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Was gibt es Neues im Multi-Asset-Bereich?

Obwohl die Multi-Asset-Fonds im letzten Quartal 2018 Nettoabflüsse zu verzeichnen hatten, steht das Thema nach wie vor im Fokus der Fondsgesellschaften. Betrachtet man die Neuauflegungen des vergangenen Jahres, so zeichnen sich nur wenige Trends ab.

Derzeit sieht es so aus, als ob die Anleger nach wie vor Flexibilität von den Fondsmanagern verlangen. Diesen Schluss legt die Tatsache nahe, dass global anlegende, flexible EUR-Mischfonds unter allen Aktien-Renten-Fondskategorien die höchsten Mittelflüsse 2018 auf sich vereinen konnten. Die Anbieter haben entsprechend reagiert und im vergangenen Jahr fast 200 neue Fonds dieser Kategorie aufgelegt, ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren

Eine hohe Flexibilität mag es Managern ermöglichen, ihre Fonds besser durch volatile Märkte zu steuern, doch gibt es keine Garantie dafür, dass ihnen das auch gelingt. Insgesamt hinkten die Erträge flexibler Mischfonds in den letzten Jahren jedoch denen von gemischten Indizes und ausgewogenen Mischfonds mit engeren Allokationsbandbreiten hinterher. Einige flexible Fonds benötigen jedoch eine große Bandbreite für ihr Aktienexposure, da sie ein bestimmtes Risikoniveau anstreben. Es gibt jedoch auch gute Alternativen für Anleger, von denen wir einige mit positiven Morningstar Analyst Ratings auszeichen, wie beispielsweise die Fonds Deutsche Multi Opportunities, FVS Multi Opportunities oder Phaidros Funds – Balanced.

Da die Renditen von Staatsanleihen im Vergleich zu ihren historischen Durchschnittswerten immer noch auf niedrigem Niveau liegen, suchen die Anleger weiterhin nach alternativen Wegen, um stabile laufende Erträge zu erzielen. Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, wurden eine Reihe neuer Multi-Asset-Income-Fonds aufgelegt, darunter Fonds wie Jupiter Flexible Income (für Talib Sheikh, der von JP Morgan kam), Baillie Gifford Multi Asset Income und BlackRock Dynamic High Income, um nur einige zu nennen.

Unter den neuen Multi-Asset-Fonds befinden sich auch mehrere mit einem Nachhaltigkeitsfokus, was im Bereich der Multi-Asset-Fonds eine Neuerung darstellt. Nachhaltigkeit war bisher vor allem ein Phänomen für Aktienfonds, aber diese neuen ESG-Multi-Asset-Fonds verfügen zusätzlich auch über einen Nachhaltigkeitsfokus auf der Anleihenseite, bespielsweise indem sie verschiedene Screenings verwenden und so genannte "Green Bonds" kaufen. Nachhaltigkeit ist ein weites Feld, so dass Anleger einen Blick darauf werfen sollten, wie genau Nachhaltigkeitsfaktoren in die Ansätze der Fonds integriert werden.

Schließlich scheint es einen aufkeimenden Trend zur Auflage kostengünstiger Multi-Asset-Fonds zu geben, um die Gebühren zu senken, bislang vor allem auf dem britischen Markt, wo Vanguard mit seinen kostengünstigen Allokationsprodukten erfolgreich ist. Ein Beispiel für neu aufgelegte kostengünstige Fonds ist die Summit-Reihe von Invesco Perpetual, deren laufenden Gebühren rund 80 Basispunkte betragen sollen. Außerdem kündigte Fidelity im Januar 2019 kleinere Preissenkungen an, da fünf ihrer Mischfonds mit Fonds der Multi Asset Open-Reihe fusioniert wurden.

Wir würden es begrüßen, wenn sich dieser Trend weiter fortsetzen und auch auf das europäische Festland übergreifen würde, da wir bei Morningstar der Meinung sind, dass hohe Kosten der Hauptgrund für die Underperformance vieler Fonds darstellen. Um Anlegern dabei zu helfen, die Gesamtkosten ihrer Fonds besser enschätzen zu können, hat Morningstar die neue Kostenkennziffer ‚Representative Cost‘ eingeführt, die unter anderem auch Performancegebühren umfasst. Weitere Informationen zu unserer neuen Kostenkennziffer finden Sie hier.

Über den Autor

Barbara Claus

Barbara Claus  ist Senior Fondsanalystin bei Morningstar