Diese deutschen Aktien sind zurzeit unterbewertet

Zahlreiche deutsche Aktien notieren zurzeit im unterbewerteten Bereich. Hier ein Blick auf die aktuellen Morningstar-Ratings. 

Antje Schiffler 16.05.2024
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deutsche böerseMorningstar-Analysten beobachten rund 1.740 Aktien. Diese werden mit Sternen bewertet - je nachdem, ob der Analyst die Aktie für über- oder unterbewertet hält. Die Titel, die als unterbewertet gelten, erhalten ein Sterne-Rating von 4 und 5. Überbewertete Aktien erhalten 1 oder 2 Sterne.

Wir blicken heute auf die 49 deutschen Unternehmen in der Abdeckung. Der DAX bewegt sich auf Rekordhöhen, doch weiterhin notieren 22 Titel im unterbewerteten Bereich (Daten per 15. Mai 2024). Bei unseren letzten Untersuchungen im März waren noch 23 Aktien unterbewertet, hatten also eine Bewertung von 4 oder 5 Sternen.

Die Methodik: Unsere Analysten bewerten Aktien anhand der Kennzahl "Kurs/Fairer Wert" oder Price/Fair Value. Ein Kurs-/Fair Value-Verhältnis von 1 bedeutet, dass das Unternehmen fair bewertet ist, während ein Wert um 2 bedeutet, dass er doppelt so hoch bewertet ist wie der faire Wert (und die Aktie somit überbewertet ist).

Dies heißt also, dass wir davon ausgehen, dass Anleger über einen mehrjährigen Anlagehorizont hinweg eine Rendite erzielen würden, die unterhalb einer angemessenen risikobereinigten Rendite liegt. Das Sterne-Rating für Aktien wird bei Marktschluss börsentäglich neu berechnet. Das Kurs-/ Fair Value-Verhältnis einer Aktie wird also fortlaufend aktualisiert.

 

 

 

Unterbewertete deutsche Aktien: Veränderung des FVE

Die Fair Value-Schätzungen (FVE) von vier dieser Aktien haben unsere Analysten seit Anfang 2024 nach unten angepasst:

  • Commerzbank (CBK) von 163,00 EUR auf nun 108,00 EUR

  • RWE (RWE) von 55,00 EUR auf nun 48,00 EUR

  • Zalando (ZAL) von 53,00 EUR auf 41,00 EUR

  • Bayer (BAYN) von 75,00 EUR auf 68,00 EUR

 

Für die Aktien haben unsere Analysten die Schätzung des fairen Wertes seit Jahresbeginn angehoben:

  • Allianz (ALV) von 265,00 EUR auf 310,00 EUR

  • Rheinmetall (RHM) von 343,00 EUR auf 730,00 EUR

  • BMW (BMW) von 163,00 EUR auf 165,00 EUR

  • Mercedes Benz (MBG) 116,00 EUR auf 117,00 EUR 

 

Lesen Sie hier mehr über die Einschätzungen unserer Analysten: 

 

BMW mit Gewinnrückgang

Die Ergebnisse von BMW (Narrow Moat) für das erste Quartal waren gemischt: das moderate Umsatzwachstum (ohne Währungsumrechnung) wurde durch den Druck auf die Gewinnmargen ausgeglichen. Dennoch entsprach die Entwicklung im Großen und Ganzen unseren Erwartungen, und unsere langfristige These bleibt unverändert. Wir haben unsere Fair Value-Schätzung um 1 Euro auf 166 Euro erhöht, da sich der Zeitwert des Geldes seit unserer letzten Aktualisierung erhöht hat.

Brian Bernard, Aktienanalyst bei Morningstar, 8.5.2024

 

Mercedes Benz: Langfristiger Ausblick unverändert 

Der Autobauer hat am 30. April Zahlen fürs 1. Quartal vorgelegt. 

Narrow Moat Mercedes-Benz meldete enttäuschende Ergebnisse für das erste Quartal, da sich der makroökonomische Druck auf die Ergebnisse auswirkte. Die Aktie gab am 30. April intraday um etwa 5% nachgab. Umsatz und Gewinn pro Aktie im ersten Quartal blieben um 8% bzw. 2,4% hinter den FactSet-Konsensschätzungen zurück. Trotz des kurzfristigen Gegenwinds bleiben unsere langfristigen Aussichten unverändert, und wir bekräftigen unsere Fair Value-Schätzung von 117 EUR je Aktie.

Krzysztof Smalec, CFA, Equity Analysz bei Morningstar

 

Rheinmetall-Aktie zieht an 

Wir erhöhen die Bewertung von Rheinmetall von EUR 445 auf EUR 730, nachdem wir den potenziellen M2 Bradley-Ersatzauftrag aus den USA berücksichtigt und unsere langfristige Gewinnwachstumsannahme von 3% auf 5% erhöht haben. Ohne den US-Vertrag liegt der faire Wert bei 680 EUR und damit immer noch deutlich über dem aktuellen Marktpreis.

Lorendana Muharremi, Aktienanalystin bei Morningstar, 25.4.2024 

 

 

Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen ausschließlich zu Bildungs- und Informationszwecken. Sie sind weder als Aufforderung noch als Anreiz zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers oder Finanzinstruments zu verstehen. Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen sollten nicht als alleinige Quelle für Anlageentscheidungen verwendet werden.

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Über den Autor

Antje Schiffler  ist Redakteurin bei Morningstar in Frankfurt.