Starbucks – eine der interessantesten Wachstumsstories

Der Ausbau von Geschäftsbereichen, Produktinnovationen sowie gute Kundenbindungsprogramme führten jüngst zu einem Besucherwachstum. Zudem stützen der starke Markenwert und die Verhandlungsmacht die internationale Expansion. Wir heben unsere Fair-Value-Schätzung leicht an.

R.J. Hottovy, CFA 07.08.2015

Starbucks ist für uns nach wie vor eine der interessantesten Wachstumsstories im Markt für Konsumaktien. Die Kaffeehaus-Kette verfügt über eine starke Marke, ist innovativ bei Produktneuheiten und entwickelt ihre Angebotspalette kontinuierlich weiter. Zudem kann sie nachhaltige Kostenvorteile geltend machen. Starbucks ist daher gut für ein weiteres Umsatz- und Margenwachstum aufgestellt.

In den USA ist das Unternehmen bereits sehr etabliert, doch sehen wir dennoch Wachstumspotential durch neue Verkaufskonzepte wie Express-Filialen, Drive-Through-Vertrieb oder Getränketrucks. Darüber hinaus werden die Verkaufsflächen der Premiummarke Starbucks Reserve neu aufgestellt. Starbucks Reserve sind kleine Einheiten ungewöhnlicher Kaffeesorten, die als Sonderaktion für kurze Zeit verkauft werden. Vielversprechend finden wir auch die Möglichkeiten der Plattform „Mobile Order & Pay“, mit der Kunden ihren Kaffee vorbestellen und auch gleich bezahlen können. Das System soll bis zum Weihnachtsgeschäft eingeführt werden.

International bestehen Expansionsmöglichkeiten vor allem in China, Japan, Indien und Brasilien. Bewährte Praktiken aus dem US-Geschäft können unserer Ansicht nach auch auf diese Regionen angewandt werden, um so das Wachstum zu beflügeln.

Die Herausforderung für weiteres Wachstum auf Groß- und Einzelhandelsflächen besteht im dortigen Wettbewerb. Starbucks hat aber einen starken Markenwert, Verhandlungsmacht gegenüber Lieferanten und ein ausbaufähiges Geschäftsmodell. Diese Vorteile bestärken unsere Ansicht, dass das Unternehmen in der Anfangsphase einer langfristigen, positiven Entwicklung steht, was die Vertriebskanäle, Markendiversifizierung sowie die regionalen Expansionsmöglichkeiten angeht. Die jüngsten Kundenzahlen bei Starbucks zeigen zudem, dass Kunden die Starbucks Filialen nach wie vor regelmäßig aufsuchen, während viele andere Restaurantbetriebe um Kundenzahlen kämpfen müssen: Im dritten Quartal lag der Anstieg des flächenbereinigten Besucheraufkommens bei 4%.

Bislang hat die Kaffeehaus-Kette ein beeindruckendes Umsatzwachstum gezeigt. Die operative Marge ist um 100 Basispunkte auf 19,5% angestiegen, und das trotz erhöhter Marketingausgaben und gestiegenen Rohstoffpreisen. Das Umsatzwachstum für die nächsten fünf Jahre schätzen wir auf 6% jährlich. Innerhalb der kommenden zwei Jahre sind nach unserer Ansicht operative Margen von knapp über 20% erreichbar.

Risiken für das Wachstum der Kaffeehaus-Kette sehen wir in neuen Wettbewerbern wie Dunkin‘ Donuts oder McDonalds Café. Ferner könnte sich Joh. A. Benckiser nach Konsolidierung der verschiedenen Marken zu einem starken Konkurrenten entwickeln. Neue Starbucks-Marken wie Teavana oder die französisch anmutende Bäckereikette „La Boulange“ könnten von der Kernmarke ablenken.

Für das laufende Jahr gehen wir von einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,57 USD bis 1,58 USD aus. Angesichts der starken Quartalsergebnisse, der Innovationspipeline und des optimistischeren mittelfristigen Ausblicks für die Marge heben wir unsere Fair-Value-Schätzung von 55 USD geringfügig auf 60 USD an. Zum Handelsschluss am 6. August notierten Starbucks-Anteile bei 57,23 USD.

Über den Autor

R.J. Hottovy, CFA  ist Aktienanalyst bei Morningstar