Morningstar Rating Analyse: Die besten Fondsstandorte

Die Niederlande, Schweiz und etliche skandinavische Länder haben nach wie vor die besten Fonds. Nicht von ungefähr gibt es einen Zusammenhang zwischen niedrigen Kosten und hoher Qualität.

Ali Masarwah 18.05.2018

Die Morningstar Rating Analyse zeigt sich mit Blick auf das Ranking nach den besten Fondsdomizilen erfreulich eintönig. Die Niederlande, die Schweiz, Dänemark, Finnland, Norwegen und Großbritannien führen dieses Ranking bereits seit Jahren an. Im abgelaufenen Quartal hat es zwar etwas Bewegung gegeben: Die Schweiz und Dänemark rücken jeweils um einen Platz auf, Norwegen steigt sogar um zwei Ränge auf, und Finnland und Großbritannien büßen zwei Plätze bzw. einen Platz ein. Aber das Ergebnis zeigt dennoch unverändert, dass tiefe Kosten und hohe Qualität Hand in Hand gehen. 

Seit Jahren schneiden die Fonds, die in den oben erwähnten Ländern domiziliert sind, überdurchschnittlich ab. Es handelt sich um Standorte, an denen Fonds traditionell tiefe Kosten aufweisen (die nordischen Märkte), oder an denen Bestandsprovisionen abgeschafft wurden (Großbritannien, die Niederlande), oder aus anderen Gründen auf dem Rückzug sind (die Schweiz).

Die für Fonds erfreuliche Mechanik: Werden die Produktkosten um Kickbacks entschlackt, entfalten sie mehr Performance-Power. An dieser Stelle soll nicht verschwiegen werden, dass die Kosten häufig auf eine andere Ebene verlagert werden: auf die der Beratung. Der Investmentprozess wird also nicht zwangsläufig billiger für Anleger.

Allerdings ist die resultierende Transparenz zunächst für die Fondsbranche von Vorteil: Durch die Entschlackung der Gebühren um die Vertriebskosten, können Fondsmanager viel besser ihr Können unter Beweis stellen als zuvor -- angesichts des schlechten Newsflows für aktiv verwaltete Fonds ein nicht zu unterschätzender Vorteil! Für den Anleger ist von Vorteil, dass sich der Wettbewerb auf die Beratungsebene verlagert: In Märkten, in denen die Vergütung der Beratung von den Produktkosten losgelöst erfolgt, müssen die Banker und IFAs durch die Performance-Stärke der von ihnen vermittelten Produkte beim Anleger punkten. Das führt sie typischerweise zu günstigen Produkten, und außerdem dürfte der Berater-Wettbewerb längerfristig zu tieferen Beratungskosten führen. Die Verbreitung von Robo-Advisor darf durchaus auch als Teil dieses Prozesses begriffen werden.

Fonds aus Deutschland bringen es dagegen im durchschnittlichen Rating auf 3,02 Sterne, Produkte aus Österreich kommen nur auf 2,85 Sterne.   

Tabelle: Die besten Fondsstandorte in Europa aus Anlegersicht

 

Die Vollversion unserer aktuellen Rating Analyse lesen Sie in englischer Sprache hier.  

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick erhalten Sie wie folgt:  

Einführung in die Morningstar Rating Analyse für Fonds in Europa 

Bilanz der größten europäischen Fondsanbieter (ex ETFs) 

Bilanz der größten europäischen ETF-Anbieter

Bilanz der besten großen europäischen Fondsanbieter (ex ETFs) 

Bilanz der besten kleinen europäischen Fondsanbieter (ex ETFs)

Bilanz der besten europäischen Fondsstandorte

Über den Autor

Ali Masarwah

Ali Masarwah  Ali Masarwah ist als Chefredakteur für die deutschsprachigen Seiten von Morningstar verantwortlich.