Aktiv verwaltete Value-Fonds mit positiven Morningstar Analyst Ratings

Im letzten Teil unserer Serie zu Value Investments stellen wir einige Value-Fonds mit positiven Morningstar Analyst Ratings vor.

Ali Masarwah 17.11.2020
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Im ersten Teil der Serie zu Value-Investing haben wir illustriert, wie tief das Tal der Tränen ist, das Value-Aktien, vor allem jedoch Value-Anleger, durchschreiten. Wir sind auch auf die möglichen Ursachen der schlechten Wertentwicklung des Value-Stils im Vergleich zum Growth-Stil eingegangen. Wir haben dennoch festgehalten, dass unverändert einiges dafür spricht, dass das, was langfristig gut funktioniert hat, auch für die Zukunft relevant bleiben wird. Value ist also keinesfalls auf dem Müllhaufen der Geschichte zu entsorgen.  

Im zweiten Teil der Serie haben wir die Gretchenfrage gestellt, welche Wege zum Erfolg führen könnten? Wir habne zwei idealtypische Zugänge zum Value-Stil vorgestellt, die Anlegern zumindest eine grobe Orientierung geben, wenn es darum geht, einen ersten Zugang zur Praxis von Value-Investments zu eröffnen. 

Zum Schluss stellen wir Ihnen einige Value-Fonds vor, die in Unternehmen weltweit und aus den USA investieren. Sie finden bei der Erstnennung hinter dem Namen einen Hyperlink, der Sie zum Portrait des jeweiligen Fonds führt, wo Sie weitere Daten und Kennzahlen finden.  

Dodge & Cox Worldwide US Stock Fund 

Der Dodge & Cox Worldwide US Stock Fund ist der Value-Favorit unserer Fondsanalysten. Er kommt in allen Fondstranchen auf das bestmögliche „Gold“-Rating. Da unser Morningstar Analyst Rating seit Ende 2019 ein besonders hohes Gewicht auf die Fondskosten legt, sind derart hohe Ratings für die für Privatanleger zugänglichen Tranchen sehr selten. „Gold“-Ratings werden typischerweise an institutionelle Tranchen vergeben, die sehr viel günstiger sind als die so genannten Retail-Tranchen. 

Das Management-Team ist vorbildlich gestaltet. Es umfasst acht Mitglieder und bringt altgediente Manager mit aufstrebenden Talenten zusammen. Die Entscheidungen werden gemeinschaftlich getroffen, was das Key-Man-Risiko reduziert. Veränderungen im Team werden in aller Regel von langer Hand geplant und werden mit langer Vorlaufzeit vorgenommen. Das fördert langfristige Beständigkeit und Stabilität im Team. Das Team schöpft aus einem umfangreichen Research-Pool von mehr als 60 Managern und Analysten im Aktien- und Rentenbereich. Die meisten von ihnen haben sich während ihrer gesamten Laufbahn mit dem bewährten Ansatz des Unternehmens beschäftigt. 

Dieser Ansatz ist durch und durch antizyklisch. Die Manager suchen nach Unternehmen, von denen sie glauben, dass sie Wettbewerbsvorteile, gute Wachstumsaussichten und fähige Führungskräfte haben, deren Aktien jedoch aufgrund schlechter Nachrichten oder vorübergehendem wirtschaftlichen Gegenwind gelitten haben. Solche Investitionen brauchen zwar Zeit, bis sie aufgehen, aber das Team von Dodge & Cox hat gezeigt, dass es geduldig ist. Aktien werden häufig länger als fünf Jahre gehalten. Die Umschlagquote des Portfolios lag in den vergangenen Jahren bei unter 20 Prozent. 

Zugleich scheuen sich die Fondsmanager nicht, bei sich attraktiven Gelegenheiten opportunistisch zuzugreifen. Anfang 2020 z.B. fielen die Aktien von Occidental Petroleum aufgrund der Bedenken der Anleger hinsichtlich der Solvenz des Unternehmens drastisch, doch das Team von Dodge & Cox kaufte aggressiv zu, nachdem seine Analysten die Cashflows und die Schuldenstruktur von Occidental untersucht hatten. 

Das Portfolio mit 60 bis 90 Aktien kann sich auf einige wenige Sektoren konzentrieren: Im März 2020 entfielen 77,6% des Vermögens auf Technologie-, Gesundheits-, Finanz- und Kommunikationsdienstleistungsaktien. Letzteres umfasste zwei Top-10-Holdings: Alphabet und Comcast. Finanzwerte und Gesundheitswesen waren die größten Sektorübergewichtungen im Vergleich zum S&P 500. Dazu gehörten langjährige Investitionen in den Broker Charles Schwab, Wells Fargo und zwei nicht amerikanische Arzneimittelhersteller: Novartis und Sanofi. 

Eine derartige Strategie hat ihre Risiken, aber sie hat sich bisher als effektiv erwiesen. Das Team hat auch in schwierigen Märkten an seinen Prinzipien festgehalten, und die langfristige Bilanz ist solide. Von Anfang Dezember 2000 bis Mai 2020 übertraf die Anteilsklasse A den S&P 500, den Russell 1000 Value Index – und vergleichbare Fonds sowieso. Die hohe Volatilität sei hier jedoch nicht verschwiegen: Der Fonds machte eine turbulente Phase Anfang 2020 durch, als die Coronavirus-Pandemie und der wirtschaftliche Lockdown die Aktien der Finanz- und Energiebranche nach unten zogen. Auch die globale Finanzkrise 2007-09 hatte die Strategie hart getroffen. Doch geduldige Investoren wurden bisher langfristig belohnt. Hervorzuheben sind auch die bescheidenen Gebühren, was das bestmögliche Rating „Gold“ stützt. 

Robeco BP US Large Cap Equities  

Das erfahrene langjährige Management des Robeco BP US Large Cap Equities und der bewährte Value-Ansatz bringen dem Fonds ein Morningstar Analyst Rating „Silver“ – jedenfalls gilt das für diese Tranche; teurere Anteilsklassen kommen indes nur auf ein „Bronze“ bzw. sogar auf das Rating „Neutral“. 

Mark Donovan und David Pyle leiten die Strategie seit 1997 bzw. Ende 2005. Während keiner von beiden plant, sich bald zurückzuziehen, hat der Subadvisor Boston Partners im Oktober 2018 die altgedienten Aktienanalysten David Cohen und Stephanie McGirr als potenzielle Nachfolger angeworben. Cohen zeichnete sich unter anderem als Spezialist für den Energiesektor aus, während McGirr unter anderem Erfahrung in den Sektoren Gesundheitswesen und Dienstleistungen mitbringt. 

Der Präsenz von McGirr hat sich bereits bemerkbar gemacht. Die Gewichtung des Fonds im Gesundheitswesen nahm unter ihrer Ägide weiter zu, und Ende 2019 lag ihr Anteil von 19% um 4 Prozentpunkte über dem Russell 1000 Value Index. Auch Finanzwerte sind hoch gewichtet, 29 Prozent des Fondsvermögens waren zuletzt in Aktien wie Bank of America und Chubb investiert. 

Die Bevorzugung von Gesundheits- und Finanzwerten gegenüber Unternehmen aus Sektoren wie Versorger und Verbrauchsgüter, die im Verhältnis zu ihrem Wachstumspotenzial höher bewertet sind, spiegelt den firmenweiten Ansatz von Boston Partners wider. Dieser Fonds umfasst etwa 80 bis 90 Aktien. Für das Team wichtige Kennzahlen sind solide Fundamentaldaten, attraktive relative Bewertungen und ein positives Momentum. Das Einbeziehen von Momentum bedeutet nicht, dass die Manager nicht auch in schwierigen Zeiten an ihren Favoriten festhalten werden. Als sie Anfang 2019 zu dem Schluss kamen, dass die Sorgen der Aufsichtsbehörden Aktien von Gesundheitswerten wie Medtronic zu Unrecht bestraft hatten, kauften sie weitere Aktien. Das trug dazu bei, dass der Fonds in der zweiten Hälfte des Jahres 2019 wettbewerbsfähige Renditen erzielte. 

Zwar hat sich der Fonds seit 2018 nicht ausgezeichnet, aber die Bilanz des Fonds in den mehr als 20 Jahren von Donovans Amtszeit lag nach wie vor den Index und mehr als drei Viertel der Konkurrenten in der Large Value Kategorie. 

Franklin Mutual Global Discovery Fund 

Diese Strategie schnitt in diesem Jahr schlechter ab als die weltweit anlegenden Value-Fonds und der Vergleichsindex MSCI All Country World Value. Auch 2018 und 2017 lag der Fonds hinter vielen Konkurrenten. Langfristig dürfte der Franklin Mutual Global Discovery indes gut abschneiden, und zwar dann, wenn sich Value-Aktien wieder erholen werden. Für den Fonds spricht das erfahrene Team und der ausgereifte Prozess. Das Morningstar Analyst Rating für die hierzulande an Privatanleger vertriebene Fondstranche liegt bei „Bronze“ (günstigere institutionelle Tranchen kommen auf „Silver“). 

Peter Langerman verantwortet die Strategie zwischen Dezember 2009 und November 2020. Er war 30 Jahre bei Franklin Mutual Advisors und einer Vorgängerfirma tätig und war Co-Manager der Strategie von 1992 bis 1998. Er und die Geschäftsführer Timothy Rankin und Christian Correa, die 1997 bzw. 2003 in die Firma eingetreten sind, arbeiten mit dem übrigen Team der Mutual Series zusammen, das insgesamt 21 Portfoliomanager und Analysten mit einer durchschnittlichen Betriebszugehörigkeit von 13,6 Jahren und 23 Jahren Anlageerfahrung umfasst. Das Team arbeitet portfolio-übergreifend und nach der gleichen Philosophie zusammen. Wegen dieser Stabilität wird unsere Sicht auf das Team nicht verändert, auch wenn im laufenden Quartal etliche Personalien anstanden, die wir im Frühjahr 2021 abschließend beurteilen werden.

 Peter Langerman hat am 2. November an Christian Correa, einen 17-jährigen Veteranen und seit 2010 Research-Direktor abgeben. Langerman wird bis Ende März 2021 Portfoliomanager bei Franklin Mutual Global Discovery und Franklin Mutual Shares bleiben und Mitte 2021 aus dem Unternehmen ausscheiden. Die beiden anderen Manager von Franklin Mutual Global Discovery, Correa und Tim Rankin, bleiben im Fonds und wurden am 2. November durch Katrina Dudley ergänzt, die seit 2007 Co-Portfoliomanagerin von Franklin Mutual European ist. Bei Franklin Mutual Shares und dem in Europa vertriebenen Fonds Franklin Mutual US Value schied David Segal, seit 2005 Co-Portfoliomanager, ebenfalls Anfang November aus. Er verlässt das Unternehmen am 1. Dezember. Correa und Grace Hoefig, die neue Direktorin für Research, werden als Manager in diesen Fonds eintreten; Deborah Turner, eine langjährige Associate Portfolio Managerin, bleibt an Bord. 

Die Manager konzentrieren sich auf Aktien mit einem hohen Unternehmenswert (Enterprise Value), den Wert der einzelnen Geschäftsbereiche und potenzielle Katalysatoren. Die Strategie sieht auch Merger-Arbitrage-Investments vor. Die Manager greifen zu, wenn sie Unternehmen finden, die mit starken Abschlägen auf ihren inneren Wert handeln. Sie investieren dort, wo sie die besten Risiko-/Ertragschancen innerhalb der Kapitalstruktur sehen. Billige Aktien und Merger Arbitrage Trades machen in der Regel zwischen 85 und 95 Prozent des Portfolios aus; notleidende Kredite und Barmittel können jeweils die Zehn-Prozent-Marke erreichen. 

Obwohl sich diese Strategie auf günstige Aktien konzentriert, verfügen die Manager über mehr Flexibilität als die meisten Konkurrenten und können auch auf höher bewertete Aktien setzen; sie können auch die Cash-Quote erhöhen, wenn das Team keine Kaufgelegenheiten findet. Während der 10,5-jährigen Amtszeit des Lead Managers Langerman lag die Aktiengewichtung im Durchschnitt bei gut 90 Prozent, sank jedoch zeitweilig auf bis zu gut 80 Prozent. Anleihen, vor allem notleidende Kredite, machten im Durchschnitt knapp zwei Prozent des Vermögens aus. Die liquiden Mittel beliefen sich im Durchschnitt auf 6,3%, kletterten aber auch zeitweise auf fast zweistellige Werte. Das Aktienengagement außerhalb der USA belief sich unter Langermans Beobachtung auf durchschnittlich 41,8% des Vermögens; es ging während des größten Teils seiner Amtszeit in diesem Fonds zurück, ist aber in letzter Zeit etwas gestiegen, da das Team im Ausland nach einer langen Periode der Outperformance von US-Aktien mehr Value gefunden hat. Viele der nicht in den USA beheimateten Unternehmen sind multinationale Konzerne, wie z.B. GlaxoSmithKline. 

Diese Strategie hatte in den letzten Jahren, wie bereits oben erwähnt, mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Marktbedingungen liefen der Value-Strategie zuwider. Sowohl der Durchschnitt der Kategorie als auch die Benchmark wurden underperfomt. Seit Lead Manager Peter Langerman von Dezember 2009 bis Februar 2020 seinen zweiten Einsatz hier begann, liegen die durchschnittlichen Jahresrenditen des Value-Portfolios dieser Strategie (gemessen an der sauberen W(acc)EUR-Aktienklasse) hinter dem globalen Durchschnitt der Morningstar-Kategorie für großvolumige Aktien, aber noch mehr hinter dem MSCI World Value-Index und, mit noch größerer Marge, hinter der Benchmark des MSCI World-Index. 

Heptagon Fund plc - Yacktman US Equity Fund

Die Bereitschaft des Fondshauses Heptagon Yacktman, auch in schwierigen Marktphasen an seinem Investment-Stil festzuhalten, hat sich auf lange Sicht ausgezahlt; die günstigsten Tranchen werden mit „Silver“ bewertet, die teurere A-Tranche kommt auf ein „Bronze“. Dieses in Irland domizilierte Vehikel, das im Dezember 2010 lanciert wurde, wird von Heptagon Capital Management vertrieben, doch die Verwaltung liegt bei Yacktman Asset Management, ein Haus, das seit 1992 eine vergleichbare Strategie in den USA managet. 

Diese Strategie vereint zwei Substrategien unter einem Dach: Eine Aktien- und eine Absolute-Return-Hedgefonds-Strategie. Der Fonds profitiert von der Kreativität seiner Manager, um unterbewertete Investments aus den USA zu finden, kann aber auch in Anleihen und in Aktien weltweit investieren. Die Manager Stephen Yacktman und Jason Subotky setzen gerne langfristig auf stabile Unternehmen, nutzen aber auch die Volatilität für sich, indem sie zyklische Unternehmen aufgreifen, wenn sie zu Tiefstpreisen handeln. Die Manager fordern jedoch eine große Sicherheitsmarge und halten Bargeld, wenn sie nicht genügend attraktive Gelegenheiten finden können. Das war während des größten Teils des letzten Jahrzehnts der Fall, als die Märkte nach oben drängten und die Bewertungen stiegen. 

Ab 2013 saßen die Manager auf 15 bis 30 Prozent Bargeld, was zu bescheidenen Renditen inmitten eines explodierenden Aktienmarktes beitrug. Die Baisse des ersten Quartals 2020 brachte schließlich eine Chance für die Manager, die sich stärker betroffene Small- und Midcap-Aktien wie Qurate Retail zulegten. Solche opportunistischen Trades und der erwähnte Cash-Puffer halfen dem Fonds, den Russell 1000 Value-Index bis August 2020 um mehr als 10 Punkte zu übertreffen. Dieses Jahr hat gezeigt, dass eine Strategie, die Verluste begrenzt, Vorteile in turbulenten Märkten hat. Ähnlich war das Vorgehen der Manager während der globalen Finanzkrise 2008, als in großem Stil in stark verbilligte Aktien investierten, was zu einer satten Rendite von knapp 60 Prozent im Jahr 2009 führte. Im Jahr 2011 wiederholten sie dasselbe Spielbuch nur in kleinerem Maßstab. 

Es ist nicht leicht, in unsicheren Zeiten in die Märkte einzusteigen, aber die Manager haben bewiesen, dass sie solche Crash-Situationen meistern können. Die hohen Bewertungen von US-Aktien haben den Schwerpunkt der Strategie nach Übersee verlagert. Der koreanische Technologieriese Samsung ist mit 9,5% des Vermögens zum 30. Juni nach wie vor die größte Position. Dennoch bleibt der größte Teil der Strategie in den USA angesiedelt. Diese Strategie kann Dürrephasen durchlaufen, aber ihre lange Geschichte mit starken risikobereinigten Renditen macht sie zu einer sehr guten Option für geduldige Anleger. 

JPMorgan Funds - US Value Fund 

Ein überwiegend stabiles Team und der bewährte Investment-Prozess rechtfertigen ein Morningstar Analyst Rating „Gold“ für die günstigsten Anteilsklassen. Diese deutlich teurere Tranche für Privatkunden kommt auf das Rating „Bronze“. 

Lead Manager Jonathan Simon trat im Mai 2019 von der Leitung von JPMorgan US Value zurück und wurde von Clare Hart abgelöst. Sie wurde seit 2012 als Portfoliomanagerin für den Fonds geführt, jedoch ohne mit der tagtäglichen Entscheidungsfindung betraut zu sein. Sie übernahm im Juni 2019 das Ruder und passte den Fonds an die Philosophie und den Stil des in den USA aufgelegten JPMorgan Growth and Income an, den sie seit März 2004 erfolgreich verwaltet. 

Im Jahr 2019 kamen Andrew Brandon und David Silberman zur Führungsriege hinzu. Brandon arbeitet seit 2012 als Analyst mit Hart zusammen, und seine Beförderung war eine Anerkennung seiner Beiträge im Laufe der Zeit. Silberman ist ein 30-jähriger J.P. Morgan-Veteran, den Hart schon seit langem kennt. Der JPMorgan Equity Income wird ebenfalls von diesem Trio geleitet.

Dieses Portfolio weist erhebliche Überschneidungen mit dem JPMorgan Growth and Income auf, aber es hat auch eine Mindestanforderung an die Dividendenrendite und wendet striktere Qualitätskriterien an als der US-Schwesterfonds. Neben einem Kernportfolio aus qualitativ hochwertigen Unternehmen, die das Team als Unternehmen mit nachhaltigen Franchisebeziehungen einstuft, setzt das Management-Team auch auf einige unterbewertete Unternehmen von geringerer Qualität, deren Fundamentaldaten sich verbessern und die daher einen guten Kompromiss zwischen Risiko und Ertrag bieten. 

Zum Beispiel hält der Fonds AbbVie und Nike. Das Management ist der Meinung, dass sich die sich verbessernden Fundamentaldaten beider Unternehmen nicht vollständig in ihren Bewertungen widerspiegeln. Der Ansatz hat im Laufe der Zeit im Vergleich zum Russell 1000 Value Index und dem Durchschnittsfonds der Kategorie USA-Value dank einer guten Aktienauswahl eine starke Performance erzielt, während die Volatilität nahe an beiden Maßstäben lag. 

MFS Meridian Funds - U.S. Value Fund  

Die langfristig aufgesetzte Strategie und die starke Unterstützung des Analysten-Teams sprechen für den MFS Meridian U.S. Value. Allerdings können die Kosten je nach Tranche stark schwanken. Die günstigsten Anteilsklassen bringen es auf ein Morningstar Analyst Rating „Silver“, die teureren kommen auf „Bronze“, so wie die vorliegende Privatkunden-Tranche, oder sogar auf „Neutral“. 

Die Fondsmanager sind langfristig orientiert und konzentrieren sich auf das Abwärtsrisiko. Sie versuchen zu verstehen, wie hoch die Risiken eines Unternehmens im schlimmsten Fall sein könnten, bevor sie investieren. Sie verlassen sich auf die auskömmlich bestückten Aktien- und Credit-Teams von MFS, um unterbewertete Unternehmen mit dauerhaften Geschäftsmodellen, starker Cashflow-Generierung und gesunden Bilanzen zu identifizieren, wobei sie oft jahrelang auf die Bestätigung ihrer These warten können. Die durchschnittliche Haltedauer einer Aktie beträgt etwa sieben Jahre, wobei sich etwa ein Drittel der Bestände des Portfolios seit mehr als einem Jahrzehnt im Besitz befindet. Die Konzentration auf die Abwärtsrisiken gibt den Managern Vertrauen in ihre Einschätzung der Robustheit des Geschäftsmodells eines Unternehmens und hilft ihnen, eine Aktie zu halten oder sogar aufzustocken, wenn ihr Kurs auf ein attraktiveres Kaufniveau fällt. 

Trotz einiger Änderungen im Management zeichnet sich diese Strategie durch Konstanz aus. Der langjährige Manager Steve Gorham wird im Dezember 2020 offiziell aussteigen, um sich auf andere MFS-Fonds zu konzentrieren, aber der langjährige Co-Manager Nevin Chitkara bleibt. Gorhams Stelle wird von Katie Cannan besetzt, einer ehemaligen Analystin, deren umfassende Erfahrung ihr den Übergang zum Portfoliomanager erleichtern dürfte. Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg der Strategie liegt im Pool der talentierten MFS-Analysten, das mehr als 100 Mitarbeiter umfasst. Die Analysten sind in acht Sektorteams aufgeteilt und haben ein tiefes Branchen-Know-how, das den Portfoliomanagern bei ihren Risikobewertungen besonders nützlich ist. 

Der geduldige Ansatz des Teams hat sich ausgezahlt. Seit Chitkara im Mai 2006 der Strategie beigetreten ist, übertraf der in den USA domizilierte Fonds mit einer annualisierten Rendite von 7,6% bis Juli 2020 sowohl den Vergleichsindex Russell 1000 Value Index sowie den Durchschnitt der Kategorie USA Value. 

Nordea 1 - Global Stable Equity Fund 

Die erfahrenen Manager des Nordea Global Stable Equities und der solide aufgesetzte quantitative Prozess machen den Fonds zu einer guten Wahl für eine konservative Aktienanlage. Der Fonds hält in den meisten Anteilsklassen ein Morningstar Analyst Rating „Bronze“. (Die teuersten Klassen werden mit „Neutral“ bewertet, die billigsten halten ein „Silver“ -Rating. 

Die Strategie profitiert von ihrem ausgeprägten Prozess, der darauf ausgerichtet ist, Unternehmen mit stabilen Erträgen bei geringer oder moderater Volatilität zu finden. Aus dem Universum von 350 Kandidaten bleiben im Portfolio 90 bis 110 Namen übrig. In der letzten Phase werden die Meinungen führender Sell-Side-Analysten, die makroökonomischen Risiken und die Risikobeiträge der einzelnen Unternehmen bewertet. Obwohl die Manager der Bewertung viel Aufmerksamkeit widmen, werden sie nicht aus reinen Bewertungsgründen in ein Unternehmen investieren. 

Dieser Ansatz führt in der Regel zu einem defensiveren Portfolio als bei vergleichbaren Fonds. Ende Februar 2020 hatte der Fonds ein fast doppelt so hohes Gewicht in defensiven Sektoren wie der Durchschnitt der Kategorie, und er schneidet bei den Qualitätskennzahlen überdurchschnittlich gut ab. Die schwache Performance in den Jahren 2016-17, in denen die defensive Ausrichtung am Markt starken Gegenwind bekam, hat die langfristige Erfolgsbilanz eingetrübt, doch liegt der Fonds seit Auflage immer noch weit vor seinen Mitbewerbern und dem MSCI World Value-Index. Wie erwartet machte er hiernach verlorenen Boden gut und begrenzte die Verluste während der Korrektoren im vierten Quartal 2018 und im ersten Quartal 2020. 

Verantwortlich für die Strategie sind zwei Manager, die diesen Ansatz entwickelt haben und ihn seit 2005 in einem nur in Skandinavien erhältlichen Fonds anwenden (Nordea Invest Stabile Aktier), und das mit gutem Erfolg. Der Fonds wurde im Januar 2010 aufgelegt. Manager Robert Naess verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung als Portfoliomanager, während Claus Vorm, der eher ein akademisches Profil hat, 2004 zu Nordea kam. Wir sind der Meinung, dass das Tandem gut harmoniert, auch wenn es viel kleiner ist als viele Konkurrenten im Bereich Aktien global. Die Manager profitieren jedoch von den großen Ressourcen von Nordea bei Multi-Asset-Investitionen, und insgesamt sind wir der Meinung, dass sie die mit diesem Ansatz verbundene Arbeitsbelastung angemessen bewältigen können. 

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Über den Autor

Ali Masarwah

Ali Masarwah  Ali Masarwah war von 2011 bis Frühjahr 2021 als Chefredakteur für die deutschsprachigen Anleger Websites von Morningstar verantwortlich