US-Notenbank-Chef signalisiert künftig kleinere Zinsschritte

WASHINGTON (awp international) - Der Chef der US-Notenbank, Jerome Powell, hat künftig kleinere Zinsschritte in Aussicht gestellt.

awp 01.12.2022
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USA"Der Zeitpunkt für eine Verringerung der Zinserhöhungen könnte schon auf der Dezember-Sitzung kommen", sagte Powell am Mittwoch in Washington auf einer Veranstaltung des Instituts Brookings. Gleichzeitig stellte er jedoch weitere Leitzinserhöhungen in Aussicht.

Eine restriktive Geldpolitik sei noch für einige Zeit notwendig. Der Zinsgipfel dürfte noch etwas höher liegen als im September signalisiert. Damals hatte die Fed laut den Projektionen der Mitglieder im Median einen Zinsgipfel von 4,6 Prozent prognostiziert. Schliesslich sei die Inflation immer noch zu hoch, so Powell. Man brauche mehr Signale für eine rückläufige Inflation.

Auf der jüngsten Sitzung Anfang November hatte die Fed ihren Leitzins zum vierten Mal in Folge kräftig um 0,75 Prozentpunkte erhöht. Die Fed hat im laufenden Jahr die Leitzinsen von fast null auf 3,75 bis 4,0 Prozent angehoben. An den Finanzmärkten wird überwiegend erwartet, dass die Fed ihren Leitzins Mitte Dezember um 0,50 Prozentpunkte anheben wird. Einige Ökonomen befürchten jedoch, dass die Fed die Konjunktur zu stark abwürgen könnte.

So hat sich das Wirtschaftswachstum in den USA laut einem Bericht der Fed zuletzt abgeschwächt. Die wirtschaftliche Aktivität habe sich kaum verändert oder leicht zugelegt, heisst es in dem Konjunkturbericht (Beige Book). Das Beige Book wurde nach der Rede von Powell veröffentlicht. Im Oktober hatte die Fed noch von einem "bescheidenen" Wirtschaftswachstum gesprochen. Die gestiegenen Zinsen und die hohe Inflation belasteten die wirtschaftliche Aktivität. Die Befragten hätten eine gewachsene Unsicherheit oder gar einen gestiegenen Pessimismus geäussert.

Die Inflation bleibt laut dem Bericht hoch. Allerdings habe sie sich abgeschwächt. Dies sei eine Folge von besser funktionierenden Lieferketten und einer schwächeren Nachfrage. Im Einzelhandel seien die Preise einem Abwärtsdruck ausgesetzt, da die Verbraucher vermehrt nach Preisnachlässen suchen würden. Einige Rohstoffpreise würden sinken, während die Lebensmittelpreise weiter steigen würden. Die Befragten erwarteten eine unverändert hohe Inflation oder einen leichten Rückgang.

Die Inflation in den vergangenen Monaten hat bereits etwas nachgegeben. Im Oktober sank die Jahresinflationsrate auf 7,7 Prozent. Im Juni hatte sie noch bei 9,1 Prozent ein 40-Jahreshoch markiert.

Die Erhebung der Daten für das Beige Book wurde am 23. November abgeschlossen. Der Konjunkturbericht der Fed erscheint achtmal im Jahr. Der jüngste Bericht wurde von der regionalen Notenbank von Boston erstellt. Das Konjunkturbild beruht auf Umfragen der Fed.

Die Finanzmärkte reagierten vor allem auf die Rede von Powell. So legte der Euro nach der Veröffentlichung deutlich zu. Zudem stiegen auch die US-Aktienkurse. Die Renditen von US-Staatsanleihen gaben nach./jsl/jha/

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