Zu wenig Auswahl: Wandelanleihenfonds

Der Markt für Wandelanleihen wächst und gedeiht. Mehr und mehr Unternehmen, wie zuletzt Münchener Rück und Adidas, emittieren solche Papiere, die Elemente von Aktien und von Renten verbinden. Die Auswahl an Fonds ist demgegenüber noch gering.

Adriaan Bonauer, 29.08.2003
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Gerade hat die britische F&C Management ihr Angebot um einen Wandelanleihenfonds erweitert. Trotzdem stehen nur gut 30 Fonds zur Verfügung.

Bei der Wertentwicklung über ein, drei und fünf Jahre liegt ein Portfolio ganz vorn: Der LiLux II Convert der HSH Nordbank. Und nicht nur die Performance überzeugt mit 8,5 Prozent jährlich nach drei Jahren und stolzen 21,5 Prozent jährlich nach fünf Jahren. Auch die Standardabweichung oder Volatilität liegt nicht zu hoch.
Dass der Fonds kein Rating hat, liegt an der Kategorie Wandelanleihen. Dort sind so unterschiedliche Portfolios gelistet, dass eine vergleichende Bewertung nicht gerechtfertigt wäre: Regional zum Beispiel gibt es ganz verschiedene Schwerpunkte. Von weltweit, wie der LiLux II Convert, über Europa bis zu ausgewählten asiat

ischen Regionen mit entsprechend höheren Risiken.
Leider bekommen wir von der HSH Nordbank keinerlei Portfoliodaten. Und auch deren Internetseite gibt keinerlei Aufschluss über regionale Verteilung, Anzahl der Titel im Portfolio oder das Fondsvolumen.

Beim Ergebnis im laufenden Jahr leicht besser und im Ein-Jahres-Vergleich an zweiter Stelle liegt der ebenfalls weltweit investierende DWS Convertibles. Jedoch verliert er nach drei Jahren jährlich knapp fünf Prozent. Nach fünf Jahren erreicht er immerhin 9,7 Prozent im Jahr. Jedoch ist die Standardabweichung im Vergleich mit dem LiLux um einiges höher.

Nach drei Jahren gibt es noch einige Portfolios, die gute jährliche Ergebnisse erreichen: Etwa der Japan CB-Universal mit 6,5 Prozent oder noch der Parvest Asian Convertible Bond Classic mit 3 Prozent. Das Produkt von Universal beschränkt sich auf Japan und ist mit fast 40 Prozent Baranteil schon ein Mischfonds. Der Parvest konzentriert sich auf Asien ohne Japan. Beide Fonds sind damit tendenziell risikoreicher als weltweit investierende.

Doch es gibt bei den Wandelanleihenfonds nicht nur positive Wertentwicklungen: Der Japan CB Fund A der Fisch Asset Management verliert nach drei Jahren kumuliert 48 Prozent, beim MAT Japan Furusato sind es 40 oder beim Dexia Bonds Europe Convertible über 34 Prozent. Das sind beinahe aktienähnliche Negativrenditen, mit denen betroffene Wandelanleihenanleger kaum gerechnet haben dürften.

Einige wenige Fonds der Kategorie berechnen jährliche Gebühren von 1,5 Prozent. Der Durchschnitt liegt bei 1,09, die günstigsten liegen jedoch unter einem Prozent. Die Ausgabeaufschläge reichen von zu hohen sechs bis unter zwei Prozent.

Fazit: Die Auswahl lohnender Portfolios ist zu klein. Das mag im internationalen Vergleich bis vor kurzem auch für den europäischen Wandelanleihenmarkt gegolten haben. Der ist aber gerade dabei, sich zu entwickeln – der Fondsmarkt sollte ihm folgen.
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