenen Fondsprospekten) und der tatsächlichen Anlagepraxis bewusst sein. Sollte der Fondsmanager im Sinne haben, nachhaltig dieses Produkt als Mischfonds zu bewirtschaften, wäre eine Namensänderung ganz im Sinne von Produktklarheit und –Wahrheit.

DWS-Fonds punkten mit bekannten Stärken

Doch kommen wir nun zu den „echten“ Aktienfonds unter den am häufigsten aufgesuchten Produkten auf morningstar.de im ersten Quartal. Hier finden sich lauter „alte Bekannte“. Der DWS Deutschland weist ein schon fast beängstigend vertrautes Bild auf – seit 2011 liegt der von Tim Albrecht verwaltete Fonds konstant vor seiner Benchmark und Vergleichsgruppe. Die Strategie basiert auf der Sektorallokation, thematischen Investments und der Steuerung des Investitionsgrades. Albrecht setzt auch auf Nebenwerte - vor allem auf MDAX-Unternehmen. Auch Risikoadjustiert fällt die Performance gegenüber der Konkurrenz überdurchschnittlich aus, weshalb der Fonds im Morningstar Analyst Rating mit der zweitbesten Note „Silver“ bewertet ist.

Auch der DWS Top Dividende findet sich unter den häufig gesuchten Fonds auf unserer Homepage. Der Von Thomas Schüssler verantwortete Fonds hält ebenfalls das zweitbeste Morningstar Analyst Rating „Silver“. Nach einer Performance-Durststrecke 2012 und 2013 liegt der Dividendenfonds 2014 wieder vor seinem Kategoriedurchschnitt.

Nur mit einem „Neutral“ ist indes der Fidelity European Growth Fund bewertet. Der Fonds wurde 2012 im Zuge eines Fondsmanagerwechsels umgestellt und setzt nunmehr den Fokus auf qualitativ hochwertige Standardwerte. Die Ergebnisse fielen gegenüber anderen Europafonds und dem Index bisher freilich eher unspektakulär aus, und auch in diesem Jahr liegt der Fonds erneut hinter Kategoriedurchschnitt und dem Index MSCI Europe.

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Über den Autor

Ali Masarwah

Ali Masarwah  Ali Masarwah war von 2011 bis Frühjahr 2021 als Chefredakteur für die deutschsprachigen Anleger Websites von Morningstar verantwortlich