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SFDR-Fonds: Erstmals Rückgänge bei "hellgrünen" Fonds

Im ersten Quartal des Jahres verzeichneten Artikel 8-Fonds erstmals Nettomittelabflüsse. Die strengeren "dunkelgrünen" Artikel 9-Fonds wachsen indes weiter.

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Investmentfonds nach den Kriterien der Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) zeigten sich im ersten Quartal uneinheitlich. Sorgen um Inflation, Zinsen und Krieg wirken sich auch aus auf das Wachstum der Artikel 8- und Artikel 9-Fonds.

So zogen Investoren erstmals mehr Gelder aus Artikel 8-Fonds heraus, als hineingeflossen sind. Das Minus liegt bei rund 3,3 Mrd. EUR. Artikel 9-Fonds erzielten indes Mittelzuflüsse in Höhe von 8,6 Mrd. EUR. 

Die Assets in Artikel 8- und Artikel 9-Fonds wuchsen im ersten Quartal 2022 um 8,5% auf 4,18 Billionen Euro. Mittlerweile (Stand Ende März) machen die beiden Fondsgruppen gemessen an den Assets bereits 45,6% des Universums in der EU aus, gegenüber 42,4% Ende des Vorquartals.

Die Zahl der neuen Produkte ging im ersten Quartal um fast die Hälfte zurück auf schätzungsweise 138 neue SFDR-Fonds. Dies entspricht 47% der gesamten neuen Fonds, die in diesem Zeitraum in der EU aufgelegt wurden.

Amundi, JPMorgan und Nordea waren die drei größten Anbieter von Artikel 8-Fonds, während Pictet, BNP Paribas und BlackRock die größten Anbieter von Artikel 9-Fonds waren, gemessen am Vermögen.

Artikel 8-Fonds: Tops und Flops

Die folgende Tabelle zeigt die einzelnen Investmentfonds in der Artikel 8-Kategorie, die in Bezug auf Zu- und Abflüsse von Anlegergeldern am besten und am schlechtesten abgeschnitten haben:

Fund flows

 

Zuflüsse und Abflüsse bei Artikel 9-Fonds


Für die Fonds in der Kategorie Artikel 9 bietet diese Ansicht einen Einblick, wer in Bezug auf Zufluss und Abfluss gut und wer schlecht abgeschnitten hat. Es fällt auf, dass die Artikel 9-Fonds mit Abflüssen einen viel geringeren Betrag verloren als die Artikel 8-Fonds. Die meisten liegen unter 550 Millionen Euro. Ausnahme ist der Fonds von iShares, der ein heftiges Minus von 1,8 Mrd. EUR aufweist.

 

Artikel 9

 

Neue Fonds

Fondsanleger sind laut den Daten von Morningstar aufgrund der unsicheren geopolitischen Lage und der Unsicherheit angesichts der restriktiveren Geldpolitik vorsichtig geworden. Das bedeutet, dass auch Fondshäuser bei der Entwicklung neuer Anlageprodukte einen Schritt zurückkurbeln. 

In allen drei SFDR-Kategorien fiel die Anzahl neuer Fonds auf den niedrigsten Stand in den vier vollen Quartalen, in denen die SFDR in Kraft ist, wie die folgende Grafik zeigt:

sfdr q1 22 11

 

Die meisten dieser neuen Fonds konzentrieren sich auf ESG und Nachhaltigkeit im weiteren Sinne. Dabei bleibt Klima ein beliebtes Thema, der Markt für Klimafonds wächst weiter

 

Umklassifizierte Fonds

Neben der Auflegung neuer Fonds klassifizieren manche Fondshäuser bestehende Fonds um. Ein Beispiel dafür ist der Amundi Stoxx Europe 600 ESG ETF, der jetzt einen ESG-Fokus hat, aber vorher ein traditioneller Fonds unter dem Namen Amundi Stoxx Europe 600 ETF war. Neben diesem europaweiten passiven Produkt betreibt Amundi auch einen ETF auf den französischen CAC 40 Index, der jetzt grün ist und fortan Amundi CAC 40 ESG ETF heißen wird.

SFDR Article 8 and Article 9 Funds: Q1 2022 in Review

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Über den Autor

Robert van den Oever  Robert van den Oever ist Research Editor bei Morningstar in Amsterdam