Berater sollten die Sprengkraft von ETFs kreativ nutzen

Noch immer scheuen viele Berater börsennotierte Indexfonds wie der Teufel das Weihwasser. Wer nur der Praxis von gestern nachhängt, macht sich aber zum Teil des Anlageproblems der Anleger und hat wohl kaum das Zeug zum Problemlöser. Ein Kommentar*

Ali Masarwah 14.07.2016

Die meisten Berater halten sich bei ETF zurück. Sie verkennen dabei jedoch, dass sich der Indexierungszug nicht aufhalten lässt und verpassen eine Chance, verloren gegangene Kompetenz wiederzugewinnen. Die Vorbehalte in der Beraterschaft sind groß, und die Einwände gegen den Einsatz von ETF in Privatkundenportfolios Legende. Kostprobe? „ETF fördern spekulative Blasen“ (im Prinzip ja, aber aktiv gemanagte Fonds haben nicht bewiesen, dass sie anders arbeiten), „aktives Management ist für die Risikokontrolle unerlässlich“ (bei Aktienfonds ist diese These höchst zweifelhaft, in anderen Asset-Klassen unbewiesen), „in weniger erforschten Kapitalmarktsegmenten (Nebenwerte, Schwellenländer, Hochzinsanleihen) bringen ETF Nachteile“ (auch dort haben aktive Manager en Gros nicht bewiesen, dass sie es besser können). 

Die Liste an Einwänden ließe sich ebenso wie die der Gegenargumente beliebig verlängern. So wichtig es ist, sich über die Folgen der Indexierungswelle, welche die Asset-Management-Branche gerade überrollt, für Investmentstrategien Gedanken zu machen, so erweisen sich die Beratereinwände zumeist als schlecht kaschierte Ratlosigkeit: Börsennotierte Indexfonds lassen sich nicht mit dem dominierenden Geschäftsmodell des Finanzvertriebs in Einklang bringen, das auf Bestandsprovisionen und Abschlussgebühren fußt. 

Die resultierende Verweigerungshaltung und Nibelungentreue zu aktiv gemanagten Fonds mögen auf den ersten Blick verständlich sein. Wer aber so agiert, erweist nicht nur den Kunden einen Bärendienst, sondern setzt auch die eigene geschäftliche Existenz aufs Spiel. ETF-Verweigerer stellen ihre Interessen über die des Kunden und machen sich damit zum Teil des Anlageproblems vieler Investoren, anstatt Problemlöser zu sein. Am Anfang sollten zwei (bittere) Erkenntnisse stehen: Das Provisionsmodell hat sich in seiner bisherigen Form überlebt. Aktiv gemanagte Fonds sind, ironischerweise auch wegen dieses Modells, viel zu leistungsschwach, als dass Berater die Indexierungsalternative ignorieren könnten. 

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Über den Autor

Ali Masarwah

Ali Masarwah  Ali Masarwah ist als Chefredakteur für die deutschsprachigen Seiten von Morningstar verantwortlich.

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