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ETFs: Gewinner und Verlierer im Mai

An der allgemeinen Gemengelage der in Europa domizilierten und in Deutschland zum Verkauf registrieten ETF hat sich wenig geändert im Vergleich zum Vormonat. Weiterhin gilt: Energienahe Produkte gewinnen und schwierig bleibt es für Kryptowährungen und digitale Assets. Eine Ausnahme bildet TRON. 

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ETF

 

Laut Morningstar-Daten lagen im Mai rund 118,49 Prozentpunkte zwischen den besten und den schlechtesten börsengehandelten Produkten (ETPs) in Deutschland, wobei die Renditen zwischen 18,5% und -100% lagen. Die Werte für Europa lagen ebenfalls zwischen 18,5 und -100%.

Bei der Analyse der Trends haben wir wie immer inverse und gehebelte Fonds ausgeklammert. Da es sich bei ETPs um rein passive Produkte handelt, spiegeln sie die Marktentwicklung wider ohne die – gute oder schlechte – Voreingenommenheit eines aktiven Managers.

 

Die Tops: Energie und TRON

Das Bild ist sehr eindeutig: 14 der 15 am besten performenden ETFs, die in Deutschland zum Verkauf registriert sind, sind im Energiesektor beheimatet. 

An der Spitze liegt aber der VanEck TRON ETN A, ein Papier, das erst im September letzten Jahres aufgelegt wurde und den MVIS CryptoCompare TRON VWAP Close-Index abbildet.

Der MVIS CryptoCompare TRON VWAP Close Index misst die Wertentwicklung eines Portfolios digitaler Vermögenswerte, das in TRON investiert, einem der größten Blockchain-Systeme der Welt.

TRON ist die einzige Blockchain, die sich über alle großen Netzwerke hinweg eines kontinuierlichen Wachstums erfreut, während fast alle anderen im vergangenen Monat zweistellige Abschläge verzeichneten. Hintergrund ist, dass Tron von seinem neuen Stablecoin, USDD, profitiert. Justin Sun, der Gründer von TRON, versprach im April, dass USDD-Besitzer in der Lage sein würden, einen "risikofreien" Zinssatz von 30% über mehrere TRON-basierte Projekte zu generieren. Es gibt jedoch ein kleines Detail: Der neue, an den Dollar gekoppelte Coin verwendet ein System, das dem des kürzlich aufgelösten Terra-Stablecoins, LUNA, nicht unähnlich ist. Und warum das alles andere als günstiig ist, lesen Sie unter den Flops des Monats. 

Gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg äußerte Sun letzte Woche, dass USDD modifiziert werden würde, um einen Terra-ähnlichen Zusammenbruch zu vermeiden. Er sagte, dass eine Überbesicherung des algorithmischen Stablecoins das Vertrauen der Anleger stärken würde.

Auf Platz 2 bis 15 tummeln sich ETFs, die auf die ein oder andere Weise an Energieprodukte gekoppelt sind. Alle Papiere konnten im zweistelligen Bereich zulegen. Unter den Top 15 befinden sich sowohl Commodity-ETP auf Benzin und Erdgas, aber auch Produkte auf Aktien aus dem Energiesektor.

Hintergrund ist die Hausse am Energiemarkt, eine Folge des Ukraine-Krieges. Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union haben sich auf ein Embargo von russischem Öl, dass per Schiff transportiert wird, geeinigt. Im Endeffekt dürfte Europa damit die Einfuhren russsischen Öls bis Ende des Jahres um 90% drosseln. 

Dabei ist auch ein Fonds aus der Photovoltaikbranche, der Global X Solar UCITS ETF. Der Fonds bildet den Solactive Solar v2 Index ab, der aus 50 Komponenten besteht und ein Engagement in großen Unternehmen der Solarenergie ermöglichen soll. Am 18. Mai hat die Europäische Kommission das REPowerEU-Paket zur Energieeinsparung und Diversifizierung der Versorgung sowie zur Beschleunigung der Energiewende vorgestellt. Zu den verschiedenen Vorschlägen gehört, dass Solarpaneele für alle öffentlichen und gewerblichen Gebäude ab 2026 und für alle Wohngebäude ab 2030 verbindlich vorgeschrieben werden sollen.

 

 

 

Die Flops: Kryptos, Kryptos und Kryptos

Auf der Verliererseite stehen wie in den Vormonaten Produkte, die mit Blockchain und Kryptowährungen zu tun haben - allen voran der VanEckTerra ETN. Der Kurs von Terra (LUNA) ist seit dem Neustart des Terra-Ökosystems mit Terra 2.0 am 28. Mai um rund 70% eingebrochen. Der Absturz riss dann das gesamte Krypto-Ökosystem in den Abgrund.

Das System wurde entwickelt, um eine Dollarbindung aufrechtzuerhalten, die auch einen Schwester-Token, Luna, mit einschlossen. Im Laufe des vergangenen Jahres erfreute er sich großer Beliebtheit, bis er am 7. Mai nicht mehr wie vorgesehen funktionierte. Der Ausverkauf löste eine "Todesspirale" aus, die die Kryptos  zusammenbrechen ließ und mehr als 40 Milliarden USD an kombiniertem Marktwert verbrannte (was im Grunde 100% bedeutet). Der Kurs von LUNA fiel von 116 USD im April auf einen Bruchteil eines Pennys am 9. Mai.

Diese Art von Ereignissen hat größere Auswirkungen als nur die verlorenen Milliarden. Es sind auch solche Kapriollen, die die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, dazu veranlassten, in einem kürzlichen Interview zu erklären, dass Kryptowährungen "auf nichts basieren, es gibt keinen Basiswert, der als Sicherheitsanker fungiert." Ein digitaler Euro würde sich von privaten Kryptowährungen erheblich unterscheiden, fügte sie hinzu.

Lagarde forderte die politischen Entscheidungsträger weltweit auf, Regeln aufzustellen, um unerfahrene Investoren zu schützen, große Wetten auf digitale Vermögenswerte einzugehen. 

14 der 15 Verlierer am deutschen Markt sind im Bereich der Kryptos angesiedelt. Nicht nur Terra, auch Avalanche, Solana, Cosmos, Polygon und Polkadot wurden mit in den Abgrund gerissen. Auf Platz 3 der Flops ist zudem ein ETF auf russische Aktien zu finden. 

 

 

 

 

Die Größten

Die monatlichen Top- und Flop-Performer sind oft sehr volatile und daher riskante Produkte, die in Ihrem Portfolio nur eine Beimischung sein sollten. Nachstehend erhalten Sie einen Überblick über die größten – in Bezug auf das Vermögen (Assets under Management , AuM) - in Europa domizilierten ETPs (one inverse und gehebelte Produkte).

Diese sollten eher zum Kernbestand Ihres Portfolios gehören. Die Wertentwicklung im Mai 2022 reicht von -0,05% für den iShares Core FTSE 100 ETF GBP Dist bis zu 3.8% beim iShares Physical Gold ETC (IGLN) bis zu Invesco Physical Gold ETC und iShares Physical Gold ETC, die beide 5,27% einbüßten. 

 

  

 

 

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Über den Autor

Antje Schiffler  ist Redakteurin bei Morningstar in Frankfurt.