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Wird Uniper verstaatlicht?

Deutschlands wichtigster Gasimporteur ist im Gespräch mit der Bundesregierung über ein stärkes Engagement des Bundes bis hin zur Verstaatlichung. 

Antje Schiffler 14.09.2022
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Uniper

Im Juli hatten die Bundesregierung, der finnische Mutterkonzern Fortum (FOT) und Uniper (UN01) ein milliardenschweres Stabilisierungspaket für das angeschlagene Energieunternehmen unterzeichnet. Seitdem hat sich die Energiekrise infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine verschärft. Es werden keine Gasmengen mehr aus Russland nach Greifswald durch die Nordstream 1 geliefert. Strom- und Gaspreise bleiben äußerst hoch und volatil.  

"Infolgedessen haben sich seit Juli die finanziellen Verluste von Uniper aufgrund der höheren Gasbeschaffungskosten deutlich erhöht", heißt es in einer Adhoc-Mitteilung des Unternehmens.

"Aufgrund der gestiegenen Unsicherheiten im operativen Umfeld prüfen die Beteiligten auch alternative Lösungen, u.a. eine direkte Kapitalerhöhung, die zu einer signifikanten Mehrheitsbeteiligung des Bundes an Uniper führen würde. Es wurden bislang keine Entscheidungen getroffen, die über die im Stabilisierungspaket vom Juli getroffenen Vereinbarungen hinausgehen", heißt es aus Düsseldorf. 

Laut Nachrichtenagentur Bloomberg ist auch die vollständige Verstaatlichung im Gespräch. Bisher hält Fortum gut drei Viertel der Anteile an Uniper. 

Uniper als größer Importeuer russischen Gases ist in Not geraten, weil Russland die Exporte gen Deutschland nun mehr oder weniger ganz eingestellt hat. Gleichzeitig hat das Unternehmen aber noch Verpflichtungen aus langfristigen Verträgen. Daher muss Uniper Gas auf dem freien Markt einkaufen - und dort sind die Preise seit Ausbruch des Krieges explodiert. Am wichtigsten kontinentaleuropäischen Gashandelspunkt, der niederländischen TTF, sind die Preise für die Lieferung zum jeweiligen Frontmonat seit dem 23. Februar um mehr als 120% gestiegen. 

Uniper meldete für das erste Halbjahr einen Verlust von mehr als zwölf Milliarden Euro. Bei der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragte das Unternehmen zuletzt 4  Milliarden Euro, nachdem es die bestehende Kreditlinie von neun Milliarden Euro schon ausgeschöpft hatte.

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Über den Autor

Antje Schiffler  ist Redakteurin bei Morningstar in Frankfurt.