Aktiv verwaltete Mischfonds: Zahlen sind nur schwer schönzureden

Unsere kritische Würdigung der Performance von Mischfonds hat wiederum Kritiker auf den Plan gerufen. Eine Übersicht und die passenden Repliken.

Ali Masarwah 24.04.2017
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Nach der Veröffentlichung unserer jüngsten kritischen Umschau zu EUR-Mischfonds haben sich einige Leser mit kritischen Anmerkungen gemeldet. Das ist nur allzu verständlich, denn in dem Artikel haben wir eklatante Schwächen von Aktien-Renten-Fonds offenbart. Das nagt am Selbstverständnis vieler Fonds-Picker, seien es Berater oder End-Anleger. Wir erinnern uns, dass Mischfonds, insbesondere im deutschsprachigen Raum, seit der Finanzkrise eine eminent wichtige Rolle im Vertrieb eingenommen haben. Wir haben also mit unserer Kritik einen Nerv getroffen bzw. haben offenbar einige Anleger und Berater genervt! Drei Stoßrichtungen der Kritik haben wir wahrgenommen, auf die wir hier eingehen wollen: 

1. Da gibt es zunächst die Globalkritiker, mit denen wir uns nur kurz aufhalten werden. „Ihr schreibt immer dasselbe und reitet nur auf den Kosten herum, das nervt!“, so der Tenor einiger (weniger) Kritiker. Ohne allzu viel Leserschelte betreiben zu wollen, können wir diesen Einwand nicht gelten lassen, denn er stellt die Dinge auf den Kopf. Hier wird der Überbringer der schlechten Nachricht und nicht deren Urheber als Problem identifiziert. Wir beschränken uns auf den Hinweis, dass wir derartige kritische Bestandsaufnahmen so lange machen werden und auch müssen, so lange das Problem existiert. Die Performance von Mischfonds in Europa fällt langfristig schwach aus, und gerade weil Mischfonds zu den beliebtesten Produkten im Vertrieb gehören, muss diese Schwäche benannt und (fair) analysiert werden. Ein wichtiger Grund für die schwache Performance sind die hohen Kosten. Das ist leider ein Faktum. Keiner zwingt Fondsmanager, eine Gebühr von zwei Prozent pro Jahr für ein Standardprodukt zu erheben und ggf. auch noch Performance Fees drauf zu satteln. Zur Erinnerung: Kosten sind langfristig der wichtigste Indikator für die relative Rendite vergleichbarer Investments - das gilt auch für Mischfonds. Natürlich drücken wir den Managern von EUR-Mischfonds die Daumen und werden umgehend die positiven Neuigkeiten vermelden, wenn sich die Performance ihrer Produkte verbessert! 

2. Die Benchmarks, die unseren Vergleichen zugrunde liegen, spiegelten nicht die Realität des europäischen Investors wider. Somit seien Vergleiche wie der oben erwähnte Beitrag irrelevant, so die Kritik. Diese Einwände heben darauf ab, dass die Aktien-Benchmarks, die wir für EUR-Mischfonds verwenden, nicht der Asset-Allocation europäischer Mischfonds entsprächen. (Bei der Rentenseite gibt es keinen Dissenz: Hier verwenden wir ein reines europäisches Rentenuniversum in Gestalt des breit diversifizierten Index BBg Barclays Euro Aggregate Bond). Doch die Kritik ist nur teilweise berechtigt. Zwar entspricht es der Tatsache, dass wir den FTSE World, einen Aktien-Index, der weitgehend vergleichbar ist mit dem MSCI World, als Messlatte für die Aktienbestandteile der EUR Mischfonds verwenden. Dieser Index ist in der Tat USA-lastig. Allerdings gilt diese Benchmark nur für solche Produkte, die auch tatsächlich ein globales Anlageuniversum aufweisen. Das sind die Mischfondskategorien, die neben der Bezeichnung „EUR Aggressive/Cautious/Moderate/Flexible“ den Zusatz „global“ enthalten. Fonds, die auf der Aktienseite überwiegend europäisch agieren, werden entsprechend anderen, europäischen EUR Mischfonds-Kategorien zugeordnet und bekommen aktienseitig die Benchmark FTSE All World Developed Europe verpasst.

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Über den Autor

Ali Masarwah

Ali Masarwah  Ali Masarwah war von 2011 bis Frühjahr 2021 als Chefredakteur für die deutschsprachigen Anleger Websites von Morningstar verantwortlich